Der “shift of duties” bei wahrscheinlicher Insolvenz

Die Ausrichtung der Geschäftsleiterpflichten in GmbH und Aktiengesellschaft nach Inkrafttreten des StaRUG

By (author) Famke Termath

Book cover: Der “shift of duties” bei wahrscheinlicher Insolvenz

Extent: 384 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: Law

Series: Abhandlungen zum Deutschen und Europäischen Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht

Series volume number: 255

Language: German

Paperback (Published)

(December 2024)

ISBN: 9783428193226

6.18 x 9.17 inches

Price: $127.00

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Die Arbeit untersucht das Pflichtenprogramm der Geschaftsleiter von GmbH und Aktiengesellschaft nach Inkrafttreten des Gesetzes uber den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen fur Unternehmen (StaRUG). Im Fokus steht die Frage, ob und in welchem Umfang die Geschaftsleiter bei wahrscheinlicher Insolvenz der Gesellschaft ihre Geschaftsfuhrung statt am Gesellschafter- am Glaubigerinteresse auszurichten haben (shift of duties).


English summary: The Shift of Duties in the Event of Likely Insolvency. The Focus of Directors’ Duties in GmbH and Aktiengesellschaft following the Enactment of the StaRUG: This paper examines the duties of directors of corporations (GmbH and Aktiengesellschaft) following the enactment of the German Act on the Stabilization and Restructuring Framework for Companies (StaRUG). The focus lies on the question of whether and to what extent the directors are obliged to act in the interests of creditors instead of shareholders if the company is likely to become insolvent (shift of duties). German description: Die Arbeit untersucht das Pflichtenprogramm der Geschaftsleiter von GmbH und Aktiengesellschaft nach Inkrafttreten des Gesetzes uber den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen fur Unternehmen (StaRUG). Im Fokus steht die Frage, ob und in welchem Umfang die Geschaftsleiter bei wahrscheinlicher Insolvenz der Gesellschaft ihre Geschaftsfuhrung statt am Gesellschafter- am Glaubigerinteresse auszurichten haben (shift of duties). Hierbei wird auch das Zusammenspiel von Geschaftsleiterpflichten und Befugnissen der Anteilseigner untersucht. Ausgehend von der Rechtslage bei Anzeige eines Restrukturierungsverfahrens kommt die Arbeit zu dem Ergebnis, dass vor Inanspruchnahme der Instrumente des StaRUG oder Eroffnung des Insolvenzverfahrens ein shift of duties nicht stattfindet. Die Untersuchung zeigt gleichsam auf, dass Lucken fur den Glaubigerschutz im vorinsolvenzlichen Stadium bestehen. Anstelle eines shift of duties prasentiert die Arbeit einen alternativen Weg, um diese zu schliessen.

1. Grundsätzliche Ausrichtung der Geschäftsleiterpflichten und Hintergründe einer möglichen Verschiebung in Insolvenznähe
Die Ausrichtung auf das Unternehmensinteresse – Hintergründe für den Pflichtenumschwung im vorinsolvenzlichen Stadium

2. Die Pflichtenausrichtung im Insolvenz(-eröffnungs)verfahren
Die Ausrichtung der Geschäftsleiterpflichten im eröffneten Insolvenzverfahren – Die Ausrichtung der Geschäftsleiterpflichten im Insolvenzeröffnungsverfahren – Fazit

3. Die Pflichtenausrichtung ab Rechtshängigkeit eines Restrukturierungsvorhabens nach dem StaRUG
Das StaRUG als Sanierungsoption – Die Ausrichtung der Geschäftsleiterpflichten bei rechtshängiger Restrukturierungssache – Die Befugnisse der Anteilseigner während einer rechtshängigen Restrukturierung – Kritik – Fazit

4. Die Pflichtenausrichtung ab wahrscheinlicher Insolvenz der Gesellschaft
Pflichtenausrichtung in der Krise vor Erlass von Restrukturierungsrichtlinie und StaRUG-RegE – Neuausrichtung aufgrund des StaRUG-RegE? – Neuausrichtung aufgrund der Restrukturierungsrichtlinie? – Umsetzungsdefizit des geltenden Rechts? – Rechtfertigung des vorinsolvenzlichen Pflichtenumschwungs mit der Residualberechtigung der Gläubiger? – Perspektiven für den Gläubigerschutz im vorinsolvenzlichen Stadium – Ergebnis zu den Perspektiven des Gläubigerschutzes im vorinsolvenzlichen Stadium

5. Zusammenfassung des Gläubigerschutzkonzepts und wesentliche Thesen

  • By (author) Famke Termath

»Insgesamt hat Termath eine in weiten Teilen überzeugende Arbeit vorgelegt und aufgezeigt, dass die in vielen Bereichen stattfindende Invasion des Insolvenz- und Restrukturierungsrechts in das Kapitalgesellschaftsrecht jedenfalls für die Geschäftsleiterhaftung nicht erfolgreich sein kann. Termath hat insofern ein überzeugendes Stoppschild gesetzt und die ohnehin tendenziell ausufernde Geschäftsleiterhaftung im deutschen Kapitalgesellschaftsrecht vor weiteren Untiefen bewahrt.« Dr. Sebastian Mock, in: Zeitschrift für das gesamte Insolvenz- und Sanierungsrecht, 29-30/2025

»Insgesamt stellt das Werk einen gewichtigen und lohnenden Beitrag zur insolvenzrechtlichen Literatur über die gesellschafts- und insolvenzrechtlichen Geschäftsleiterpflichten dar. Es bietet zudem anregende und nachvollziehbare Ideen für eine Änderung der bestehenden Regelungen bzw. für eine Modifikation von dessen Anwendung, um den Gläubigerschutz außerhalb eines Insolvenz- oder Restrukturierungsverfahrens zu verbessern und die vorinsolvenzlich unstreitig bestehende Lücken zu schließen.« Julia Menke, in: Neue Zeitschrift für Insolvenz- und Sanierungsrecht, 10/2025

»Insgesamt ist eine sehr schöne Arbeit entstanden, die mit großer Tiefenschärfe nicht nur die Geschäftsleiterpflichten mit zunehmender Beachtung von Gläubigerinteressen in der fortschreitenden Krise, insbesondere von GmbH und Aktiengesellschaft, unter umfassender Verwertung der zur Verfügung stehenden Materialien ausleuchtet, sondern das Konkurrenzverhältnis zwischen Gesellschafterkapital (Eigenkapital der Gesellschaft) und Fremdkapital der Gläubiger plastisch werden lässt.« Dr. Friedrich L. Cranshaw, in: Deutsche Zeitschrift für Wirtschafts- und Insolvenzrecht, 9/2025