Justinianische Kämpferkapitelle mit einem Dekor aus Paaren von Zweigen und die Nachfolgekapitelle im Veneto

By (author) Joachim Kramer

Book cover: Justinianische Kämpferkapitelle mit einem Dekor aus Paaren von Zweigen und die Nachfolgekapitelle im Veneto

Extent: 212 pages

Publisher: Dr. Ludwig Reichert Verlag

Subjects: Classical Studies

Series: Spätantike – Frühes Christentum – Byzanz

Language: German

Hardback (Published)

(January 2007)

ISBN: 9783895004919

6.69 x 9.45 inches

Price: $126.00

In stock

PDF (Published)

(January 2006)

ISBN: 9783954908486

Price: $105.00

The capitals in the colonnades of the central room of the Hagia Sophia in Istanbul are called `impost capitals with attached volutes’. They are important pieces of stone-mason’s art in the sixth century a. C. The book presents a survey of capitals related to them – as complete as possible – , capitals from the same time, and interprets the shape of them and their variations. The resembling capitals show und explain the combination of their parts and make plain their ornamental particularities. – The church of San Marco in Venice possesses farther capitals of this kind, which were produced in the Middle Ages. They repeat the old models, but the differences are remarkable.


English description: The capitals in the colonnades of the central room of the Hagia Sophia in Istanbul are called `impost capitals with attached volutes’. They are important pieces of stone-mason’s art in the sixth century a. C. The book presents a survey of capitals related to them – as complete as possible – , capitals from the same time, and interprets the shape of them and their variations. The resembling capitals show und explain the combination of their parts and make plain their ornamental particularities. – The church of San Marco in Venice possesses farther capitals of this kind, which were produced in the Middle Ages. They repeat the old models, but the differences are remarkable. German description: Dieses Werk widmet sich einer speziellen Form von Kapitellen, die fur die nachfolgende Baukunst von grosser Bedeutung ist. Dabei wird der Bogen von Konstantinopel bis Venedig gespannt, womit eine Brucke zwischen der Kunst von Byzanz zu der mittelalterlichen Kunst Westeuropas geschlagen wird. Die Zeit des 5. und 6. Jahrhunderts n. Chr. ist von zentraler Bedeutung, da hier eine grundlegende Umbildung der Vorbilder aus der sog. klassischen Antike stattfindet, deren Ergebnis die Nachfolger in den architektonischen Formen erheblich beeinflusst.

