Der lukrative Schuldvertrag.

Eine historisch-institutionelle Dekonstruktion seiner Physiognomie.

By (author) Manuel Gonzalo Casas

Book cover: Der lukrative Schuldvertrag.

Extent: 321 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: German Studies, Law

Series: Schriften zum Bürgerlichen Recht

Series volume number: 521

Language: German

Paperback (Published)

(January 2021)

ISBN: 9783428180110

6.18 x 9.17 inches

Price: $145.00

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Heute nimmt der gesunde Menschenverstand zwar an, dass eine Vereinbarung ein Vertrag ist und der Mensch eine natürliche Neigung zum lukrativen Austausch hat. Auf dieser Prämisse basiert auch der umstrittene globale Finanzmarkt. Diese Arbeit zeigt jedoch anhand einer interdisziplinären Analyse, dass ohne einen institutionellen Rahmen weder Vereinbarungen verpflichten, noch der lukrative Austausch notwendigerweise als wirtschaftliches und soziales Verhaltensmuster eingeführt worden wäre.


Zwei Menschen, unterschiedlicher Herkunft, begegnen sich zum ersten Mal in einer Wuste, fernab jeder Siedlung. Sie sind sich kulturell fremd. Einer hat Dorrfleisch dabei und ist durstig. Der andere ist hungrig und tragt Wassermelonen. Was wurden sie tun? Wurden sie einen Tauschvertrag abschlieaen? Intuitiv bejaht man dies. Das lehrt der gesunde Menschenverstand: Eine Vereinbarung sei ein Vertrag, der Mensch habe eine naturliche Neigung zum lukrativen Austausch und der Staat sei nur eine Stutze des Marktes. Auf dieser Pramisse ist der umstrittene globale Finanzmarkt aufgebaut. Diese Arbeit zeigt im Gegenteil – anhand einer historischen, philosophischen, wirtschaftlichen und anthropologischen Analyse – auf, dass der Staat keine reine Hilfsfunktion hat, sondern ein struktureller Bestandteil des gegenseitigen Schuldvertrags ist: Ohne einen institutionellen Rahmen waren Vereinbarungen nicht bindend und der lukrative Austausch ware nicht notwendigerweise als Verhaltensmaxime eingefuhrt worden.

Einleitung
Problemstellung – Meinungsstand – These – Gang der Untersuchung – Themeneingrenzung
1. Der Vertrag auf dem globalen Finanzmarkt – Seine Verzerrung
Der Wettbewerb der Rechtsprodukte – Die Fragmentierung der Gerechtigkeit – Ursprung der globalen Dysfunktionalität der Vertragsstruktur: Der Marktpopulismus – Ergebnisse
2. Geschichte der Liberalisierung des gegebenen Wortes: Das Prinzip pacta sunt servanda
Römisches Recht – Das Recht des Mittelalters – Kanonisches Recht – Schule des Naturrechts: Die einfache Vereinbarung bindet – Die Kodifizierung in Deutschland: Die Gleichstellung der Willenseinigung mit dem obligatorischen und realen Vertrag – Ergebnisse
3. Der Ursprung der Bindungskraft der lukrativen Schuldvereinbarung
Ethisches Postulat des Vertrages: Der Mensch mit Willensfreiheit – Das wirtschaftliche Postulat des Vertrages: Der homo oeconomicus – Von den ethisch-ökonomischen Postulaten zum Recht: Ist der lukrative Schuldvertrag ein vorstaatliches Phänomen? – Die notwendige Institutionalisierung des lukrativen Schuldvertrages – Das Überleben des Form- und Typenzwangs – Ergebnisse
Schlussbetrachtungen: Zurück zu »der globalen Finanzwüste«
Literatur-, Personen- und Sachwortverzeichnis

Manuel Gonzalo Casas studied Law at the National University of Tucumán (Argentina), and eventually became an Attorney in Argentina. Master of Law at the Albert-Ludwigs-University of Freiburg im Breisgau (2014). Assistant Professor at the Chair of Contract Law at the National University of Tucumán, Prof. Ernesto Wayar (2012-2016). Doctorate studies at the University of Heidelberg (2020) and doctorate scholarship at the chair of Prof. Dr. Marc-Philippe Weller. Currently post-doctorate student at the University »Mediterranea« of Reggio Calabria (Italy) and Associate Professor at the Chair of the Law of Obligations at the University of San Pablo-Tucumán, Argentina.

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