Dschihad im Kaukasus
Antikolonialer Widerstand der Dagestaner und Tschetschenen gegen das Zarenreich (18. Jahrhundert bis 1859)
By (author) Clemens P. Sidorko
Hardback (Published)
(July 2007)
ISBN: 9783895005718
6.69 x 9.45 inches
Price: $127.00
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From an early stage the fight of the Muslim people of the Northern Caucasus against the advancing Russian empire coincided with religious reform movements. The study examines the conditions and development of this process up to the founding of a state by the legendary imam Shamil. It also contains a sumary of the historical events, an investigation into the composition of the followers and the elites of resistance as well as an examination of the organisational structures of the imam state and its impacts on social conditions and on everday life.
English description: From an early stage the fight of the Muslim people of the Northern Caucasus against the advancing Russian empire coincided with religious reform movements. The study examines the conditions and development of this process up to the founding of a state by the legendary imam Shamil. It also contains a sumary of the historical events, an investigation into the composition of the followers and the elites of resistance as well as an examination of the organisational structures of the imam state and its impacts on social conditions and on everday life. German description: Der Abwehrkampf der Muslimvolker Nordkaukasiens gegen das vordringende Russland fiel bereits fruh mit religiosen Reformbewegungen zusammen. Die Studie untersucht Voraussetzungen und Entwicklung dieses Prozesses bis zur Staatsschopfung des legendaren Imam Samil. Neben dem Abriss der Ereignisgeschichte stehen v.a. die Zusammensetzung von Anhangerschaft und Eliten des Widerstands sowie die Organisationsstrukturen des Imamatstaats und seine Ausgestaltung als Lebenswelt im Zentrum der Analyse.
- By (author) Clemens P. Sidorko
“This massive book (the likes of which have, unfortunately, become by now so rare in English) is among the first in the West to make use of the abundant and steadily growing number of accessible local manuscripts. These additional sources enable the author to fill in lacunae - sometimes rather large ones - in our knowledge of the movement as well as to reinterpret it. More important, the book looks at the topic through a wide angle camera. That is, Sidorko puts the movement within a broad context temporally and<br/>geographically. Inter alia, the conclusion connects the Caucasus to the wider world of Islam through the application of a model of Islamic resistance movements suggested by Nikki Keddie.<br/>(...) “Dschihad im Kaukasus” is a most significant book. It is a major piece of scholarship, an eminent contribution to our knowledge and a must for everyone interestcd not only in this specific movement or in the history of the Caucasus and Russia. It is no less important to anyone interested in a large array of topics and disciplines, beginning with Islamic revivalism and anti-colonial movements up to Islam’s (and non-Western civilizations’ in general) response to the challenge of modernity and the onslaught of the modern West. One can only hope that the book will be translated into English, for the benefit of those who do not read German.”<br/><br/>Moshe Gammer<br/><br/>In: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas. 59 (2011) Heft 4. S. 613-614.<br/><br/>----------------------------<br/><br/>“Probably, for the first time such a comprehensive and detailed study about Shamil’s state has been provided. In this part, the analysis of the Imamate from different perspectives is outstanding and allows the state of research to advance considerably. The author also manages to show the background and the internal soherence between the North Caucasian jihad movements. The studies about Hajji Da‘ud and Shaykh Mansur extend the present knowledge of these important personalities for the jihad of teh eighteenth century. The role of the Naqshbandiyya-Khalidiyya at the beginning and during the jihad of the three Imams of the nineteenth century had already been analysed in detail by Michael Kemper (2005). (...) It remains to be said that, undoubtedly, a monumental work has been realised, which impresses whith its volume and depth.”<br/><br/>Gülfem Alici<br/><br/>In: Central Eurasian Reader. 2 (2010). pp. 223-227.<br/><br/>----------------------------<br/><br/>“Dschihad in the Caucasus is a welcome work to this genre of research. The bibliography is especially helpful, as it shows the breadth of research undertaken. Sources from many different perspectives are used, which give the work a balanced approach to a potentially sensitive topic. The index is also welcomed as it helps those interested in crossreferencing some of the material presented.”