Die Porphyrsarkophage der oströmischen Kaiser

Versuch einer Bestandserfassung, Zeitbestimmung und Zuordnung

By (author) Neslihan Asutay-Effenberger By (author) Arne Effenberger

Book cover: Die Porphyrsarkophage der oströmischen Kaiser

Extent: 220 pages

Publisher: Dr. Ludwig Reichert Verlag

Subjects: Classical Studies

Series: Spätantike – Frühes Christentum – Byzanz

Language: German

Hardback (Published)

(June 2006)

ISBN: 9783895003530

6.69 x 9.45 inches

Price: $90.00

In stock

Verschiedene byazantinische Schriftquellen, darunter das Gräberverzeichnis im Zeremonienbuch Kaisers Konstantins VII. Porphyrogennetos, verzeichneten im konstantinischen Mausoleum und in der Apostelkriche in Konstantinopel insgesamt die Sarkophage von neun Kaisern sowie einer Kaiserin. Bislang ging die Forschung davon aus, alle Sarkophage nachweisen zu können. Doch die Auswertung weiterer Quellen zeigt ein anderes Bild: Tatsächlich handelt es sich um 19 belegbare Sarkophage. Die Zuordnung der Sarkophage erwies sich jedoch als schwierig. Nur bei vieren gelang dies. <br/>Eine Untersuchung des Mausoleums und der Apostelkirche sowie eine Auflistung sämtlicher kaiserlicher Begräbnisstätten in Konstantinopel runden das Werk ab.<br/>


Nach den byzantinischen Schriftquellen, vor allem dem Graberverzeichnis im Zeremonienbuch Kaisers Konstantins VII. Porphyrogennetos (Mitte 10. Jahrhundert), waren im konstantinischen Mausoleum und in der Apostelkirche zu Konstantinopel zwischen Konstantin dem Grossen (H 337) und Markian (H 454) neun Kaiser und eine Kaiserin (Eudoxia) in Sarkophagen aus agyptischem Porphyr beigesetzt. In Istanbul (Archaologische Museen, Hagia Eirene, Nur-u Osmaniye Moschee) sind heute noch acht Porphyrsarkophage ganz oder in Teilen erhalten; zwei weitere liessen sich aus einem 1766 von Jean-Claude Flachat publizierten Kupferstich erschliessen. So konnte die Forschung bislang davon ausgehen, dass die zehn bezeugten Sarkophage zufallig noch erhalten bzw. nachweisbar seien. Durch die Auswertung von Reiseberichten und turkischen Quellen vornehmlich des 18./19. Jahrhunderts sowie durch die Einbeziehung grossformatiger Porphyrplatten, die in den Hofen dreier Istanbuler Moscheen (Bayezit, Suleymaniye, Nur-u Osmaniye) verlegt sind und auf Grund ihrer Masse von Sarkophagen stammen mussen, konnen nunmehr mindestens 19 Porphyrsarkophage nachgewiesen werden. Die scheinbare Koinzidenz der schriftlichen und monumentalen Uberlieferung ist damit hinfallig. Da die Schriftquellen hieruber schweigen lassen sich jedoch fur die uberzahligen Sarkophage keine dem Kaiserhaus nahestehende Personlichkeiten als Inhaber namhaft machen. Nach ausfuhrlicher Untersuchung der Abfolge der kaiserlichen Bestattungen werden anhand von Indizienketten (Auswertung der Schriftquellen, metrologische, typologische, stilistische und ikonographische Untersuchungen) vier der erhaltenen Porphyrsarkophage mit Vorbehalt bestimmten Kaisern (Konstantin, Konstantios II., Julian Apostata, Eudoxia) zugewiesen. In Auseinandersetzung mit Paul Speck werden in einem Exkurs Probleme der Gestalt des konstantinischen Mausoleums und der Apostelkirche sowie der ursprunglichen raumlichen Beziehung beider Bauten zueinander behandelt. Darin wird die schon fruher vertretene These untermauert, wonach sich Konstantin der Grosse zunachst ein Rundmausoleum errichten liess und erst unter Konstantios II. eine kreuzformige Apostelkirche hinzukam, die gegen 359/60 den Kult der Apostel ubernahm, wahrend das konstantinische Mausoleum nur noch als kaiserliche Begrabnisstatte diente.Eine Auflistung samtlicher kaiserlicher Begrabnisstatten in Konstantinopel und – sofern bekannt – der dabei verwendeten Sarkophage mit Angabe des Materials erganzt den bislang erreichten Forschungsstand.

  • By (author) Neslihan Asutay-Effenberger
  • By (author) Arne Effenberger

„Es handelt sich um eine äußerst komplexe und höchst komplizierte, aber darum auch um eine sehr materialreiche und detaillierte Untersuchung, was die monumentalen und literarischen Quellen betrifft. Gleiches gilt für die Berücksichtigung belangreicher Sekundär-Literaturen.“<br/><br/>Claudia Nauerth und Bernd Jorg Diebner<br/><br/>In: Gnomon. 84 (2012) Heft 6. S. 549-554.<br/><br/>-------------------------------------<br/><br/>„Es handelt sich um eine gediegene wissenschaftlich Arbeit von herausragender Qualität, deren Informationsgehalt und Lektüre jedoch ohne Bedenken empfohlen werden kann, sofern man sich für die Spätantike, das oströmische Kaisertum, die frühchristlich-byzantinische Kunstgeschichte oder die Stadt Konstantinopel/Istanbul interessiert.“<br/><br/>Thomas Pratsch<br/><br/>In: Das Altertum. 56 (2011) 2. S. 148-149.<br/><br/>-------------------------------------<br/><br/>“(...) the authors have produced a workmanlike study that anyone interested in one of the thornier problems Constantinopolitan historiography should probably consult. Not everyone will agree with their conclusions, which, in spite of their insistence to the contrary, must remain hypothetical given the nature of the surviving evidence, but all can be grateful for the attempt, which is nothing if not thought-rpovoking in the way that scholarship should be.”<br/><br/>Sarah Bassett, Indiana University<br/><br/>In: Speculum. April 2010. pp. 358-359.