Der denkende Landwirt

Agrarwissen und Aufklärung in Deutschland 1750−1820

By (author) Verena Lehmbrock

Book cover: Der denkende Landwirt

Extent: 309 pages

Publisher: Böhlau Verlag Köln

Subjects: Earth & Life Sciences , Eighteenth-Century Studies, German Studies

Language: German

Hardback (Published)

(June 2020)

ISBN: 9783412517953

6.3 x 9.25 inches

Price: $74.00

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Das aufklarerische Projekt einer wissenschaftlichen Landwirtschaft war zunachst literarisch: Als wissenschaftlich galt im 18. Jahrhundert vor allem die systematische Aufbereitung vorhandenen Wissens in Texten und Vortragen. Dass Gelehrte selbst den Pflug fuhrten, lag ausserhalb des Vorstellbaren, doch nach Jahrzehnten intensiver Debatten geschah das vormals Unerhorte: Albrecht Daniel Thaer zog mit seiner Lehranstalt aufs Land, Gelehrte standen auf dem Acker. Die Studie zeichnet den Umbruch zwischen enzyklopadisch-klassifizierender und empirisch-forschender Wissenspraxis am Beispiel der Fruhgeschichte der Agrarwissenschaft nach. In historisch-semantischen Feinanalysen arbeitet die Autorin eindrucksvoll die Verquickung zwischen geltender Sozialordnung und Wissenschaftsverstandnis heraus. In den konzeptuellen Grundlagen der Thaer’schen Landwirtschaftslehre, die erstmals nicht als Ursprung, sondern als Produkt einer vorherigen Entwicklung interpretiert wird, erkennt sie die Spuren des sozialen Wandels.


Landwirtschaft war im 18. Jahrhundert ein Modethema, ihre vermeintlich mechanische Praxis schickte sich jedoch nicht fur die hoheren Stande. Angehorige einer aufstrebenden Mittelschicht bereiteten vor, was sich dann nach der Wende zum 19. Jahrhundert durchsetzte: eine Wissenschaft, die auch Hand anlegt. Das aufklarerische Projekt einer wissenschaftlichen Landwirtschaft war zunachst literarisch: Als wissenschaftlich galt im 18. Jahrhundert vor allem die systematische Aufbereitung vorhandenen Wissens in Texten und Vortragen. Dass Gelehrte selbst den Pflug fuhrten, lag ausserhalb des Vorstellbaren, doch nach Jahrzehnten intensiver Debatten geschah das vormals Unerhorte: Albrecht Daniel Thaer zog mit seiner Lehranstalt aufs Land, Gelehrte standen auf dem Acker. Die Studie zeichnet den Umbruch zwischen enzyklopadisch-klassifizierender und empirisch-forschender Wissenspraxis am Beispiel der Fruhgeschichte der Agrarwissenschaft nach. In historisch-semantischen Feinanalysen arbeitet die Autorin eindrucksvoll die Verquickung zwischen geltender Sozialordnung und Wissenschaftsverstandnis heraus. In den konzeptuellen Grundlagen der Thaer’schen Landwirtschaftslehre, die erstmals nicht als Ursprung, sondern als Produkt einer vorherigen Entwicklung interpretiert wird, erkennt sie die Spuren des sozialen Wandels.

  • By (author) Verena Lehmbrock