Die nicht-dramatischen Dichtungen des Hans Sachs
Grundlagen, Texttypen, Interpretationen
By (author) Johannes Rettelbach
Hardback (Published)
(October 2019)
ISBN: 9783954903474
6.69 x 9.49 inches
Price: $132.00
In stock
English summary: Hans Sachs (14941576) is the most powerful German-language author of the 16th century with a body of work comprising more than 6200 songs. In recent decades, research on his rhyme and song poetry has been limited to individual studies and shorter summaries. At first, this volume presents the poetological foundations of his work. Sachs’ own highly developed awareness of forms, genres, and themes sets the starting point for a presentation of his poetry according to text types in their sources, processing patterns, and in their direction in Nuremberg, which was becoming Protestant, and Germany. The different medial realizations in writing, picture and imagery, reading and singing give a diversified face to the texts from ancient, biblical and medieval tradition, which are made accessible here in an overview and by examples. German description: Hans Sachs (1494-1576) ist der wirkmachtigste deutschsprachige Autor des 16. Jahrhunderts mit einem mehr als 6200 Texten umfassenden Werk. Geboren als Handwerkersohn in Nurnberg, wuchs er fruh in die Traditionen typischer stadtischer Literaturformen hinein: Meistergesang, Reimpaarspruch, Fastnachtsspiel. Nach dem Abschluss seiner Gesellenwanderung uberraschte den jungen Schuhmachermeister die lutherische Reformation. Der Einsatz fur diese bestimmte von 1523 an sein Schaffen entscheidend mit.Die Forschungen uber seine Reimspruch- und Lieddichtung beschrankten sich in den letzten Jahrzehnten auf Einzeluntersuchungen und kurzere Zusammenfassungen. Dieser Band versucht erstmals einen ausfuhrlichen Uberblick. Er beschaftigt sich nach einer biographischen Skizze zunachst mit den philologischen Voraussetzungen und poetologischen Grundlagen der Dichtung von Sachs, die hier in weiten Teilen erstmals dargestellt werden; dies gilt auch fur die musikalische Seite seiner Meistertone. Danach richtet sich der Blick auf die polemische Unterstutzung der Reformation, die das Schaffen Sachs’ bis 1527 pragt. Die vier Prosadialoge dieser Zeit setzen einen ersten Hohepunkt seines Dichtens. Ab 1526 bedient Sachs in immer rascherer Folge den Flugschriftenmarkt mit grossformatigen Einblattdrucken und kleinformatigen Flugschriften, deren Titelbilder von bekannten Holzschneidern die Neugier der Kaufer wecken. Allegorien und religiose Themen werden nach und nach erganzt durch Darstellung antiker Historie, durch Philosophie und Naturwissenschaften, durch Fabeln und Schwanke, alles in vierhebigen Reimpaarversen. Schwanke verschmelzen durch vereinheitlichende Tendenzen aus unterschiedlichen alteren Ansatzen zu einer neuen Gattung. In Schwanken sowie Allegorien begegnet ein Erzahler-Ich, das beobachtend oder agierend in wunderlichen Wandlungen oft der Person des Autors ahnelt. Dies alles beschreibt das Buch ubergreifend, und legt dabei besonderen Wert auf Auswahl und Darbietung der Stoffe, daneben auch auf der Auswertung der vorhandenen moralischen Exegesen und Epimythien,.In den Meisterliedern ab 1526, die sich von der vorreformatorischen Gestalt abwenden, lasst sich eine klare Abhangigkeit von der Funktion des geistlichen Hauptsingens der Meistersinger erkennen, bei dem die exakte Bibelversifikation im Sinn der Reformation vorgegeben war. Infolge der funktionalen Einbindung ist dieser Texttyp mit etwa 2000 Vertretern der umfangreichste in Sachs’ Schaffen. Allegorische Interpretation der alttestamentlichen Geschichtsbucher und prolutherische Exegesen sind besonders berucksichtigt. Dazu kommt eine mit den Jahren anwachsende Zahl von schliesslich 2200 weltlichen Meisterliedern, nicht nur Schwanke und einige Fabeln, sondern ebenfalls Erzahlungen – hier verstarkt antike Mythologie – und Historisches. Dem Zechsingen verdanken sich die weltlichen Meisterlieder wohl nicht ausschliesslich, denn die Texte, die zu drucken verbotenen waren, wurden von Sachs als handschriftliche Einzeltexte und sogar ganze Bande ebenfalls verkauft. Die Produktion der Spruchgedichte steuert seit Anfang der Funfzigerjahre auf die Herausgabe der gedruckten funfbandigen Folioausgabe (1558-1579) zu. Sachs verstarkte neben seiner Dramen- und Fastnachtsspielproduktion hierfur vor allem auch das Dichten von bibelversifizierenden Spruchgedichten, so dass sich Meisterlied und Spruchgedicht in vielen inhaltlichen Typen immer ahnlicher wurden, wenn auch mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Diese Annaherung bestimmt die Gliederung der Untersuchung mit.
