Die weltliche Gerichtsverfassung in der Oberlausitz bis 1834.
By (author) Hermann Frhr. von Salza und Lichtenau
Paperback (Published)
(May 2013)
ISBN: 9783428137084
6.18 x 9.17 inches
Price: $189.00
Out of stock
Der Verfasser setzte sich das Ziel, anhand spezifisch gerichtsverfassungsrechtlicher Betrachtungen allgemeine Strukturen und Entwicklungen der vormodernen Oberlausitzer Verfassung aufzudecken. Die Oberlausitz stand stets im Spannungsfeld zwischen landständischer Freiheit und fürstlicher Macht. Noch am Vorabend des modernen Zeitalters war das Land »von unten«, mithin »dezentral« geprägt. Welche Rolle spielten der Adel beziehungsweise die einflussreichen Oberlausitzer Sechsstädte gerade im Konflikt miteinander bei Betrachtung der Gerichte, denen diese Gruppen unterworfen waren? Galt dies auch mit Blick auf die Bauern, deren Verhältnis zum Adel und zum Landesherrn beziehungsweise im Spannungsfeld zwischen bürgerlichen Eliten und städtischen Unterschichten angesichts der hier jeweils maßgeblichen Gerichte? Dem Verfasser eröffnet sich anhand der Betrachtung der – sich wandelnden! – Strukturen der Gerichtsverfassung in der Oberlausitz auf Grundlage genossenschaftlicher Theorien ein tiefer Einblick in die spannungsgeladene mittelalterliche und frühneuzeitliche Oberlausitzer Alltagswelt.
Die Arbeit beinhaltet nicht nur eine Darstellung der Zuständigkeit und Organisation sämtlicher Gerichte in der Oberlausitz von markmeißnischen Verfassungsverhältnissen im 10. Jahrhundert bis zum Aufhören des Oberlausitzer Territorialrechts in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der Autor setzte sich darüber hinaus das Ziel, mit einer spezifisch gerichtsverfassungsrechtlichen Betrachtung allgemeine Strukturen und Entwicklungen der vormodernen Oberlausitzer Verfassung aufzudecken. Bis in die Frühe Neuzeit Teil des böhmischen Länderverbandes, ist die Oberlausitz in den Kontext ostmitteleuropäischer Geschichtslandschaften einzuordnen, mit dem für diese charakteristischen Spannungsfeld zwischen landständischer Freiheit und fürstlicher Macht. Gerade wegen des ständigen Wechsels seiner Landesherren, vor allem auch mit Blick auf seinen Übergang an die sächsischen Kurfürsten im 17. Jahrhundert, war dieses Land noch am Vorabend der Moderne weniger »von der Herrschaft her« als vielmehr »von unten«, mithin »dezentral« geprägt, was vor allem in den Gerichtsverfassungsstrukturen zu Tage tritt. Welche Rolle spielten der Adel beziehungsweise die einflussreichen Oberlausitzer Sechsstädte – gerade im Konflikt miteinander – bei Betrachtung der für sie zuständigen Gerichte? Galt dies auch mit Blick auf die nicht in den Landständen verfassten Gesellschaftsgruppen wie etwa die Bauern, deren Verhältnis zum Adel und zum Landesherrn, beziehungsweise im Spannungsfeld zwischen bürgerlichen Eliten der landesherrlichen Städte und städtischen Unterschichten angesichts der hier jeweils maßgeblichen Gerichte? Dem Autor eröffnet sich bei der Erforschung der – sich wandelnden! – Strukturen der Gerichtsverfassung in der Oberlausitz auf Grundlage genossenschaftlicher Theorien ein tiefer Einblick in die spannungsgeladene mittelalterliche und frühneuzeitliche Oberlausitzer Alltagswelt.
