Die Schönheitsoperation im Strafrecht.

Eine Untersuchung zu den normativen Grenzen chirurgischer Eingriffe bei fehlender medizinischer Indikation.

By (author) Christine Wagner

Book cover: Die Schönheitsoperation im Strafrecht.

Extent: 413 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: German Studies, Law, Philosophy

Series: Strafrechtliche Abhandlungen

Series volume number: 260

Language: German

Paperback (Published)

(April 2015)

ISBN: 9783428145478

6.18 x 9.17 inches

Price: $139.00

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Christine Wagner setzt sich am Beispiel der Schönheitschirurgie mit der deliktsystematischen Bedeutung der medizinischen Indikation und deren behaupteten Auswirkungen auf die Einwilligung auseinander. Auf der Basis eines verfassungsrechtlich fundierten Rechtsgutskonzepts und eines legitimierbaren Paternalismus überprüft Wagner die strafbewehrten Voraussetzungen der Einwilligung auf ihre Legitimation und untersucht weiter den Zusammenhang von Indikationsmangel und Aufklärung sowie aktuellen Gesetzesinitiativen zum Verbot von Schönheitsoperationen bei Minderjährigen.


Das Phanomen der Wunschmedizin, einer arztlichen Behandlung ohne direkten gesundheitlichen Nutzen, ist weit verbreitet. Die Arbeit setzt sich am Beispiel der Schonheitschirurgie mit der strafrechtlichen Bewertung und deliktsystematischen Bedeutung der medizinischen Indikation, insbesondere deren behaupteten Auswirkungen auf die Grenzen der Einwilligung, auseinander. Auf der Grundlage eines verfassungsrechtlich fundierten Rechtsgutskonzepts und eines legitimierbaren Paternalismus werden die strafbewehrten Voraussetzungen der Einwilligung des Patienten auf ihre Legitimation uberpruft. Im Spannungsfeld zwischen Handlungsfreiheit des Patienten, arztlichem Standesrecht und staatlichen Schutzpflichten werden weiter der Zusammenhang von Indikationsmangel und arztlicher Aufklarung anhand des Ansatzes von behavioral law and economics betrachtet sowie aktuelle Gesetzesinitiativen zum Verbot von Schonheitsoperationen bei Minderjahrigen kritisch untersucht. Ausgezeichnet mit dem Fakultatspreis 2014 der Juristischen Fakultat der Ludwig-Maximilians-Universitat Munchen.

A. Einleitung

Kontext der Thematik – Gegenstand und Gang der Untersuchung

B. Grundlagen

Begriffsklärungen, Abgrenzungen und rechtstatsächlicher Hintergrund – Grundlagen aus der Ethik – Verfassungsrechtliche Grundlagen der Einwilligung – Rechtsgut der Körperverletzungsdelikte – Der Schutz des Einzelnen vor sich selbst: moral- bzw. rechtsphilosophische Paternalismusdebatte und Rechtspaternalismus

C. Schönheitsoperationen als Problematik des Kernstrafrechts – Körperverletzung mit Einwilligung

(Eigenmächtige) ärztliche Behandlung – Medizinisch nicht indizierte Behandlungen, insbesondere Schönheitsoperationen – Grundlagen der Einwilligung – Mutmaßliche Einwilligung und nicht indizierte ärztliche Eingriffe – Hypothetische Einwilligung und nicht indizierte ärztliche Eingriffe – Exkurs: Rechtliche Bewertung der Schönheitsoperation außerhalb des Strafrechts

D. Die Funktion der medizinischen Indikation in der strafrechtlichen Deliktssystematik

Die medizinische Indikation als selbständige Zurechnungskategorie? (Auffassungen in der Literatur) – Die medizinische Indikation als unselbständige Zurechnungskategorie

E. Diskussion unterbreiteter Vorschläge zur nicht indizierten Schönheitsoperation de lege ferenda

Schönheitsoperation und ärztliche Aufklärung – insbesondere behavioral law and economics und das Paternalismusproblem – Schönheitsoperation und Einwilligung Minderjähriger bzw. stellvertretende Einwilligung

F. Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse

Anhang: Rechtsprechung

Literaturverzeichnis

Sach- und Personenregister

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