Dr. Johannes Rettelbach<br/>geboren 28. März 1945<br/>Staatsexamen Deutsch, Geschichte, Geographie 1973 Erlangen <br/>Referendarzeit und Tätigkeit als Studienrat im Schuldienst Würzburg / Dinkelsbühl 1971 bis 1974<br/>Mitarbeiter am DFG-Projekt ‚Repertorium der Sangspruchdichtung‘ Erlangen / Würzburg 1974–1989<br/>Promotion 1989 Würzburg<br/>Akademischer Rat Würzburg 1989–2012 <br/>Gastdozenturen in Tokio und Baku<br/>
- By (author) Johannes Rettelbach
„Dem umfangreichen CEuvre des Vielschreibers Flans Sachs beizukommen bleibt eine fortwährende Forschungsaufgabe. (...) Obschon die Materie speziell ist, wendet sich das Buch an ein breites Publikum. Wertvoll sind auch die zahlreichen Textabdrucke, denn Rettelbach ediert auch solche Texte, die bisher gar nicht oder nur abseitig greifbar sind.<br/>Die Untersuchungen zeigen einmal mehr, dass Hans Sachs nicht nur quantitâtiv viel schuf, sondern sein Werk auch als vielseitig bezeichnet werden muss und ihm mit einem einzigen Konzept kaum beizukommen ist. Besonders spannend ist das dort, wo der Autor zeigen kann, dass nicht bloß von der Form auszugehen ist, sondern Sachs geschickt den Stoff anlassgemäß anzueignen wusste. Wie kaum ein anderer seiner Zeit ist es ihm gelungen, seine unterschiedlichen Quellen soweit herunterzubrechen, dass das Wesentliche erkennbar bleibt, dem Stoff dabei jeweils ein eigener Akzent verpasst wird.<br/>So ist die Konzentration der Forschung auf die Spieltexte mit der nunmehr vorgelegten Monographie zu hinterfragen.“<br/><br/>Von Natbanael Bøsch<br/>In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg 108 (2021), Buchbesprechungen, S. 469-470
—
Other Titles in this Series
Würzburg, der Große Löwenhof und die deutsche Literatur des Spätmittelalters
Tagung vom 9. bis 12. Oktober 2002
Gewaltstrategien: Codierung und Inszenierung von Gewalt im vorreformatorischen Nürnberger Fastnachtspiel
Verhinderte Ritter in der deutschen Literatur des Mittelalters
Scheitern und Gelingen fiktionaler Identitätskonstruktionen
»Der landsfrid ist zerbrochen«
Das Bild des Krieges in den politischen Ereignisdichtungen des 13. bis 16. Jahrhunderts
Franz Helm und sein »Buch von den probierten Künsten«
Ein handschriftlich verbreitetes Büchsenmeisterbuch in der Zeit des frühen Buchdrucks
Die „Habichtslehren“ des deutschen Spätmittelalters
Eine Quellenstudie zu Sprache, Herkunft und Kulturgeschichte
Der »ritterschaft in eren«
Das Bild des Krieges in den historiographischen Schriften niederadliger Autoren des 15. und frühen 16. Jahrhunderts
Mittelalter-Renaissance auf der Bühne
Wiederaufleben des mittelalterlichen Dramas und Theaters in der Neuzeit
Der Mönch von Salzburg und das lateinische Lied
Die geistlichen Lieder in stolligen Strophen und das einstimmige gottesdienstliche Lied im späten Mittelalter
Die Illustrationen im Admonter Nonnenbrevier von 1180
Marienkrönung und Nonnenfrömmigkeit. Die Rolle der Brevierillustration in der Entwicklung von Bildthemen im 12. Jahrhundert
Der Kurzroman in den spätmittelalterlichen Sammelhandschriften Europas
Pan-European Romances in Medieval Compilation Manuscripts
Similar Books
«Solazoxa festa, stradolze e stracomplia»
Festschrift für Raymund Wilhelm zum 65. Geburtstag mit Beiträgen zu Diskurstraditionen und mittelalterlicher Philologie
Volume 249
A Collaborative Tapestry in Honour of Shirley Ann Brown / Une fresque brodée en l’honneur de Shirley Ann Brown
The Bayeux Tapestry Seen by her Colleagues and Friends / La Tapisserie de Bayeux vue par ses collègues et amis
Balthasar Caymox of Nuremberg
Early Modern German Print Publishers: Popular Prints of the Seventeenth Century
Behind the Scenes of Medieval Roofs
An Overview of the Roofing Systems of Italian Churches
Volume 90
Cahiers de recherches médiévales et humanistes – Journal of Medieval and Humanistic Studies
Volume 51
Constitutional Conflict as Judicial Civil Disobedience and Conscientious Objection
Reconceptualising National Constitutional Court Rulings in the European Union Legal Space
Formulary apportionment in international tax law
An allocation method for the age of globalization and digitalization
Volume 210
Hofmann oder Vorkämpfer der „philosophes“?
Deutsche Voltaire-Bildnisse und -Imaginationen im Zeitalter der Aufklärung
Innovation and Medieval Communities
The Circulation of Ideas and Practices in and out of the Town (1200-1500)
Volume 63
John Dunstaple Reading Boethius
John Dunstaple’s Annotations to Boethius’s “De institutione musica” in the Manuscript Oxford, Corpus Christi College Library, MS 118
Legal Unification through Case Law?
Supreme Courts and the Emergence of Uniform Law in the Modern Era
Volume 242
Medieval Debates on Foreknowledge: Future Contingents, Prophecy, and Divination
Acts of the XXVII Annual Colloquium of the SIEPM, Trento 12-15 September 2023
Volume 31
Medieval Yeghegis, Armenia
History, Archaeology, Society. Local Multiplicities and Global Connections of a Rural Centre on the Silk Road(s)
Nicholas of Lyra’s Commentaries on the Gospels of Matthew and Luke
Franciscan Exegesis in a Time of Crisis
