Hemmschwellen im Strafrecht.

Eine übergreifende Untersuchung der Hemmschwellen bei Sexualdelikten und Totschlag.

By (author) Jenny Lederer

Book cover: Hemmschwellen im Strafrecht.

Extent: 432 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: Law

Series: Schriften zum Strafrecht

Series volume number: 227

Language: German

Paperback (Published)

(November 2011)

ISBN: 9783428136896

6.18 x 9.17 inches

Price: $127.00

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Titelgebend untersucht die Autorin in dieser Arbeit die bisher wenig berücksichtigten Hemmschwellen, die zur Begehung von Sexualstraftaten zu überwinden sind, und – in einem Exkurs – die bekanntere Tötungshemmschwelle. Die Untersuchung ist jeweils interdisziplinär angelegt und umfasst u. a. neurobiologische, anthropologische, psychiatrische Erkenntnisse. Die Autorin geht von einer bei beiden Deliktbereichen vorliegenden Hemmschwelle des Menschen aus, die auch in foro Berücksichtigung finden muss.


Bei dem Titel dieser Arbeit dürfte vielen Lesern die so genannte “Hemmschwellentheorie” in den Sinn kommen; die Tötungshemmschwelle stellt indes nur den gedanklichen Ausgangspunkt für die Untersuchung dar, wenn die Autorin auch in einem übergreifenden Exkurs auf sie und das vom BGH entwickelte Hemmschwellenargument eingeht: Die vermehrt vorgebrachte Kritik hieran hält die Autorin für nicht überzeugend, sondern vertritt die Ansicht, dass angesichts einer grds. existierenden Tötungshemmschwelle diese auch normativ berücksichtigt werden muss.

Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Frage, ob eine Hemmschwelle auch bei Sexualstraftaten existiert. Unter Zugrundelegung u. a. anthropologischer, neurobiologischer, psychiatrischer Argumente bejaht die Autorin diese Frage.

Darüber hinaus stellt sie pharmakologische Behandlungsmöglichkeiten von Sexualstraftätern vor, die zwar zu einer Wiederherstellung der Hemmschwelle führen können, jedoch auch mit erheblichen Risiken verbunden sind.

Schließlich legt die Autorin in einer Übersicht dar, wie die Rechtsprechung bereits Hemmschwellen bei Sexualstraftaten in Ansatz bringt und wie diese stärker berücksichtigt werden müssten. Dies erfolgt anhand einer von der Autorin vorgenommenen Kategorisierung (Serientaten, Ambivalenz, Beziehungstat, Diametralität), die exemplarisch an verschiedenen BGH-Urteilen und den zugrunde liegenden erstinstanzlichen Urteilen veranschaulicht wird.

  • By (author) Jenny Lederer

»Insgesamt ist festzuhalten, dass Jenny Lederer eine überaus lesenswerte Untersuchung vorgelegt hat, die insbesondere durch den wertvollen interdisziplinären Ansatz besticht. Zu den ebenfalls besonders hervorzuhebenden Vorzügen der Arbeit gehört die umfassende Auswertung von nationaler wie internationaler Literatur. Die Arbeit wird die Diskussion um die Berücksichtigung von Hemmschwellen bei verschiedenen Straftaten bereichern und kann zur Lektüre nachdrücklich empfohlen werden.« Prof. Dr. Andreas Peilert, in: Archiv für Kriminologie, Bd. 230, Heft 1-2/2012