Die Entwicklung der Schwurgerichtsfrage in Kurhessen bis zum Jahre 1851.

By (author) Matthias Braun

Book cover: Die Entwicklung der Schwurgerichtsfrage in Kurhessen bis zum Jahre 1851.

Extent: 433 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: Law

Series: Schriften zur Rechtsgeschichte

Series volume number: 151

Language: German

Paperback (Published)

(May 2011)

ISBN: 9783428134144

6.18 x 9.17 inches

Price: $139.00

Out of stock

Die Gesetzgebung des Revolutionsjahres 1848 brachte auch in Kurhessen die Einführung einer Laienbeteiligung in der Strafrechtspflege. Die Diskussionen um die Einführung von Geschworenengerichten wurden auch im Kurstaate in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in politisch bewegten Zeiten geführt. Juristische, philosophische und staatstheoretische Erwägungen griffen ineinander. Sie standen dabei in unmittelbarem Zusammenhang mit der begehrten Meinungs- und Pressefreiheit. Am Ende verhalfen die politischen Gesichtspunkte entscheidend zum Durchbruch.


In Folge der Revolution von 1848 wurden auch in Kurhessen Geschworenengerichte eingeführt. Die Schwurgerichtsbarkeit sowie die Prinzipien der Öffentlichkeit und Mündlichkeit in der Strafrechtspflege sollten ein rechtsstaatliches Verfahren ermöglichen und die Gefahren des geheimen Inquisitionsprozesses überwinden. Auch in Kurhessen wurde die Schwurgerichtsfrage seit Beginn des 19. Jahrhunderts gerade in politisch aufgeheizten Zeiten heftig diskutiert. Sie stand dabei stets in direktem Zusammenhang mit den liberalen Forderungen nach Meinungs- und Pressefreiheit. Noch vor dem eigentlichen Beginn der Diskussionen in Deutschland hatten die Kurhessen in der westphälischen Zeit von 1807 bis 1813 das französische Geschworenengericht in der Praxis kennen gelernt.

Matthias Braun untersucht die Entwicklung der Schwurgerichtsfrage in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts vor dem Hintergrund der politischen Ereignisse im Kurstaate und den hier besonders ausgeprägten obrigkeitsstaatlichen Beharrungskräften. War in der Strafrechtswissenschaft der Reformbedarf unstreitig, so verhalfen am Ende in erster Linie die politischen Aspekte der Laienbeteiligung im Strafverfahren zum Durchbruch.

  • By (author) Matthias Braun

»Eine sauber und gründlich gearbeitete Dissertation aus der Schule des Marburger Rechtshistorikers Dieter Werkmüller.« Eberhard Grünert, in: Das Historisch-Politische Buch, 1/2014