Die allseitige Anknüpfung von Eingriffsnormen im Internationalen Wirtschaftsrecht.
By (author) Meiko Zeppenfeld
Paperback (Published)
(June 2001)
ISBN: 9783428104079
6.18 x 9.17 inches
Price: $116.00
On back order
Der Autor beschäftigt sich mit der Frage, unter welchen Voraussetzungen ausländisches Wirtschaftsrecht (Eingriffsnormen) vor deutschen Gerichten beachtet werden soll.
Eingriffsnormen sind Normen, die nicht vornehmlich dem privaten Interessenausgleich dienen, sondern staats-, wirtschaftspolitische oder sonstige am Gemeinwohl orientierte Interessen verfolgen. Solche Normen finden sich etwa im Außenwirtschaftsrecht, im Kartellrecht, im Währungs- und Devisenrecht, im Kapitalmarkt- und Anlegerschutzrecht oder im Kulturgüter- und Umweltschutz.
Ob und unter welchen Voraussetzungen ausländisches Wirtschaftsrecht im Inland angewendet werden soll, ist nach wie vor eine der umstrittensten Fragen des IPR. Die (spärliche) deutsche Rechtsprechung ist uneinheitlich und steht der Beachtung ausländischen Wirtschaftsrechts insgesamt kritisch gegenüber. In der Literatur sind heute verschiedene Sonderanknüpfungslehren vorherrschend. Danach soll eine ausländische Eingriffsnorm im Inland beachtet werden können, wenn die Norm international anwendungswillig ist, eine enge Beziehung des Sachverhalts zum Erlaßstaat der Eingriffsnorm besteht und die Beachtung der ausländischen Eingriffsnorm nicht gegen Interessen des Forums verstößt. Dabei besteht weitgehende Einigkeit darüber, daß die Verwendung allseitiger Kollisionsnormen, die nicht an der Rechtsnorm, sondern am Lebenssachverhalt ansetzen und auf festen Anknüpfungspunkten aufbauen, für Eingriffsnormen wegen ihres staats- oder wirtschaftspolitischen Charakters nicht in Betracht kommen.
Meiko Zeppenfeld vertritt demgegenüber die These, daß auch für die Bestimmung des anzuwendenden Wirtschaftsrechts allseitige Kollisionsnormen klassischer Prägung herangezogen werden können. Die strukturelle Eingliederung des internationalen Wirtschaftsrechts in das herkömmliche IPR würde insbesondere zu mehr Rechtssicherheit und einer erhöhten Vorhersehbarkeit gerichtlicher und administrativer Entscheidungen führen – Gesichtspunkten, denen im internationalen Wirtschaftsrecht eine kaum zu überschätzende Bedeutung zukommt. Die Möglichkeit allseitiger Kollisionsnormen im internationalen Wirtschaftsrecht wird an Beispielen u.a. zum Außenwirtschafts-, Kartell- und Anlegerschutzrecht illustriert.
Erster Teil: Einführung
Problemstellung Aufbau der Arbeit – Begriffsbestimmungen – Beispielsfälle
Zweiter Teil: Die bisherigen Lösungsansätze
Der Grundsatz der Nichtanwendbarkeit ausländischen öffentlichen Rechts – Die materiellrechtlichen Ansätze – Die kollisionsrechtlichen Ansätze
Dritter Teil: Der eigene Lösungsvorschlag
Die Grundlagen für die Anwendung eines bestimmten nationalen Rechts: Rückführung auf die allgemeinen Prinzipien des Kollisionsrechts – Die Grundlage einer allseitigen »besonderen Anknüpfung« im Eingriffsrecht – Die »Technik« des allseitigen Ausbaus – Die Einwände gegen eine allseitige »besondere Anknüpfung« im Eingriffsrecht – Exemplifikation des allseitigen Ansatzes
Schlußbemerkung
Literaturverzeichnis
Stichwortverzeichnis
- By (author) Meiko Zeppenfeld
Other Titles in this Series
Das Refinanzierungsregister.
Eine Untersuchung mit besonderer Berücksichtigung der Refinanzierungssurrogation, der insolvenzrechtlichen Aspekte und der Fragen von Refinanzierungstransaktionen mit Auslandsbezug.
Volume 285
Die Haftung des Aufsichtsrats im Zusammenhang mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex und § 161 AktG.
Volume 177
System einer Insolvenzauslösung bei der GmbH.
Liquiditätsorientierter Vorschlag für eine Reform der Haftungsverfassung bei der GmbH und für eine Grenze wirksamer Kreditbesicherung zur Vermeidung massearmer Insolvenzen.
Volume 131
Das System der Haftung der Banken bei Aktienemissionen über die Börse.
Von den börsenrechtlichen Grundlagen zur Haftung aus ungeregelten Informationsdienstleistungen (IPO-Studie, Unternehmenspräsentation).
Volume 164
Power-Purchase-Agreements
Rechtliche Grundlagen und Besonderheiten von langfristigen Stromlieferverträgen zur Preisabsicherung und Finanzierung von Erneuerbare-Energien-Anlagen
Volume 379
Dienst- und gesellschaftsvertragliche nachvertragliche Wettbewerbsverbote für Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH.
Analyse der Prüfungsmaßstäbe und Zulässigkeitsgrenzen mit einem Fokus auf Karenzentschädigungen und Maximaldauer.