<br/><br/>Mary Ann Wilkes<br/><br/>In: Iran and the Caucasus. 13 (2009). p. 158.<br/><br/>----------------------------<br/><br/>„Der Wert der Studie besteht nicht nur in ihrer überzeugenden historischen Argumentation und dem klaren Bezug zu gegenwärtigen Ereignissen in der Region. Der Autor präsentiert hier erstmals ein breites Materialspektrum, das es ihm erlaubt, grundlegende Besonderheiten der verschiedenen Entwicklungsetappen des Dschihad im Kaukasus herauszuarbeiten. Die Studie macht deutlich, dass er über umfassende Kenntnis der regionalen Quellen sowie der Literatur zur Problematik verfügt. Damit hat Sidorko ein solides theoretisch-methodologisches Fundament sowohl für die vergleichende Analyse der Quellen als auch für eine eigene Herangehensweise an die Thematik. Die Arbeit bereichert zweifellos die Kaukasusstudien um neue Erkenntnisse. Sie trägt auch dazu bei, ein tieferes Verständnis für die Vielfalt der islamischen Welt zu entwickeln, die in hohem Maße geprägt ist durch Synthesen lokaler bzw. regionaler Besonderheiten mit universalen islamischen religiösen Traditionen.“<br/><br/>In: Orientalistische Literaturzeitung. 104 (2009) 4-5. Sp. 543-547.<br/><br/>----------------------------<br/><br/>„Bei den beiden Tschetschenien-Kriegen, die Russland nach dem Zerfall der Sowjetunion führte, handelt es sich laut Clemens P. Sidorko historisch betrachtet um die Fortsetzung eines alten, nie gelösten Konflikts im Nord-Kaukasus. Im Kern geht es dabei um den seit zwei Jahrhunderten andauernden Widerstand der Tschetschenen und Dagestaner gegen die russische Kolonialmacht. Verschärft worden sei der Kampf durch die „religiöse Komponente“, den „Dschihad“. Ihre kriegerische Vergangenheit beeinflusse bis heute die nationale Identität der Dagestaner und Tschetschenen - wie auch die der Russen.<br/>In seiner ausgezeichneten Studie beschreibt der Autor die Formen des anti-kolonialen Widerstands der Stämme unter Führung der dagestanischen Imame, unter ihnen Fürst Schamil. Außerdem gelingt es Sidorko, einen Zusammenhang zwischen dem „Heiligen Krieg“ und der Expansion Russlands nachzuweisen. Auf diese Weise macht er deutlich, welche Rolle der Dschihad in diesem Kampf spielte. Eine detaillierte Beschreibung des Schamil-Staates hilft nicht nur zu verstehen, wie dieses „staatliche Wesen“ funktionierte. Auch ähnliche Strukturen wie der Taliban-Staat erschließen sich so dem Leser.“<br/><br/>In: Das Parlament. Nr. 37 vom 10. September 2007<br/><br/>----------------------------<br/><br/>„Die russisch-kaukasischen Beziehungen sind geprägt von Kolonialismus, Kriegen und stalinistischen Deportationen, der Verbleib Tschetscheniens in der Russländischen Föderation wird nach wie vor durch militärische Gewalt gesichert, in vielen<br/>Städten Russlands werden Kaukasier zur Zielscheibe von Rechtsradikalen. Zum Verständnis dieses tiefgehenden Konflikts<br/>bietet die Dissertation des Schweizer Historikers Clemens Sidorko einen fundierten Einblick in die historischen Wurzeln der<br/>Auseinandersetzung.<br/>Es handelt sich um ein monumentales Werk zur kaukasischen Geschichte. Der Autor erforscht die ideologische Basis des Widerstandes von muslimischen Völkern des Nordkaukasus gegen die koloniale Politik des russischen Zarenreiches im 18. und 19. Jahrhundert und geht dabei vor allem auf die dagestanische und tschetschenische Dschihadbewegung als einer Protestideologie gegen die Eroberungspolitik der russischen Kaiser ein. Er erforscht die Natur des nordkaukasischen<br/>Dschihad sowie das Funktionieren des islamischen Staatsgebildes (Imamat), das vom dagestanischen Imam Schamil<br/>gegründet wurde.<br/>Die Arbeit besteht aus einer detaillierten Einleitung, elf Kapiteln und einem Schlusswort. Am Ende des Buches findet man ein<br/>hilfreiches Glossar wichtigster Termini, Übersichtskarten zu Kaukasien und eine umfangreiche Bibliographie.<br/>Im ersten Kapitel stellt der Autor die ethnisch-religiöse Vielfalt des nördlichen Kaukasus dar, indem er auf die geopolitische<br/>Dimension der Region und die soziale Struktur Dagestans und Tschetscheniens eingeht. Sidorko analysiert die dortigen Prozesse im Kontext der Gesamtkaukasuspolitik des russischen Zarenreiches im 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts. Der Kaukasus, der „immer zugleich Brücke und Grenzwall war“ (S. 5), wird in seinem Beziehungsgefüge zu den Nachbarmächten (Osmanen, Perser und Russen) dargestellt. Die Aufstandstradition und die mobilisierende Rolle der Religion (des sunnitischen Islam) stehen im Fokus der Analyse.