A. Einführung
Ziel und Ausgangspunkt der Untersuchung – Begriff Gerichtsverfassung – Untersuchungsgebiet – Untersuchungszeitraum, Rechtsquellen
B. Gerichtsverfassung zur Zeit der Markenverfassung
Markgrafengericht – Immunität des Hochstifts Meißen – Krongut – Adel
C. Landesherrliche Gerichte
»Placitum provinciale« / Landding – Burggrafengericht zu Budißin – Vogtdinge / Landgerichte zu Budißin, Görlitz, Lauban, Zittau – Gericht von Land und Städten / Oberamtsregierung – Ämter – Hofgerichte – Landgerichte (1548) – Ritterrecht – Dingstuhl zu Göda – Königlich Sächsisches Gerichtsamt zu Budißin
D. Grundherrschaften
Grundherrliche Gerichte – Dorfgerichte/Gerichte in den grundherrlichen Städten
E. Deditz-/Zeidlergerichte
F. Landesherrliche Städte
Erb-/Stadtgerichte in den landesherrlichen Städten – Oberlausitzer Femgericht
G. Rechtszug und Appellation
H. Gesamtergebnis
Quellenverzeichnis
Gedruckte Quellen – Ungedruckte Quellen
Literatur- und Stichwortverzeichnis
- By (author) Hermann Frhr. von Salza und Lichtenau
»Alles in allem eine sehr verdienstvolle, auf den Quellen basierende Studie, die vorbildlich für die weitere Erforschung der territorialen Gerichtsverfassung nicht nur in Ost- und Norddeutschland sein wird.« Dr. Dieter Pötschke, in: Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands, Band 61, Heft 1/2016
»Insgesamt stellt das Werk eine hervorragende, sehr gut gearbeitete Analyse der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Gerichtsverfassung in einem wichtigen Territorium des Alten Reiches dar. [...] Dem Verfasser ist es durch eine akribische Arbeitsweise und die Zugrundelegung nahezu aller in Frage kommenden gedruckten und ungedruckten Quellen gelungen, ein eindrucksvolles wie minutiöses Bild von den Gerichtsstrukturen der Oberlausitz nachzuzeichnen. Das Buch wird allen von Nutzen sein, die sich mit der Gerichtsverfassung im Mittelalter und in der frühen Neuzeit in Zukunft beschäftigen werden.« Heiner Lück, in: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, Germanistische Abteilung, 132/2015
»Hermann Freiherr von Salza und Lichtenau (1978 – 2013) hatte sich mit seiner Dissertation nichts weniger vorgenommen, als fast 800 Jahre Verfassungsgeschichte der Oberlausitz mit besonderem Fokus auf die weltliche Gerichtsverfassung zu untersuchen. Das daraus entstandene und hier posthum zu besprechende Buch kann, trotz der Zwänge, denen eine Dissertationspublikation in Struktur und Darstellungsweise unterliegt, mit Fug und Recht als Handbuch zur oberlausitzischen Verfassungsgeschichte bezeichnet werden. [...] Für sich genommen sind die einzelnen Kapitel und Unterkapitel immer verständlich und nachvollziehbar, die Darstellung wird auf eine breite Literatur- und Quellenbasis gestellt, sodass für weitere Forschungen eine hervorragende Grundlage gelegt wird.« Christian Speer, in: sehepunkte 15 (2015), Nr. 7/8
»Insgesamt gesehen ist dieses Buch eine Publikation, die aus rechtshistorischer und regionaler Sicht Hochachtung verdient und daher in keinem Oberlausitzer Bücherschrank und darüber hinaus fehlen sollte.« Tino Fröde, in: Oberlausitzer Heimatblätter, 39/2013
»Mit seiner gelungenen Untersuchung hat der Verfasser einen wichtigen Baustein für umfassendere Studien zur Geschichte der Gerichtsbarkeit geschaffen, dessen Vorbild zusätzliche weitere Untersuchungen folgen könnten und sollten.« Prof. Dr. Gerhard Köbler, in: Zeitschrift integrativer europäischer Rechtsgeschichte, Bd. 3/2013, Nr. 7
—
Other Titles in this Series
Erich Molitor – Mitbegründer der neueren Arbeitsrechtswissenschaft.
Arbeitsverhältnis und Arbeitsvertrag zu Zeiten der Weimarer Verfassung und des Dritten Reichs.
Volume 156
Der Einfluss des französischen Rechts auf die Entwicklung der Handelsgerichtsbarkeit in Deutschland im 19. Jahrhundert.
Volume 193
Wucher und Staat.
Die Theorie des Zinswuchers im Deutschland des 18. und 19. Jahrhunderts.
Volume 144
Der Rechtserwerb hinsichtlich eigener Sachen.
Rei suae sive de re sua contractum consistere non potest.
Volume 83
Kommunale Leistungsverwaltung im 19. Jahrhundert.
Frankfurt am Main unter Mumm von Schwarzenstein 1868 bis 1880.
Volume 65
Zur Arbeitsverfassung des Spätmittelalters.
Eine Darstellung mittelalterlichen Arbeitsrechts aus der Zeit nach der großen Pest.
