Vertriebene Frauen in der Bundesrepublik Deutschland

Engagement in Kirchen, Verbänden und Parteien 1945–1970

By (author) Katharina Aubele Series edited by Vorstand des Collegium Carolinum

Book cover: Vertriebene Frauen in der Bundesrepublik Deutschland

Extent: 484 pages

Publisher: Vandenhoeck & Ruprecht

Subjects: German Studies, Social Sciences , Twentieth- & Twenty-First- Century History

Language: German

Hardback (Published)

(December 2018)

ISBN: 9783525310731

6.3 x 9.33 inches

Price: $88.00

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Das Wirken vertriebener Frauen in kirchlichen, vertriebenenverbandlichen und politischen Bereichen der BRD.


Wie vergesellschafteten sich Frauen nach ihrer Vertreibung in der Bundesrepublik Deutschland? Die Studie analysiert ihr Engagement im kirchlichen, vertriebenenverbandlichen und politischen Bereich von ihrer Ankunft bis Mitte der Siebzigerjahre. Neben Eigeninitiativen und weiblichen Netzwerken werden ihre Handlungsmoglichkeiten rekonstruiert und Identitatsbezuge aufgezeigt. Die aus deutschen Ostgebieten oder deutschen Siedlungsgebieten Ost- oder Sudosteuropas geflohenen oder vertriebenen Frauen wurden zunachst im Rahmen etablierter bzw. neu konzipierter kirchlicher Institutionen aktiv. In den etwas spater gegrundeten Vertriebenenverbanden engagierten sie sich in Frauengruppen. Auch als Politikerinnen wirkten sie nachhaltig. Die Protagonistinnen agierten fur sich selbst und andere. Dadurch trugen sie zur Verbesserung der Lebensbedingungen fur Vertriebene und zur Gestaltung wieder geregelter Verhaltnisse bei. Die ihnen zugewiesenen Wirkungsbereiche versuchten sie auszuweiten und scheuten dabei keine Konfrontationen. Als Frauen und Vertriebene fanden sie sich in einer doppelten Minderheitensituation wieder. Ihre vielfaltigen Verdienste wurden im Lauf der Zeit im kirchlichen Bereich vergessen, blieben bei den Vertriebenenverbanden insbesondere auf den ehrenamtlichen Bereich reduziert und bei den Parteien nur auf wenige Themen konzentriert.

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»Nach der anregenden Lektüre [...] gilt weiterhin, was Katharina Aubele am Schluss ihres Buches eher beiläufig formuliert: ›Die Schicksale sowie die persönlichen und für die Gesellschaft allgemein erbrachten Verdienste vertriebener Frauen blieben zumeist im Verborgenen.‹ (S. 398) Deshalb lässt sich resümieren, dass das eingangs projektierte differenziertere Bild der heimatvertriebenen Frau zwar gründlich, aber eben nur für das Spitzensegment und zudem exemplarisch entworfen worden ist. Das ist auf den ersten Blick nicht viel, auf den zweiten Blick aber doch eine ganze Menge, genauer gesagt eine Pionierleistung für die Verbindung von Frauen- und Vertriebenenforschung.«

Michael Hirschfeld: Rezension zu: Aubele, Katharina: Vertriebene Frauen in der Bundesrepublik Deutschland. Engagement in Kirchen, Verbänden und Parteien 1945–1970. Göttingen 2018 , in: H-Soz-Kult, 24.05.2019.