Olympia in frühbyzantinischer Zeit

Siedlung – Landwirtschaftliches Gerät – Grabfunde – Spolienmauer

Von Thomas Völling, Bearbeitet von Holger Baitinger, Sabine Ladstätter und Arno Rettner. Mit einem Beitrag von Martin Miller.

Book cover: Olympia in frühbyzantinischer Zeit

Extent: 176 pages

Publisher: Dr. Ludwig Reichert Verlag

Subjects: Mediterranean Archaeology

Series: Olympische Forschungen

Language: German

Hardback (Published)

(April 2019)

ISBN: 9783954903634

8.27 x 11.69 inches

Price: $117.00

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Die in dem Band vereinten Beiträge analysieren den grundlegenden Struktur- und Funktionswandel des im frühen 5. Jh. n. Chr. aufgelösten Heiligtums in eine christliche Siedlung, zu der neben einer christlichen Basilika auch ein festungsartiges Bollwerk gehörte. Der durch Landwirtschaft geprägte Charakter der Siedlung erschließt sich aus den im Band in Gänze vorgestellten Gerätschaften. Über die Ausdehnung und Entwicklung der Siedlung bis zu ihrer Aufgabe im frühen 7. Jh. geben die über 300 Gräber mit ihren Beigaben weitreichende Aufschlüsse.


Gestutzt auf die Dokumentation der Olympiagrabung von ihren Anfangen bis in die Gegenwart in Verbindung mit einer systematischen Durchsicht der Magazine und die Ergebnisse des vom Herausgeber initiierten Forschungsprojektes zur Spatgeschichte Olympias, wird in dem Band ein deutlich verandertes Bild von der Entwicklung des Platzes von der zweiten Halfte des 3. Jhs. bis in das fruhe 7Jh. prasentiert. Verschont vom Herulereinfall des Jahres 267 und das von Theodosius I. verordnete Verbot der Kultfeiern negierend, wurde der Kultbetrieb wohl erst unter dem Eindruck des von Theodosius II. 426 erlassenen Dekrets eingestellt. Olympia existierte anschliessend zwei Jahrhunderte hindurch als eine christlich gepragte Landgemeinde mit einer vielfaltigen Wirtschaftsstruktur weiter. Bezeugt sind Topferofen, Schmiedewerkstatten und Kelteranlagen. In der Landwirtschaft eingesetzte Geratschaften gehoren zum typischen Inventar, um Wein-, Obst- und Gemusegarten zu bewirtschaften. Neben den Spuren der Wohn- und Nutzbebauung liefern die erstmals in Ganze erfassten und dokumentierten Graber mit ihren Beigaben wichtige Aufschlusse uber die Ausdehnung und Entwicklung der fruhbyzantinischen Siedlung. Die zuletzt als Bollwerk gegen die Heruler interpretierte Spolienmauer erweist sich nun endgultig, wie bereits von der ersten Ausgrabergeneration erkannt, als eine in die Siedlung integrierte Festung der fruhbyzantinischen Zeit, deren konkrete Funktion aber vorerst nicht geklart ist. Als Folge von erdbebenbedingten Uberschwemmungen wurde die Siedlung in der Mitte des 6. Jhs. an den hoher gelegenen Standort der Festung und des Zeustempels verlegt, die in diesem Kontext geschleift wurden. Aufgegeben wurde die Siedlung, als slawische Einwanderer das Gebiet im 2. Viertel des 7. Jhs. in Besitz nahmen.

  • By (author) Thomas Völling
  • Revised by Holger Baitinger
  • Revised by Sabine Ladstätter
  • Revised by Arno Rettner

„Thomas Völling, the main author of the volume under review, was one of the first persons to understand the importance of the Byzantine remains of Olympia. Working under the auspices of the German Archaeological Institute (DAI), which is responsible since 1875 for the excavation at Olympia, he has worked both on the publication of materials, mainly metalwork and architecture, and occasional broader syntheses on the site. (...) His untimely death at the age of thirty seven in 2000 meant that much of his most synthetic work on early Byzantine Olympia remained incomplete and unfinished. A group of scholars, friends, and colleagues took on the noble initiative to prepare, complement, and complete this important work for publication. (...)<br/> The present volume puts the small early Byzantine settlement of Olympia at the center of a general discussion of the evolution of Roman and post-Roman society in southern Greece in the troubled sixth and seventh centuries. Also, it underlines once again the importance of systematic archaeological work both in the field and also in the record of the old excavation. The important legacy of Thomas Völling’s work endures in this fine, carefully produced volume, and fuels the growth in interest in late antique and early Byzantine Olympia and the western Peloponnese in general.“<br/><br/>Von: Nikos Tsivikis, Institute for Mediterranean Studies<br/>In: BMCR (Bryn Mawr Classical Review) 2020.07.52<br/>-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------<br/>„Manchmal erschwert es die Entstehungsgeschichte eines Buches dem Rezensenten, bei der Besprechung ganz unvoreingenommen vorzugehen. Das gilt auch für den vorliegenden Band: Dieser nahm seinen Ausgangspunkt in <br/>den Forschungen Thomas Völlings, die in einer Habilitationsschrift vorgelegt werden sollten. Er verkörperte wie kein anderer die Forschung zum späten Olympia. Doch sein tragischer Tod kurz vor seinem 38. Geburtstag im Jahr 2000 verhinderte den Abschluss seiner Arbeiten zum spätantiken Olympia. (...) Der (...) Entstehungsgeschichte ist es geschuldet, dass der Band ohne Fazit endet, auch wenn einzelne Ergebnisse in die geschichtliche Übersicht im ersten Kapitel eingeflossen sind. Doch auch so wird die Lektüre mit zahlreichen Einsichten belohnt. Die Erforschung des spätantiken und frühbyzantinischen Olympia ist damit nicht abgeschlossen, aber um ein erhebliches Stück weitergebracht. Den Bearbeitern gebührt daher für ihr Engagement, die Manuskripte Thomas Völlings zum vorliegenden Band zusammenzuführen, großer Dank.“<br/><br/>Von: Andreas Klingenberg, Universität zu Köln<br/>In: Plekos 23, 2021, S. 343–347 (URL: <a target="_blank" href="http://www.plekos.uni-muenchen.de/2021/r-voelling.pdf">http://www.plekos.uni-muenchen.de/2021/r-voelling.pdf</a>)
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