  • By (author) Joachim Kramer

"Review - German Joachim Kramers vierte Monografie zur fruhbyzantinischen Kapitellskulptur [1] gilt den Hauptkapitellen der justinianischen Sophienkirche in Konstantinopel und solchen, die ihnen im Dekor nahe stehen. Kramers ""Absicht ist, die verwandten Skulpturen moglichst vollstandig in bildlichen Ubersichten und in einem interpretierenden Katalog zusammenzufassen"" (5). Das Werk ordnet sich also in die Gattung der Corpora ein.Auf eine ""Einleitung"" zum ""Kapitelltypus"" (11-18) folgt ein Katalog von 38 Kapitellen und Kapitellserien. Diese sind in sechs Gruppen unterteilt: Kampferkapitelle mit (19-43) und ohne Voluten (45-93), Faltkapitelle (95-102), weitere Kampferkapitelle, die den ""Haupttypus"" auf unterschiedliche Weise variieren (103-108), und zwei Gruppen ""mittelalterlich-venezianischer Nacharbeiten"" (109-143).Jeder der sechs Kapitellgruppen gilt ein eigener Katalogabschnitt mit einer Einleitung, in der die Kapitelle zu denjenigen der Sophienkirche in Bezug gesetzt und von anderen Gruppen unterschieden werden. Die Katalogeintrage enthalten ausfuhrliche Beschreibungen unter Bezugnahme auf zahlreiche Vergleichsbeispiele und konnen etwa auch darauf eingehen, wo und wie die Kapitelle gefertigt wurden und wie sie verwendet waren oder sind.Im Gegensatz zu anderen Corpora sind in Kramers Arbeit auch die Katalogeintrage nicht auf Stichworter reduziert, sondern in ganzen Satzen ausformuliert. Das erhoht die Lesbarkeit, kann aber auch zur Last werden, wenn Triviales umstandlich erklart wird, so z. B. die Symmetrieachsen der Kapitelle (11-15, Abb. 1). Zu den Kampferkapitellen auf Rhodos Kat. 4 ist ein Aufsatz von Claudia Barsanti zu erganzen. [2]Eine ""Zusammenfassung"" schliesst den Text ab und wiederholt noch einmal die Merkmale, durch die sich die katalogisierten von anderen Kapitellen unterscheiden (145-148). Der Anhang enthalt ""Literatur zu veneto-byzantinischen Skulpturen"" (149) und ""die Grossenmasse der justinianischen Kapitelle"" in tabellarischer Auflistung (150-151). Ein ""Namensverzeichnis"" moderner Autoren, eine Konkordanz zu den Kapitell-Corpora von Deichmann, Dennert, Harrazi, Kautzsch und Zollt (158-162) [3] sowie ein ""Orts- und Stichwortverzeichnis"" (163-165) beschliessen den Band.Gemessen an der Anzahl der katalogisierten Kapitelle ist das Buch mit 19 Textabbildungen und 88 uberwiegend unpublizierten Abbildungen auf Tafeln reich illustriert. Lediglich Kat. 14, 28 und 29 werden aus ungeklarten Grunden nicht abgebildet. Leider bleiben die Katalognummern in den Abbildungsunterschriften ungenannt, so dass man die zugehorigen Katalogeintrage nicht ohne weiteres findet. Das ist besonders bedauerlich, weil im Text nicht selten nur auf Abbildungen, nicht aber auf Katalognummern verwiesen wird.Besonders hervorzuheben ist eine Erstpublikation, Kat. 7 im archaologischen Museum von Istanbul (49, Abb. 43). Von den ubrigen, bereits bekannten Stucken galten Kat. 15-18 an San Marco in Venedig bislang als mittelalterliche Nacharbeiten, Kramer erkennt in ihnen jedoch fruhbyzantinische Originale (69-82). Dieses Ergebnis kundigt er bereits zu Beginn der Einleitung an und begrundet damit die ""Zusammenstellung ahnlicher oder gleicher Kapitelle"" (11), die das Buch zum Gegenstand hat.So erklart sich auch, warum Kramer den ""Dekor aus Paaren von Zweigen"" und nicht wie sonst ublich die Form der Kapitelle als Ordnungskriterium wahlt. Die Ausfuhrung des Dekors war von der Kapitellform unabhangig und wurde bei den fruhbyzantinischen Originalen weitgehend ubereinstimmend besorgt, unterscheidet sich aber bei den mittelalterlichen Nacharbeiten.Auswahl und Anordnung der Kapitelle sind also von einer bestimmten, eng begrenzten Fragestellung motiviert und darauf ausgerichtet, die venezianischen Eigenarten herauszustellen. Das unterscheidet den vorliegenden Band von anderen Corpora byzantinischer Kapitelle, bei denen die Materialvorlage und das byzantinische Formenrepertoire im Vordergrund stehen.Man konnte deshalb meinen, der Zweck der ""Zusammenstellung ahnlicher oder gleicher Kapitelle"" ""mit einem Dekor aus Paaren von Zweigen"" sei mit der Umdatierung der venezianischen Kapitelle erschopft. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob Kramers origineller Ansatz sich nicht auch noch fur andere Fragestellungen als fruchtbar erweisen wird. Fur die dort abgebildeten Kapitelle bildet Kramers Studie hinfort jedenfalls das Referenzwerk. In: http://www.sehepunkte.de/2008/02/13114 (28. Februar 2008)"

