Musiktherapeutische Ansätze in der Suchttherapie

29. Musiktherapie-Tagung am Freien Musikzentrum München e. V. (6.–7. März 2021)

Edited by Christian Galle-Hellwig Edited by Monika Baumann

Book cover: Musiktherapeutische Ansätze in der Suchttherapie

(Paperback) (Published)

(July 2021)

ISBN: 9783752005820

Price: $27.00

On back order

(PDF) (Published)

(July 2021)

ISBN: 9783752000443

Price: $23.00

This volume is dedicated to a subject that has received little attention to date: music therapy in the treatment of addiction. It sheds light on different music therapy approaches in the treatment of addicts and highlights the relevant theoretical backgrounds. The spectrum of approaches ranges from integrative therapy, attachment theory and self-regulation concepts, to in-depth psychological/ psychodynamic views, to regulative music therapy according to Schwabe, and morphological music therapy. Based on different theories, music therapy methods and interventions are described and illustrated by case vignettes. In this way, music therapy practice in the treatment of addiction is theoretically grounded and described in an understandable way.


Dieser Tagungsband widmet sich einem in der Musiktherapie bisher wenig beschriebenen Arbeitsfeld: der Arbeit mit Suchtkranken. Verschiedene Autoren beschreiben ihre musiktherapeutischen Ansatze in verschiedenen Behandlungssettings. Zunachst stellt Barbel Wurdinger ihre Form der kreativtherapeutischen Identitatsarbeit dar: im systemisch-kunstlerischen Umgang mit den Funf Saulen der Identitat von Petzold gelingt es ihr, Suchtkranke im ambulanten Setting zu verstehen und die Motivation zur Veranderung voranzutreiben. Martina Leipoldt-Doring fokussiert in der stationaren Gruppenarbeit mit LangzeitpatientInnen mit Hilfe der Regulativen Musiktherapie nach Schwabe auf verschieden Wahrnehmungsebenen. Beim Musikhoren werden durch das Ansprechen emotionaler Prozesse innere Widerstande und daraus resultierende Abwehr aktiviert, denen die Autorin in ihren Betrachtungen Spiel-Raum gibt. Diese gilt es schliesslich zu uberwinden, um neue Formen der Selbstbegegnung zu ermoglichen. Harald Neuderts Blickwinkel richtet sich auf die Regulation von innererAnspannung und die Handlungsfahigkeit in emotionalen Stresssituationen. Er verdeutlicht, wie durch inadaquate Bindungserfahrungen und/oder massive Uberforderung in der Selbstregulation von fruhester Kindheit an Defizite in dieser Hinsicht entstanden sind. Wie die Musiktherapie dabei helfen kann, den Selbstheilungsversuchs mittels Suchtmitteleinsatzes durch Schaffung von Selbstregulationskompetenzen zu uberwinden, ist Thema seines Artikels. Im Artikel von Holger Selig liegt der Schwerpunkt auf der Beziehungsdynamik innerhalb der Musiktherapie mit Suchtkranken. Welche Rolle spielt hierbei die Musik, welche die Droge im Zusammenspiel der therapeutischen Beziehungskrafte? Vor dem Hintergrund funf psychodynamischer Aspekte der Sucht arbeitet er die musiktherapeutischen Spezifika in der Behandlung heraus. Rahel Jansen versucht mit ihrem Ansatz der morphologischen Musiktherapie der speziellen Ruckfalldynamik und den daraus resultierenden Therapieabbruchen von Suchtklienten zu begegnen. Mithilfe von Rekonstruktion und Beschreibung der gemeinsamen freien Improvisationen mochte sie Kontinuitat bieten und damit missgluckten Bindungserfahrungen heilsam entgegen wirken. So wird in diesem Band auf Basis verschiedener Hintergrundtheorien die musiktherapeutische Praxis der Autoren im Bereich der Suchttherapie beleuchtet. Es werden spezifische Methoden beschrieben und durch Fallvignetten lebendig gemacht. Damit wird ein bisher wenig beachtetes Fachgebiet ins Zentrum der Aufmerksamkeit geruckt und in der musiktherapeutischen Fachliteratur eine Lucke geschlossen.

  • Edited by Christian Galle-Hellwig
  • Edited by Monika Baumann