<br/>Im Weiteren beschreibt er detailliert die Revolte von Hadschi Daud (1719-1728) und die Bewegung von Scheich Mansur (1784-1791). Die dagestanischen Aufstände von 1819/20 und 1823 sowie der Dschihad der Tschetschenen 1822-1830 werden im Kontext des verstärkten russischen Vordringens ins kaukasische Gebirge beleuchtet. Sidorko untersucht die Instrumentalisierung des Islam und seine Politisierung innerhalb des nordkaukasischen Klerus im Zusammenhang mit<br/>dem kaukasischen Sufismus. Er stellt die Bindung der dagestanischen und tschetschenischen Ulemas (Islamgelehrten) an den<br/>sufischen Orden Nagschibandiyya (S. 108–120) fest.<br/>Sidorko beschäftigt sich auch mit dem kurzlebigen Imamat von Schamils Vorgänger, dem Imam Gazi Muhammad (1829-1832), und stellt dabei die organisatorischen Strukturen der Dschihad-Bewegung sowie die internen Auseinandersetzungen zwischen den Parteien innerhalb der Imamateliten dar. Er beschreibt den „zweiten“ Imamat von Hamza Bek und analysiert die historischen Dimensionen dieses Staatsgebildes. Im siebten und achten Kapitel konzentriert sich der Autor auf die politische Figur vom Imam Schamil, seinen sozialen Werdegang und die innerstaatliche Struktur seines Imamats (1834-1859). Die innenpolitische Konsolidierung, das Justiz- und Militärwesen und der Zusammenprall verschiedener Traditionen des Islam und lokaler Kultur stehen im Mittelpunkt der Darstellung. Die Außenbeziehungen des Imamats (S. 317-328), die von den Verbindungen zur Osmanischen Pforte bis zur polnischen Exilorganisation „Hotel Lambert“ um den Fürsten Adam Czartoryski reichten, werden sehr detailliert aufgezeigt. Im Abschnitt „Wer waren die Muriden?“ setzt sich Sidorko mit dem russischen Terminus mjuridy auseinander, indem er die Prozesse im Nordkaukasus im religiösen und ideengeschichtlichen Kontext analysiert.<br/>In einem abschließenden Teil zum „Niedergang und Nachleben“ des Imamats von Schamil analysiert Sidorko die Schwächung<br/>des Staates während des Krim-Krieges und in den Jahren danach im Zusammenhang mit den Gründen für den Verfall der dagestanischen Dschihadbewegung.<br/>Die Tatsache, dass der Autor die arabisch- und russischsprachigen Primärquellen aus dem Untersuchungsraum sowie die deutsch-, englisch- und polnischsprachige Sekundärliteratur während seiner Forschungsaufenthalte in Dagestan, Tbilisi, Moskau und Petersburg auswertete, spricht für die fundierte Vorgehensweise von Sidorko, darüber hinaus auch die stringente Struktur sowie eine unkomplizierte, zugleich aber strikt wissenschaftliche Darstellung der historischen Ereignisse.<br/>Die Monographie ist die erste umfangreiche Geschichte des nordkaukasischen Widerstandes gegen das Russische Zarenreich, der es gelingt, die bisherigen Forschungsresultate der sowjetischen (Degoev), westlichen (Knysh, Gammer, Kemper) und kaukasischen Forscher (Ramazanov, Bakichanly, Sumbatzade) in eine moderne Kaukasus- und Islamforschung einzubinden und dank der eigenen Archivaufenthalte in Machačkala zu bereichern.<br/>Die einzige Schwachstelle der Monographie besteht in der uneinheitlichen Transkription der russischen und kaukasischen<br/>Eigennamen.<br/>Die Dissertation von Clemens Sidorko ist nicht nur für Osteuropahistoriker und Kaukasusinteressierte, sondern auch für Turkologen und Islamwissenschaftler von besonderem Interesse.<br/><br/>In: Osteuropa. 11 (2007). S. 270-271.<br/><br/>------------------------------------------------<br/><br/>„Das Buch versucht, Entwicklung und Funktionsweise von Dschihad und Imamat einschließlich ihrer Wurzeln und Vorläufer darzustellen.“<br/><br/>In: Pallasch. Heft 26 (2008). S. 296.
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Other Titles in this Series
Repression, Anpassung, Neuorientierung
Studien zum Islam in der Sowjetunion und dem postsowjetischen Raum
Islam, State, and Society in Independent Azerbaijan
Between Historical Legacy and Post-Soviet Reality - with special reference to Baku and its environs
Muslim – Untertan – Bürger
Identitätswandel in gesellschaftlichen Transformationsprozessen der muslimischen Ostprovinzen Südkaukasiens (Ende 18. bis Anfang des 20. Jahrhunderts). Ein Beitrag zur vergleichenden Nationalismusforschung
Die Schule der georgischen Nation
Eine sozialhistorische Untersuchung der nationalen Bewegung in Georgien am Beispiel der »Gesellschaft zur Verbreitung der Lese- und Schreibkunde unter den Georgiern« (1850 bis 1917)
Osmanismus, Nationalismus und der Kaukasus
Muslime und Christen, Türken und Armenier im 19. und 20. Jahrhundert
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