Joachim Kramers vierte Monografie zur frühbyzantinischen Kapitellskulptur [1] gilt den Hauptkapitellen der justinianischen Sophienkirche in Konstantinopel und solchen, die ihnen im Dekor nahe stehen. Kramers "Absicht ist, die verwandten Skulpturen möglichst vollständig in bildlichen Übersichten und in einem interpretierenden Katalog zusammenzufassen" (5). Das Werk ordnet sich also in die Gattung der Corpora ein.<br/>Auf eine "Einleitung" zum "Kapitelltypus" (11-18) folgt ein Katalog von 38 Kapitellen und Kapitellserien. Diese sind in sechs Gruppen unterteilt: Kämpferkapitelle mit (19-43) und ohne Voluten (45-93), Faltkapitelle (95-102), weitere Kämpferkapitelle, die den "Haupttypus" auf unterschiedliche Weise variieren (103-108), und zwei Gruppen "mittelalterlich-venezianischer Nacharbeiten" (109-143).<br/>Jeder der sechs Kapitellgruppen gilt ein eigener Katalogabschnitt mit einer Einleitung, in der die Kapitelle zu denjenigen der Sophienkirche in Bezug gesetzt und von anderen Gruppen unterschieden werden. Die Katalogeinträge enthalten ausführliche Beschreibungen unter Bezugnahme auf zahlreiche Vergleichsbeispiele und können etwa auch darauf eingehen, wo und wie die Kapitelle gefertigt wurden und wie sie verwendet waren oder sind.<br/>Im Gegensatz zu anderen Corpora sind in Kramers Arbeit auch die Katalogeinträge nicht auf Stichwörter reduziert, sondern in ganzen Sätzen ausformuliert. Das erhöht die Lesbarkeit, kann aber auch zur Last werden, wenn Triviales umständlich erklärt wird, so z. B. die Symmetrieachsen der Kapitelle (11-15, Abb. 1). Zu den Kämpferkapitellen auf Rhodos Kat. 4 ist ein Aufsatz von Claudia Barsanti zu ergänzen. [2]<br/>Eine "Zusammenfassung" schließt den Text ab und wiederholt noch einmal die Merkmale, durch die sich die katalogisierten von anderen Kapitellen unterscheiden (145-148). Der Anhang enthält "Literatur zu veneto-byzantinischen Skulpturen" (149) und "die Größenmaße der justinianischen Kapitelle" in tabellarischer Auflistung (150-151). Ein "Namensverzeichnis" moderner Autoren, eine Konkordanz zu den Kapitell-Corpora von Deichmann, Dennert, Harrazi, Kautzsch und Zollt (158-162) [3] sowie ein "Orts- und Stichwortverzeichnis" (163-165) beschließen den Band.<br/>Gemessen an der Anzahl der katalogisierten Kapitelle ist das Buch mit 19 Textabbildungen und 88 überwiegend unpublizierten Abbildungen auf Tafeln reich illustriert. Lediglich Kat. 14, 28 und 29 werden aus ungeklärten Gründen nicht abgebildet. Leider bleiben die Katalognummern in den Abbildungsunterschriften ungenannt, so dass man die zugehörigen Katalogeinträge nicht ohne weiteres findet. Das ist besonders bedauerlich, weil im Text nicht selten nur auf Abbildungen, nicht aber auf Katalognummern verwiesen wird.<br/>Besonders hervorzuheben ist eine Erstpublikation, Kat. 7 im archäologischen Museum von Istanbul (49, Abb. 43). Von den übrigen, bereits bekannten Stücken galten Kat. 15-18 an San Marco in Venedig bislang als mittelalterliche Nacharbeiten, Kramer erkennt in ihnen jedoch frühbyzantinische Originale (69-82). Dieses Ergebnis kündigt er bereits zu Beginn der Einleitung an und begründet damit die "Zusammenstellung ähnlicher oder gleicher Kapitelle" (11), die das Buch zum Gegenstand hat.<br/>So erklärt sich auch, warum Kramer den "Dekor aus Paaren von Zweigen" und nicht wie sonst üblich die Form der Kapitelle als Ordnungskriterium wählt. Die Ausführung des Dekors war von der Kapitellform unabhängig und wurde bei den frühbyzantinischen Originalen weitgehend übereinstimmend besorgt, unterscheidet sich aber bei den mittelalterlichen Nacharbeiten.<br/>Auswahl und Anordnung der Kapitelle sind also von einer bestimmten, eng begrenzten Fragestellung motiviert und darauf ausgerichtet, die venezianischen Eigenarten herauszustellen. Das unterscheidet den vorliegenden Band von anderen Corpora byzantinischer Kapitelle, bei denen die Materialvorlage und das byzantinische Formenrepertoire im Vordergrund stehen.<br/>Man könnte deshalb meinen, der Zweck der "Zusammenstellung ähnlicher oder gleicher Kapitelle" "mit einem Dekor aus Paaren von Zweigen" sei mit der Umdatierung der venezianischen Kapitelle erschöpft. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob Kramers origineller Ansatz sich nicht auch noch für andere Fragestellungen als fruchtbar erweisen wird. Für die dort abgebildeten Kapitelle bildet Kramers Studie hinfort jedenfalls das Referenzwerk. <br/><br/>In: <a target="_blank" href="http://www.sehepunkte.de/2008/02/13114">http://www.sehepunkte.de/2008/02/13114</a> (28. Februar 2008)