Staat und Namensanderung
Die offentlich-rechtliche Namensanderung in Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert
by Michael Wagner-Kern
Paperback (Published)
(December 2002)
ISBN: 9783161477188
Price: $100.00
Out of stock
English summary: The same law pertaining to a change of name has been valid in Germany, apart from a few slight changes, since January 5, 1938. Michael Wagner-Kern shows that when this law was created by the National Socialist legislators it was done so simply to devise a legal basis for an ‘exclusion’ of the Jewish population ‘by name.’ The author examines the relationship between Jewish emancipation and/or antisemitism on the one hand and the development and change in the law pertaining to a change of name under public law on the other hand. In this context, he analyzes the dissolution of the traditional jurisdiction of the Lander over name changes under public law, and makes it clear that even before 1933 there had been ideas for a legal registration of an official name change which had anti-Jewish motives. German description: Bis heute gilt das ‘Gesetz uber die Anderung von Familiennamen und Vornamen’ (NamAndG) – abgesehen von geringfugigen Abweichungen – in der am 5. Januar 1938 auf der Grundlage des Ermachtigungsgesetzes verabschiedeten Fassung. Das NamAndG bestimmt die Grundvoraussetzungen, unter denen naturliche Personen ihren Namen ausserhalb der im BGB geregelten Moglichkeiten zum Namenswechsel mit staatlicher Genehmigung andern konnen. Als offentlich-rechtlicher Teil des bundesrepublikanischen Namensanderungsrechts wird das NamAndG bis heute als notwendiger Bestandteil der Rechtsordnung und daher gerade nicht als nationalsozialistisch gepragtes (Un-)Recht angesehen. Michael Wagner-Kern greift diese ‘Unbedenklichkeitsthese’ auf und zeichnet mittels einer rechtshistorischen Rekonstruktion die Entstehungsgrunde fur ein Namensanderungsrecht in Deutschland nach. Die historischen Befunde, gestutzt auf eine Auswertung archivalischer Quellen, korrigieren herrschende Vorstellungen: Bei der Schaffung des NamAndG ging es dem NS-Gesetzgeber einzig um die Konstruktion einer Rechtsgrundlage zur ‘namentlichen Ausgrenzung’ der judischen Bevolkerung. Struktur und Interpretation des offentlich-rechtlichen Namensanderungsrechts stehen bis heute in der Tradition eines restriktiven Grundverstandnisses, das jede Namensanderung als Ausnahme von dem Prinzip der kontinuierlichen Namensfuhrung begreift. Diese Sichtweise erklart sich aus dem bisherigen Verzicht, die Entstehungsgeschichte des NamAndG umfassend zu rekonstruieren. Kontinuitatsphanomene pragen sowohl die Struktur des bundesrepublikanischen Namensanderungsrechts als auch dessen Bild in Literatur und Rechtsprechung. Daraus leitet sich die Forderung nach einer grundlegenden Reform des (Reichs-)NamAndG ab, das gegenwartig verfassungsrechtlichen Anforderungen nicht genugt.
- By (author) Michael Wagner-Kern
Other Titles in this Series
Die Republik der Wirtschaft
Recht, Wirtschaft und Staat in der Geschichte Westdeutschlands Teil II: Von der sozial-liberalen Koalition bis zur Wiedervereinigung
Volume 53
Der Mordparagraf in der NS-Zeit
Zusammenhang von Normtextanderung, Tatertypenlehre und Rechtspraxis - und ihr Bezug zu schweizerischen Strafrechtsdebatten
Volume 97
Begrenzung des Rechtsgehorsams
Die Debatte um Widerstand und Widerstandsrecht in Westdeutschland 1945-1968
Volume 91
Der Polizeibegriff im NS-Staat
Polizeirecht, juristische Publizistik und Judikative 1931-1944
Volume 48
Der apokryphe Nietzsche
Auf den Spuren des Denkens von Friedrich Nietzsche in Rechtsphilosophie und -theorie
Volume 116
Die Entstehung des Preussischen Polizeiverwaltungsgesetzes von 1931
Ein Beitrag zur Geschichte des Polizeirechts in der Weimarer Republik
Volume 41
Die Abkehr von der vor-rechtsstaatlichen Vergangenheit der DDR
Eine Untersuchung am Beispiel des Parteiengesetzes der DDR und der Unabhangigen Kommission zur Uberprufung des Vermogens der Parteien und Massenorganisationen der DDR
