Die Einführung standardisierter Uhrzeiten in Deutschland

Zeit-Reformen zwischen Industrialisierung und Nationalstaatsbildung

By (author) Felix Schmidt

Book cover: Die Einführung standardisierter Uhrzeiten in Deutschland

Extent: 313 pages

Publisher: Franz Steiner Verlag

Subjects: German Studies, Nineteenth-Century Studies

Series: Perspektiven der Wirtschaftsgeschichte

Language: German

Paperback (Published)

(June 2023)

ISBN: 9783515134903

6.69 x 9.49 inches

Price: $87.00

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Wie spat ist es? Diese vermeintlich einfache Frage bereitete im Verlauf des 19. Jahrhunderts zusehends Kopfzerbrechen. Die Industrialisierung machte eine Standardisierung der Zeit notwendig: Die alten, sonnenbestimmten Ortszeiten passten nicht mehr zu den modernen Zeiten. Nach ersten Vereinheitlichungen durch Eisenbahnzeiten widmete sich auch das Deutsche Reich der Synchronisierung bis dato gultiger Zeitregime: 1893 wurde mit der MEZ erstmals deutschlandweit eine Einheitszeit eingefuhrt, was zur Identitatsbildung im jungen Nationalstaat beitragen sollte. In den Folgejahrzehnten blieb die Frage neuer staatlicher Zeitregelungen Gegenstand intensiver gesellschaftlicher Debatten. Dies galt fur die erstmalige Einfuhrung der Sommerzeit wahrend des Ersten Weltkriegs ebenso wie fur den Umstieg auf die 24-Stundenzahlung. Wie deutsche Politiker und Wissenschaftler um die Zeit stritten, welche Standards sich etablierten und die vielfaltigen Kompromisse, die die Bevolkerung dabei eingehen musste, stellt Felix Schmidt erstmals detailliert dar. Dabei bettet er seine quellenreiche Grundlagenforschung zur Zeitstandardisierung in Deutschland zwischen 1860 und 1930 in den internationalen Kontext ein.

Felix Schmidt studierte Geschichte und Politikwissenschaft in Heidelberg und Paris. Von 2016 bis 2021 war er Doktorand an der Professur für Wirtschafts- und Sozialgeschichte am Historischen Seminar der Universität Heidelberg und an der École des hautes études en sciences sociales Paris in einem binationalen PhD-Track der Deutsch-Französischen Hochschule. Von 2018 bis 2021 war Schmidt zudem Stipendiat der Heinrich-Böll-Stiftung. Beruflich ist er seit 2021 im rheinland-pfälzischen Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration tätig.

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