Demokratische Elemente und Gewaltenteilung im islamischen Staatsorganisationsrecht.
By (author) Dalınç Dereköy
Paperback (Published)
(June 2013)
ISBN: 9783428139088
6.18 x 9.17 inches
Price: $145.00
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Es existiert ein Kernbereich im westlichen- und im islamischen Staats- und Staatsorganisationsrecht. Allerdings ist fraglich, ob diese Kernbereiche Parallelen enthalten. In dieser Arbeit wird die Hypothese aufgestellt, dass zwischen westlichem und islamischem Staats- und Staatsorganisationsrecht mehr Gemeinsamkeiten bestehen als auf den ersten Blick erwartet. Dereköy hebt hervor, dass im Westen der ideale Staat als Demokratie verstanden wird, die in jeglicher Hinsicht Individualfreiheiten gewährt und in dem die Religion im Zweifelsfall in die private Domäne des Individuums gedrängt wird. Spiegelbildlich zeigt er auf, dass die islamische Welt das Potential hat ein eigenes Staatssystem zu entwickeln, in dem diese Ziele verwirklicht werden und das im Einklang mit der Religion steht, ohne diese völlig auszuhöhlen oder aus dem öffentlichen Leben zu verbannen.
Der Autor stellt Kernbereiche des islamischen Staats- und Staatsorganisationsrechts dar, hebt dabei dessen Einfluss auf das Staatsrecht von einigen ausgewählten Territorial- bzw. Nationalstaaten, die sich als islamisch definieren, hervor und zeigt Gemeinsamkeiten mit westlichem Staatsrecht und Staatsrechtsverständnis auf. Hierdurch wird bewiesen, dass in der islamischen Staatenwelt eine strenge Trennung von Religion und Staat – wie im Westen praktiziert – nicht notwendig ist, um fundamentale Rechte für Individuen zu gewährleisten und rechtsstaatliche Strukturen und Institutionen zu etablieren.
In diesem Kontext werden die sharia-relevanten Teile des Staatsrechts unter Heranziehung sunnitischer, schiitischer, traditioneller und liberaler Ansichten herausgearbeitet. Dabei wird nicht nur auf die Werke von klassischen Juristen, sondern auch auf neuzeitliche Arbeiten zurückgegriffen. Außerdem werden neuzeitliche Kodifizierungen bzw. Verfassungen von Staaten, die sich als islamisch definieren, unter dem Aspekt untersucht, wie sie die sharia-relevanten Teile, die sich auf das Staatsrecht beziehen, umsetzen.
Dalınç Dereköy versucht nicht zwingend die Vereinbarkeit von westlich-liberaler Demokratie und Islam zu beweisen, sondern hebt hervor, dass im islamischen Staatsverständnis Staatsformen hergeleitet werden können, die islamische Demokratieformen – mithin sui generis-Demokratien – darstellen.
A. Einleitung und Grundlagen
Der Islam und das Verhältnis zum Staat – Die islamische Welt nach der Entkolonialisierung – Stand der Forschung – Ziel der Arbeit – Problemstellung – Gang der Untersuchung
B. Westliches Recht
C. Islamisches Recht
Begriffsbestimmung: sharia und fiqh – Entstehungsgeschichte – Unterschiede zum westlichen Recht – Moral und Ethik im Zusammenspiel mit dem islamischen Recht – Interpretierbarkeit des islamischen Rechts – Rechtsschulen im Islam – Islamisches Recht aus westlicher Sicht
D. Terminologie: Staats- und Staatsorganisationsrecht
E. Der islamische Staat
Notwendigkeit eines islamischen Staates – Staatsstruktur und Organisation – Beziehung zwischen Staat und Religion – Geltung der sharia
F. Islamisches Staatsrecht
Entstehungsgeschichte – Islamische Staatstheorien – Quellen des Islamischen Staatsrechts – Islamische Verfassungstheorie – Wahl des Staatsoberhauptes im islamischen Staatsrecht – Das Shura-Prinzip (Konsultation) – Das Verhältnis zwischen den Staatsgewalten im islamischen Staat
G. Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen islamischem und westlichem Staats- und Staatsorganisationsrecht
H. Schlussfolgerungen und Aussichten
Glossar
Literaturverzeichnis
- By (author) Dalınç Dereköy
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