Das Vergewaltigungsverbot im bewaffneten Konflikt.
Entwicklung, Definition und Durchsetzung.
By (author) Anke Biehler
Paperback (Published)
(August 2017)
ISBN: 9783428150120
6.18 x 9.17 inches
Price: $189.00
On back order
Gegenstand der Arbeit ist das Vergewaltigungsverbot im bewaffneten Konflikt. Anke Biehler behandelt die historische Entwicklung des Verbots im Hinblick auf dessen völkerrechtliche Bedeutung und Definition sowie im Hinblick auf das Problem der Durchsetzung des Verbots. Abschließend werden Überlegungen angestellt, ob das Vergewaltigungsverbot im bewaffneten Konflikt heute nicht nur als Völkergewohnheitsrecht, sondern auch als jus cogens anzusehen ist.
»The Prohibition of Rape in Armed Conflict«
Rape in armed conflict is a phenomenon as old as war and armed conflict itself. Nevertheless, in many armed conflicts throughout the world rape is still a common, daily practice with devastating consequences for the victims and their societies. This book examines the prohibition of rape in armed conflict as it exists today and which conduct it covers exactly. To this end, the historic development of the prohibition of rape in armed conflict is examined before looking at its significance and definition in international and international criminal law. It is also analysed whether the prohibition of rape in armed conflict is part of customary international humanitarian law and whether it constitutes a peremptory norm of international law (jus cogens). Finally, the book looks on how the prohibition of rape is enforced today.
Einführung in den Untersuchungsgegenstand der Arbeit
1. Historische Entwicklung des Vergewaltigungsverbots im Kriegsvölkerrecht (Antike bis zum 1. Weltkrieg)
Vergewaltigung im antiken Kriegsrecht (ca. 1100 v. Chr. – 4./6. Jhd.) – Vergewaltigung im Kriegsrecht des Mittelalters (ca. 4./6. Jhd. – 15. Jhd.) – Die Entwicklung des Vergewaltigungsverbots im Kriegsrecht der frühen Neuzeit (1494–1648 / »Spanisches Zeitalter«) – Die Entwicklung des Vergewaltigungsverbots im Kriegsrecht zwischen Westfälischem Frieden und Wiener Kongress (1648–1815 / »Französisches Zeitalter«) – Die Entwicklung des Vergewaltigungsverbots im Kriegsrecht vom Wiener Kongress bis zum 1. Weltkrieg (1815–1914 / »Britisches Zeitalter«) – Vergewaltigungen und ihre rechtliche Behandlung im 1. Weltkrieg und der Zwischenkriegszeit – Bewertung und Ergebnisse
2. Das Vergewaltigungsverbot im 2. Weltkrieg
Vergewaltigungen während des 2. Weltkriegs und ihre juristische Aufarbeitung in Europa – Vergewaltigungen während des japanisch-chinesischen Krieges (1937–45) und des 2. Weltkriegs im Pazifik und ihre juristische Aufarbeitung – Bewertung und Ergebnisse
3. Entwicklung des Vergewaltigungsverbots im bewaffneten Konflikt nach dem 2. Weltkrieg (seit 1949)
Humanitär-völkerrechtliche Kodifikationen seit Ende des 2. Weltkriegs – Menschenrechtliche Vergewaltigungsverbote – Weiterentwicklung des völkervertragsrechtlichen Vergewaltigungsverbots im humanitären Völkerrecht seit 1949 – Das Vergewaltigungsverbot in bewaffneten Konflikten als Völkergewohnheitsrecht – Das Vergewaltigungsverbot im bewaffneten Konflikt als allgemeiner Rechtsgrundsatz
4. Das Verbot von Vergewaltigung in bewaffneten Konflikten seit 1990 und Staatenverantwortlichkeit
Konzept der Staatenverantwortlichkeit (›state responsibility‹) – Staatenverantwortlichkeit im humanitären Völkerrecht – Die Verletzung des Vergewaltigungsverbots im bewaffneten Konflikt als schwerwiegende Verletzung zwingender völkerrechtlicher Normen – Individualansprüche gegen einen verantwortlichen Staat
