Der Justizgewährleistungsanspruch des Dopingsünders.

By (author) Mirko Widdascheck

Book cover: Der Justizgewährleistungsanspruch des Dopingsünders.

Extent: 383 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: German Studies, Law, Recreation: Leisure, Sports, & Travel

Series: Beiträge zum Sportrecht

Series volume number: 54

Language: German

Paperback (Published)

(October 2018)

ISBN: 9783428156108

6.18 x 9.17 inches

Price: $160.00

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Der Rechtsstreit der Eisschnellläuferin Claudia Pechstein gegen ihre Dopingsperre durch den CAS hat das System der internationalen Sportschiedsgerichtsbarkeit in die Öffentlichkeit gerückt. Mit Blick auf den Schiedszwang werden die rechtsstaatlichen Anforderungen an die Ausgestaltung anhand des allgemeinen Justizgewährleistungsanspruchs geprüft. Die staatliche Gewalt ist aufgerufen, der Schiedsvereinbarung zum CAS die Anerkennung zu verweigern, solange die Anforderungen nicht gewahrt werden.


Der Rechtsstreit der deutschen Eisschnelllauferin Claudia Pechstein gegen ihre Dopingsperre durch den Court Arbitration Sport (CAS) hat das System der internationalen Sportschiedsgerichtsbarkeit in die Offentlichkeit und den Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses geruckt. Entlang des bisher wenig konturierten allgemeinen Justizgewahrleistungsanspruchs werden die Besonderheiten des Sportrechts und die Freiwilligkeit der Schiedsvereinbarung eingehend untersucht. Mit Blick auf den enormen Zwangsdruck im Zeitpunkt der Unterzeichnung sind die Anforderungen an die Unabhangigkeit des CAS, die Ausgestaltung der Verfahrensordnung und die Rechtsmittel besonders hoch anzusetzen; diesen Anforderungen wird die Sportschiedsgerichtsbarkeit derzeit nicht gerecht. Neben der Unfreiwilligkeit des Grundrechtsausubungsverzichts folgt daraus auch ein Schutzpflichtverstoa bei Anerkennung der Schiedsvereinbarung. Die staatliche Gewalt ist aufgerufen, der Schiedsvereinbarung zum CAS die Anerkennung zu verweigern, solange die Anforderungen nicht gewahrt werden.

§ 1 Einführung

Problemaufriss: der Fall Pechstein – Wissenschaftliche Fragestellung – Stand der Forschung – Ziele der Untersuchung und Gang der Darstellung

§ 2 Die Gerichtsbarkeit bei »Doping« im Sport – Grundlagen

Die Dopingprävalenz im Sport – Der Kampf gegen Doping – Der sportrechtliche Sanktionsmechanismus – Ergebnis zu § 2: Andauernder Anti-Doping-Kampf und eigenständige Ausgestaltung durch die Sportwelt

§ 3 Die Sportschiedsgerichtsbarkeit und der verfassungsfundierte Justizgewährleistungsanspruch des Dopingsünders

Herleitung und Konturierung der Justizgewährleistungsrechte – Die Schiedsvereinbarung als partieller Verzicht auf die Ausübung des allgemeinen Justizgewährleistungsanspruchs – Die Freiwilligkeit des Verzichts auf die Ausübung des allgemeinen Justizgewährleistungsanspruchs – Ergebnis zu § 3: Unwirksamer Grundrechtsausübungsverzicht aufgrund fehlender Freiwilligkeit

§ 4 Die Schutzpflichten des Staates bei fehlender Freiwilligkeit des Verzichts

Die Schutzpflichten des Staates zugunsten der fremdbestimmten Sportler – Rechtstatsächliche Bestandsaufnahme des staatlichen Schutzes im Rahmen der Unterzeichnung der Schiedsvereinbarung – Lösungsmöglichkeit: Entwicklung einer verfassungsgemäßen Gerichtsbarkeit im Sport – Ergebnis zu § 4: Notwendige Weiterentwicklung der Sportschiedsgerichtsbarkeit

§ 5 Ergebnisse der Untersuchung in Thesenform

Anhang: Die Statuten und die Verfahrensordnung des CAS

Literatur- und Sachverzeichnis

  • By (author) Mirko Widdascheck

»Trotz der Entwicklung der Rechtsprechung nach Veröffentlichung der Arbeit büßt diese nicht an Aktualität und Relevanz ein. Die provokativen Thesen sind eine Anregung, über die Fortentwicklung der Sport(schieds-)gerichtsbarkeit im Gespräch zu bleiben. Dazu leistet der Verfasser einen
wichtigen und gelungenen Beitrag.« Marleen Krueger, in: Zeitschrift für Schiedsverfahren, 5/2019
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