Rudolf Perco 1884-1942

Von der Architektur des Roten Wien zur NS-Megalomanie

By (author) Ursula Prokop

Book cover: Rudolf Perco 1884-1942

Extent: 448 pages

Publisher: Böhlau Verlag Wien

Subjects: Architecture, German Studies, Twentieth- & Twenty-First- Century History

Language: German

Hardback (Published)

(May 2001)

ISBN: 9783205993049

7.01 x 9.57 inches

Price: $107.00

Out of stock

Rudolf Perco galt schon wahrend seiner Studienzeit (1906-1910) als Musterschuler Otto Wagners und erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen (u. a. Rompreis 1910). Daneben arbeitete er noch als Student im Buro von Hubert Gessner. Dieses Umfeld ist auch fur sein spateres Ruvre pragend. Seine ersten Realisationen – zwei reprasentative Wohnhauser – fallen in die kurze Baukonjunktur der letzten Friedensjahre. Die schlechte Auftragslage unmittelbar nach dem Krieg wird uberbruckt durch den Ausbau der Gmundner Villa fur Margaret Wittgenstein-Stonborough. Erst der Aufschwung durch das Wohnbauprogramm der Wiener Sozialdemokratie bietet dem Architekten die Moglichkeit, seine Vorstellungen in mehreren Wohnhausanlagen umzusetzen, darunter der Engelsplatz-Hof, das grosste Projekt dieser Periode uberhaupt. Daneben immer wieder Beteiligungen an zahlreichen Konkurrenzen, u. a. Chicago Tribune und dem Volkerbundpalast, die sein Werk in einer sehr eigenwilligen Auseinandersetzung mit dem zeitgenossischen Architekturgeschehen zeigen. Ein Schwerpunkt ist auch die Beschaftigung mit grossen stadtebaulichen Projekten fur Wien. Infolge seiner volligen Auftragslosigkeit wahrend der Ara des Standestaates verliert er sich schliesslich zunehmend an Studien, die von der Wirklichkeit abgehoben, von phantastisch uberbordenden Ideen gepragt sind, vergleichbar mit der Formenwelt eines Josef Pleanik. Ein Ende dieser ausweglosen Situation scheint sich zuletzt durch die Machtergreifung der Nazis anzuzeigen, als es ihm – als einzigem Osterreicher – gelingt, in der NS-Stadtparteileitung fur Wien Fuss zu fassen. Eine kurze Illusion, die aber bald zum totalen Scheitern und Selbstmord fuhrt.

  • By (author) Ursula Prokop