Volume 128
Strafjustiz an der Heimatfront
Die strafrechtliche Verfolgung von Frauen und Jugendlichen im Oberlandesgerichtsbezirk Koln 1939-1945
Volume 70
Kundigungsschutz ohne Prinzip
Der Weimarer Entwurf eines Arbeitsvertragsgesetzes und seine Bezuge zum heutigen Recht
Volume 47
Recht und Konzern
Interdependenzen der Rechts- und Unternehmensentwicklung in Deutschland und den USA zwischen 1870 und 1933
Volume 9
NS-Justiz und Rechtsbeugung
Die strafrechtliche Ahndung deutscher Justizverbrechen nach 1945
Volume 109
Von der Eigenkirche zum Volkseigenen Betrieb: Erwin Jacobi (1884-1965)
Arbeits-, Staats- und Kirchenrecht zwischen Kaiserreich und DDR
Volume 57
Publizistischer Landesverrat in der Weimarer Republik
Die Reichsgerichtsurteile gegen pazifistische Kritiker der illegalen Rustung
Volume 129
Historische Entwicklungslinien des Wohnraummietrechts
Eine Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen Wohnungsmarkt, politischem Wandel und mietrechtlicher Gesetzgebung in der ersten Halfte des 20. Jahrhunderts
Volume 120
Die Ordnung der Rechtsberatung in Deutschland nach 1945
Vom Rechtsberatungsmissbrauchsgesetz zum Rechtsdienstleistungsgesetz
Volume 64
Der Fall des Erzberger-Morders Heinrich Tillessen
Ein Beitrag zur Justizgeschichte nach 1945
Volume 14
Preussen zwischen Hegemonie und ‘Preussenschlag’
Hugo Preuss in der staatsrechtlichen Foderalismusdebatte
Volume 108
Die Richterschaft des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main in der Zeit des Nationalsozialismus
Die Personalpolitik und Personalentwicklung
Volume 83
Similar Books
Legal Pluralism and the Tajik Experience of Xinjiang
Between Custom and the Chinese State: An Ethnographic Perspective
Liturgia semper reformanda
Adaptations and accommodations in the liturgy in light of canon 838 of the Code of Canon Law
Volume 6
Credit Default Swap-Aktivismus
Eine ökonomische Analyse und rechtliche Bewertung der Einflussnahme von Credit Default Swap-Investoren auf Unternehmen
Die Konjunkturkomponente des Grundgesetzes
Die konjunkturbedingte Kreditaufnahme im System der Kreditermächtigungen, europarechtlichen und gesamtwirtschaftlichen Verpflichtungen der Finanzverfassung
Indirekte Enteignung
Verfassungsunmittelbar gebotene Entschädigungspflicht im Spiegel des Mehrebenensystems
Kollektivismus und Individualismus im Aktienrecht
Zum Einfluss aktienrechtlicher Paradigmen auf die Rechtsentwicklung in Deutschland und den USA
Künstlervertragsmodelle in der Musikwirtschaft
Rechtliche Grenzen der künstlerbezogenen Nebenrechteverwertung im Erlös-, Vermittlungs-, Options- und Leistungsmodell
Mehrdimensionale Diskriminierungen
Rechtliche Erfassung von Intersektionalität und Benachteiligungsstrukturen am Beispiel von Art. 3 Abs. 3 GG
Rechtssubjektivität für Künstliche Intelligenz
Eine Untersuchung von Zuerkennungsgründen für die "ePerson"
Stablecoins und Aufsichtsrecht
Die Regulierung von E-Geld-Token der MiCAR zwischen Buchgeld, E-Geld und Geldmarktfonds
Strukturierter Parteivortrag im digital geführten Zivilprozess
Richterliche Verfahrensleitung und Sanktionierung parteiseitigen Fehlverhaltens
Zeugnisverweigerungsrechte in modernen Familienformen
Zur Notwendigkeit einer Erweiterung der Zeugnisverweigerungsrechte für Angehörige gemäß § 52 Abs. 1 StPO im Licht des Art. 6 Abs. 1 GG
Ideological Foundations of Early Irish Law and Their Reception in Anglo-Saxon England, c. 600-c. 900
Volume 37
Das personenstandsrechtliche Geschlecht
Zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Geschlechtseintrags in den Personenstandsregistern
Volume 128
Die Airbus-Werkserweiterung im Widerstreit der Interessen
Rechtsfragen der Planung von Großprojekten am Beispiel des Luftfahrtindustriestandorts Hamburg-Finkenwerder
Die Gewahr der Verfassungstreue
Eine verfassungsrechtliche Neubewertung der Uberprufung der Verfassungstreue mittels einer Regelanfrage bei den Verfassungsschutzbehorden im Einstellungsverfahren fur den offentlichen Dienst
Volume 17