Volume 339
Neue Ansätze im Insiderrecht und ihre Auswirkungen auf die Beurteilung gestreckter Sachverhalte.
Volume 306
Grundsätze der Gewinnhaftung.
Rechtsvergleichender Beitrag zum Recht der ungerechtfertigten Bereicherung.
Volume 10
Ist der gerichtliche Eigensanierungsrahmen nach dem Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen besonders geeignet für die Sanierung mittelständischer Unternehmen?
Eine Untersuchung über die Anreizwirkung des Sanierungsvorbereitungsverfahrens.
Volume 264
Der angemessene Handlungsrahmen der Zielverwaltung in der Übernahmesituation.
Eine rechtsvergleichende Analyse vor dem Hintergrund ökonomischer Überlegungen zur Corporate Governance.
Volume 218
Sachlegitimation und richtige Prozeßpartei bei innergesellschaftlichen Streitigkeiten in der Personengesellschaft.
Volume 80
Die mangelnde Bedeutung mitgliedschaftlicher Treupflichten im Willensbildungsprozeß der GmbH.
Volume 114
Die Wirksamkeit ausgewählter legislativer Maßnahmen zur Stärkung der Integrität in der Wirtschaft
Volume 358
Der Minderheitenschutz im Insolvenzplanverfahren.
Zwischen verfassungsrechtlicher Notwendigkeit und Sanierungsgefährdung.
Volume 317
Konglomerate Zusammenschlüsse, Verbotsvermutungen und Widerlegungsgründe.
Eine Untersuchung zur Fortentwicklung des Kartellrechts am Beispiel des U.S.-amerikanischen Antitrustrechts.
Volume 57
Der Status des GmbH-Gesellschafters nach der Zwangseinziehung.
Zeitpunkt ihres Wirksamwerdens und Rechtsschutzmöglichkeiten des Betroffenen bei fehlerhafter Einziehung.
Volume 275
Die Haftung der Kartellaufsicht.
Eine Untersuchung zu staatshaftungsrechtlichen Ansprüchen bei dem Vollzug des europäischen und deutschen Kartellrechts.
Volume 260
Beteiligungskontrolle durch Anteilsvinkulierung.
Zur Effektivität der Kontrolle des Beteiligtenkreises mittels Vinkulierungsklausel am Beispiel von GmbH und AG.
Volume 230
Die Gesellschafterbürgschaft in der Insolvenz der Personenhandelsgesellschaft.
Eine Untersuchung zur Reichweite des § 93 InsO.
Volume 200
Ein Framework für das DRSC.
Modell einer verfassungskonformen gesellschaftlichen Selbststeuerung im Bilanzrecht.
Volume 154
Similar Books
Global Gulf
Geo-Economic, Geo-Political, and Geo-Technological Transformation in Saudi Arabia, the United Arab Emirates, and Qatar
Invisible Labour in Antiquity
Visualizing Obscure Work in the Ancient Mediterannean and West Asia
Volume 1
Legal Pluralism and the Tajik Experience of Xinjiang
Between Custom and the Chinese State: An Ethnographic Perspective
Liturgia semper reformanda
Adaptations and accommodations in the liturgy in light of canon 838 of the Code of Canon Law
Credit Default Swap-Aktivismus
Eine ökonomische Analyse und rechtliche Bewertung der Einflussnahme von Credit Default Swap-Investoren auf Unternehmen
Die Konjunkturkomponente des Grundgesetzes
Die konjunkturbedingte Kreditaufnahme im System der Kreditermächtigungen, europarechtlichen und gesamtwirtschaftlichen Verpflichtungen der Finanzverfassung
Indirekte Enteignung
Verfassungsunmittelbar gebotene Entschädigungspflicht im Spiegel des Mehrebenensystems
Kollektivismus und Individualismus im Aktienrecht
Zum Einfluss aktienrechtlicher Paradigmen auf die Rechtsentwicklung in Deutschland und den USA
Künstlervertragsmodelle in der Musikwirtschaft
Rechtliche Grenzen der künstlerbezogenen Nebenrechteverwertung im Erlös-, Vermittlungs-, Options- und Leistungsmodell
Mehrdimensionale Diskriminierungen
Rechtliche Erfassung von Intersektionalität und Benachteiligungsstrukturen am Beispiel von Art. 3 Abs. 3 GG
Rechtssubjektivität für Künstliche Intelligenz
Eine Untersuchung von Zuerkennungsgründen für die "ePerson"
Schadensrecht im Wandel
A Turning Point for Punitive Damages? / Zeitenwende beim Strafschadensersatz? Volume II
Strukturierter Parteivortrag im digital geführten Zivilprozess
Richterliche Verfahrensleitung und Sanktionierung parteiseitigen Fehlverhaltens
Zeugnisverweigerungsrechte in modernen Familienformen
Zur Notwendigkeit einer Erweiterung der Zeugnisverweigerungsrechte für Angehörige gemäß § 52 Abs. 1 StPO im Licht des Art. 6 Abs. 1 GG
Circumvention of Law in Polish Private Law
A Comparative Analysis from Polish, German and European Perspectives
How to Ensure Predictability in Legal Pluralism
Merchants and their Interaction in Late Medieval Europe
