Der Schatten des Wanderers – Einzelfall, Rechtswandel und Fortschritt in Rudolf von Jherings Lehre vom Rechtsgefühl.

Herleitung eines Mehrebenenmodells seines komplexen Rechtsgefühlsbegriffs.

By (author) Josefa Birr

Book cover: Der Schatten des Wanderers – Einzelfall, Rechtswandel und Fortschritt in Rudolf von Jherings Lehre vom Rechtsgefühl.

Extent: 288 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: Law

Series: Schriften zur Rechtsgeschichte

Series volume number: 207

Language: German

Paperback (Published)

(December 2022)

ISBN: 9783428186495

6.18 x 9.17 inches

Price: $127.00

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Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen des Rechtsgefühls beim berühmten Pandektisten und Rechtsempiriker Rudolf von Jhering (1818-1892). Der komplexe und vieldeutige Begriff des Rechtsgefühls wird insbesondere ab dem 19. Jahrhundert in der Literatur eindrucksvoll diskutiert, wobei Jhering jedoch meist nur kursorisch erwähnt wird. Die Arbeit weist die große (praktische) Bedeutung des Jheringschen Rechtsgefühls in seinem wissenschaftlichen Gesamtwerk und die Herkunft aus seiner spruchrichterlichen Tätigkeit als Rechtsgutachter nach: Im Rechtsgefühl, wie Jhering es verstand, verbinden sich Einzelfall und Zweck des Gesetzes mit der Lebenserfahrung des Rechtsanwenders. Es ist der Inbegriff lebendiger Dogmatik und Rechtsfortbildung.


Als der in der Jurisprudenz nach wie vor schillernde Begriff des Rechtsgefuhls im 19. Jahrhundert Schule machte, gab es kaum einen namhaften Rechtswissenschaftler, der sich nicht hierzu ausserte. Vom beruhmten Pandektisten und Rechtsempiriker Rudolf von Jhering ist in der Sekundarliteratur allerdings meist nur kursorisch die Rede. Im Rahmen der Dissertation erfolgt erstmals eine umfangreiche Analyse des Jheringschen Rechtsgefuhlsphanomens unter Befragung der Nachbarwissenschaften vor dem Hintergrund der methodischen Entwicklungen der Jurisprudenz im 19. Jahrhundert. Die Arbeit entwickelt ein mehrdimensionales Modell des Jheringschen Rechtsgefuhlsbegriffs. Dies geschieht unter Einbezug nicht nur Jherings veroffentlichter Werke uber das Rechtsgefuhl, die erstmalig in sein wissenschaftliches Gesamtwerk eingeordnet werden. Vielmehr werden auch bisher unveroffentlichte, insbesondere spruchrichterliche Schriften aus Jherings Gottinger Nachlass ausgewertet. Im Rechtsgefuhl, wie Jhering es verstand, verbinden sich Einzelfall und Zweck des Gesetzes mit der Lebenserfahrung des Rechtsanwenders. Es ist der Inbegriff lebendiger Dogmatik und Rechtsfortbildung.

Einleitung
Forschungsinteresse – Forschungsstand und -desiderat – Ziel und Gang der Untersuchung

1. Der Jurist Jhering: Jhering und die Historische Rechtsschule – Jherings rechtswissenschaftliche Methode

2. Allgemeine Phänomenologie des Rechtsgefühls in den Wissenschaften
Etymologie des »Rechtsgefühls« – Das Rechtsgefühl in den Nachbarwissenschaften – Die Bedeutung des Rechtsgefühls im juristischen Diskurs

3. Exemplarische Fallstudien zum Jheringschen Rechtsgefühl
Die Gerichtspraxis – Jherings Anwendung des Rechtsgefühls am Rechtsfall – Jherings Methode der Falllösung – Das Rechtsgefühl des Richters

4. Chronologische Analyse des Rechtsgefühls in Jherings wissenschaftlichem Gesamtwerk Jherings Begriff des Rechts – Die Entwicklung des Jheringschen Rechtsgefühlsbegriffs

5. Mehrebenenmodell des Jheringschen Rechtsgefühls
Ursprung des Rechtsgefühls – Verhältnis von Recht und Rechtsgefühl – Die affektive und kritische Funktion des Rechtsgefühls – Träger des Rechtsgefühls – Das Ideal – Die höchste Ausbildung des Rechtsgefühls – Die Bedeutung des Jheringschen Geschichtsverständnisses für sein Verständnis vom Rechtsgefühl – Synergieeffekt von subjektiven und objektiven Anteilen des Rechtsgefühls

Ergebnis

Anhang: Rudolf Jherings Gutachten zum Oheim-Fall

Quellen- und Literaturverzeichnis, Stichwortverzeichnis

  • By (author) Josefa Birr