Die Ägyptenworte im Ezechielbuch

Eine literarhistorische und religionsgeschichtliche Analyse von Ez 29–32

By (author) Meike J. Röhrig

Book cover: Die Ägyptenworte im Ezechielbuch

Extent: 348 pages

Publisher: Mohr Siebeck

Subjects: Ancient Egypt, Biblical Studies, Religious Studies

Series: Forschungen zum Alten Testament

Language: German

Hardback (Published)

(August 2026)

ISBN: 9783162002006

6.1 x 9.13 inches

Price: $224.00

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Meike J. Rohrig examines the oracles concerning Egypt in Ezekiel 29-32 from a literary-historical and religious-historical perspective. She reveals how the image of Egypt that these texts produce develops from that of a chaotic foreign power into an other counterpart to YHWH, which differs from Israel and resembles Israel at the same time.


English summary: Meike J. Rohrig examines the oracles concerning Egypt in Ezekiel 29-32 from a literary-historical and religious-historical perspective. The literary-historical analysis combines text-critical and redaction-critical observations. It results in a redaction-historical reconstruction that ranges from earliest tradita from the 7th-6th centuries to comprehensive scribal additions in the Hellenistic period, thereby taking into account the connections of the seven texts with the surrounding Book of Ezekiel. The religious-historical analysis focuses on potential Egyptian influences in the texts, paying particular attention to sources from Late Period Egypt. It uncovers the authors’ and editors’ increasing familiarity with genuinely Egyptian religious ideas and traditions. In addition to this increased “Egyptization” of the Egypt oracles, another parallel trend can be identified in the later levels of the text: an increasing “Israelization” of Egypt, which is increasingly seen as an other counterpart to YHWH, similar to Israel. From a methodological perspective, the work highlights the great theological potential that still lies in the diachronic analysis of this corpus of oracles, which in the recent past has been examined almost exclusively “synchronically,” and emphasizes the importance of the methodological intertwining of text criticism, redaction criticism, and religious-historical methods. German description: Meike J. Rohrig untersucht die Agyptenworte in Ez 29-32 unter literarhistorischen und religionsgeschichtlichen Gesichtspunkten. Die literarhistorische Analyse verschrankt textkritische und literarkritische Beobachtungen miteinander. Sie resultiert in einem redaktionsgeschichtlichen Modell, das von fruhesten Traditionsstucken aus dem 7.-6. Jahrhundert bis zu massgeblichen Fortschreibungen in der hellenistischen Zeit reicht und bezieht dabei die Einbindung der sieben Texte in das Ezechielbuch mit ein. Die mit der Literarkritik eng verknupfte religionsgeschichtliche Analyse fokussiert vor allem auf agyptische Einflusse im Motivinventar der Agyptenworte und berucksichtigt dabei in besonderer Weise Quellen der agyptischen Spatzeit. Sie kann eine zunehmende Vertrautheit der Verfasser und Redaktoren mit genuin agyptischen religiosen Vorstellungen und Traditionen plausibel machen. Neben dieser verstarkten “Agyptisierung” der Agyptenworte lasst sich auf den jungeren Ebenen des Textes parallel noch eine andere Tendenz ausmachen: die zunehmende “Israelitisierung” Agyptens, das immer mehr als Israel ahnliches, anderes Gegenuber JHWHs in den Blick genommen wird. In methodischer Hinsicht zeigt die Arbeit das grosse theologische Potenzial auf, das nach wie vor in der diachronen Analyse auch dieses Textbereichs liegt, der in der jungeren Vergangenheit fast ausschliesslich “synchron” untersucht wurde, und betont die hohe Bedeutung der methodischen Verschrankung von Textkritik, Literarkritik und motivgeschichtlichen bzw. religionsgeschichtlichen Analyseschritten.

1 Die Ägyptenworte im Ezechielbuch - Einleitung
1.1 Problemanzeige und Ausgangsfrage
1.2 Verortung in der Forschungsgeschichte
1.3 Zum Vorgehen und Aufbau der vorliegenden Studie - zugleich eine Vorbemerkung zur Textkritik
2 Literarkritische und religionsgeschichtliche Analyse von Ez 29-32
2.1 „Synchrone" Annäherung an Ez 29-32
2.2 Ansatzpunkte für die diachrone Analyse
2.3 Die Einleitung zu den Ägyptenworten: Ez 29,1-16
2.4 Ein heimatloses Babelwort: Ez 29,17-21
2.5 Der Tag JHWHs kommt über Ägypten: Ez 30,1-19
2.6 Der zerbrochene Arm des Pharaos und JHWHs Ermächtigung Babels: Ez 30,20-26
2.7 Abgesang auf eine Zeder im Libanon: Ez 31
2.8 Der Drache, der ein Löwe wurde: Ez 32,1-16
2.9 Der letzte Gang des Pharaos: Ez 32,17-32
3 Redaktionsgeschichtliche Synthese der literarkritischen und religionsgeschichtlichen Analyse von Ez 29-32
3.1 Vorbemerkung zur Zusammenführung der literarkritischen und religionsgeschichtlichen Ergebnisse in der Redaktionsgeschichte
3.2 Ägypten als Chaosmacht am Rande des Großreichs: älteste Texte in Ez 29-32
3.3 Der Fall Jerusalems als kritischer Höhepunkt der ägyptisch-israelitischen Beziehungen: Ez 29,17-21 und die Theologie des Datierungssystems
3.4 Der Tag JHWHs kommt auch über Ägypten: Ez 30,1-19 als späte Ergänzung (und redaktionsgeschichtliche Einordnung von 32,11-14)
3.5 Die Einleitung zum Schluss: Ez 29,1-16
3.6 Die Vor- und Nachgeschichte des in Ez 29,1-16 entfalteten Ägyptenbildes
3.7 Späte punktuelle Bearbeitungen und Ergänzungen und die Ausläufer der Redaktionsgeschichte in der Textgeschichte
3.8 Graphische Darstellung der Schichtung
4 Zusammenfassung und Fazit
4.1 Die wesentlichen Ergebnisse der Untersuchung
4.2 Vom Rohrstab zum Krokodilgott - Die Entwicklung des Lokalkolorits
4.3 Von der Chaosmacht zum kleinen Königreich - Die historischen Hintergründe der Aussagen über den Pharao und Ägypten
4.4 Ägypten: Nicht immer das Fremde, aber bleibend das Andere - Ein Theologisches Fazit zu Ez 29-32

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