Volume 32
Ein unbekanntes Rechtsgutachten von Felinus Sandeus über die Auslegung des Testaments des Juristen Johannes de Lignano.
(Biblioteca Apostolica Vaticana, MS Vat. lat. 14094, fol. 88r–95v)
Volume 173
Die Konzessionsverträge der Stadt Lüdenscheid über leitungsgebundene Versorgungsgüter und die Entwicklung der städtischen Versorgungsbetriebe zwischen 1856 und 1945.
Zugleich ein Beitrag über den Ausbau der kommunalen Leistungsverwaltung in Preußen.
Volume 119
Die historische Entwicklung der Eheverbote wegen Verwandtschaft und Schwägerschaft vom Reichspersonenstandsgesetz bis zum Eheschließungsrechtsgesetz (1875 bis 1998).
Volume 210
Die Gerichtspraxis der altständischen Gesellschaft im Zeitalter des “Absolutismus”.
Die Gutachtertätigkeit der Helmstedter Juristenfakultät für die brandenburgisch-preußischen Territorien 1675 - 1710.
Volume 44
Argumenta Iuventiana – Argumenta Salviana.
Entscheidungsbegründungen bei Celsus und Julian.
Volume 157
Small Claims und effektiver Rechtsschutz.
Eine rechtshistorische und rechtsvergleichende Untersuchung zur zivilgerichtlichen Behandlung von Bagatellstreitigkeiten in Deutschland und Südafrika von 1500 bis 2000.
Volume 104
Das “Archiv Rechtsaltertümer in der deutschen Landschaft”.
Ein Sammlungsprojekt der SS 1937–1942.
Volume 194
Die Idee der postmortalen Persönlichkeit im römischen Testamentsrecht.
Zur gesellschaftlichen und rechtlichen Bedeutung einzelner Testamentsklauseln.
Volume 55
Die Decreta Tassilonis.
Regelungsgehalt, Verhältnis zur Lex Baiuvariorum und politische Implikationen.
Volume 145
Similar Books
Legal Pluralism and the Tajik Experience of Xinjiang
Between Custom and the Chinese State: An Ethnographic Perspective
Liturgia semper reformanda
Adaptations and accommodations in the liturgy in light of canon 838 of the Code of Canon Law
Credit Default Swap-Aktivismus
Eine ökonomische Analyse und rechtliche Bewertung der Einflussnahme von Credit Default Swap-Investoren auf Unternehmen
Die Konjunkturkomponente des Grundgesetzes
Die konjunkturbedingte Kreditaufnahme im System der Kreditermächtigungen, europarechtlichen und gesamtwirtschaftlichen Verpflichtungen der Finanzverfassung
Indirekte Enteignung
Verfassungsunmittelbar gebotene Entschädigungspflicht im Spiegel des Mehrebenensystems
Kollektivismus und Individualismus im Aktienrecht
Zum Einfluss aktienrechtlicher Paradigmen auf die Rechtsentwicklung in Deutschland und den USA
Künstlervertragsmodelle in der Musikwirtschaft
Rechtliche Grenzen der künstlerbezogenen Nebenrechteverwertung im Erlös-, Vermittlungs-, Options- und Leistungsmodell
Mehrdimensionale Diskriminierungen
Rechtliche Erfassung von Intersektionalität und Benachteiligungsstrukturen am Beispiel von Art. 3 Abs. 3 GG
Rechtssubjektivität für Künstliche Intelligenz
Eine Untersuchung von Zuerkennungsgründen für die "ePerson"
Schadensrecht im Wandel
A Turning Point for Punitive Damages? / Zeitenwende beim Strafschadensersatz? Volume II
Strukturierter Parteivortrag im digital geführten Zivilprozess
Richterliche Verfahrensleitung und Sanktionierung parteiseitigen Fehlverhaltens
Zeugnisverweigerungsrechte in modernen Familienformen
Zur Notwendigkeit einer Erweiterung der Zeugnisverweigerungsrechte für Angehörige gemäß § 52 Abs. 1 StPO im Licht des Art. 6 Abs. 1 GG
Circumvention of Law in Polish Private Law
A Comparative Analysis from Polish, German and European Perspectives
How to Ensure Predictability in Legal Pluralism
Merchants and their Interaction in Late Medieval Europe
International Criminal Law – a promising pathway to promoting global environmental protection?
Volume 60
Of People, Land and Bonds
Contributions to Lordship and Administration in North-East Scotland in the Later Middle Ages
Security Discourses
Juridification of international relations in the 19th and early 20th century
Volume 264