5. Das Verbot von Vergewaltigung in den Statuten der internationalen Ad hoc-Tribunale für das ehemalige Jugoslawien und Ruanda (seit 1990)
Die Strafbarkeit von Vergewaltigung nach dem Statut des International Criminal Tribunal for Yugoslavia (ICTY) – Die Strafbarkeit von Vergewaltigung nach dem Statut des International Criminal Tribunal for Rwanda (ICTR)
6. Probleme des Tatbestands der Vergewaltigung in der Rechtsprechung der Ad hoc-Tribunale
Die völkerstrafrechtliche Definition des Tatbestands der Vergewaltigung – Gesamtbetrachtung zur Definition des völkerstrafrechtlichen Tatbestands der Vergewaltigung mit Bewertung – Vergewaltigung als Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Form von Folter, unmenschlicher Behandlung und vorsätzlicher Verursachung großer Leiden oder schwerer Verletzungen der körperlichen Unversehrtheit sowie Verfolgung – Bewertung der Rechtsprechung zu Vergewaltigung als Folter und unmenschlicher Behandlung sowie vorsätzlicher Verursachung großer Leiden oder schwerer Verletzungen der körperlichen Unversehrtheit und Verfolgung – Vergewaltigung als Völkermord – Probleme des Opfer- und Zeugenschutzes – Weiterentwicklung und Bewertung der Rechtsprechung der Ad hoc-Tribunale zum Tatbestand der Vergewaltigung
7. Das Vergewaltigungsverbot im Statut des Internationalen Strafgerichtshofs (1998)
Rechtsgrundlage und Jurisdiktion – Verbrechen gegen die Menschlichkeit (Art. 7) – Kriegsverbrechen (Art. 8) – Völkermord (Art. 6) – Bewertung der Ausgestaltung des Vergewaltigungsverbots im römischen Statut
8. Vergewaltigung und sexuelle Gewalt im Verfahrensrecht des Internationalen Strafgerichtshofs
Zeugenschutz nach dem römischen Statut – Die Beteiligung der Opfer von Vergewaltigungen an Verfahren vor dem IStGH – Wiedergutmachung für Opfer von Vergewaltigungen nach dem römischen Statut – Gesamtbetrachtung der Stellung von Opfern sexueller Gewalt wie Vergewaltigung in Verfahren vor dem IStGH
9. Der völkerrechtliche Tatbestand der Vergewaltigung in der Praxis des Internationalen Strafgerichtshofes
Vergewaltigung und sexuelle Gewalt im Fall Lubanga (Demokratische Republik Kongo) – Vergewaltigung und sexuelle Sklaverei in den Verfahren gegen Ngudjolo Chui und Katanga – Weitere bisherige Anklagen wegen Vorwürfen der Vergewaltigung und der sexuellen Gewalt – Reparationen – Ausblick
10. Schlussfolgerungen zur Entwicklung, Definition und Durchsetzung des Vergewaltigungsverbots im bewaffneten Konflikt
Entwicklung und Stand des Vergewaltigungsverbots im bewaffneten Konflikt – Der völkerrechtliche Rahmen des Vergewaltigungsverbots und die völkerstrafrechtliche Definition des Tatbestandes – Durchsetzung des Vergewaltigungsverbots im bewaffneten Konflikt – Ausblick
Summary
Literatur- und Stichwortverzeichnis
Anke Biehler ist Rechtsberaterin beim Internationalen Komitee vom Roten Kreuz. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Konstanz und Genf und dem Referendariat im OLG Bezirk Stuttgart war sie am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht in Freiburg/Brsg. Referentin für das Sachgebiet Europa. Für das Internationale Komitee vom Roten Kreuz arbeitete sie als Delegierte und Rechtsberaterin auf den Philippinen, in der Demokratischen Republik Kongo, in Pakistan und am Hauptsitz in Genf.
- By (author) Anke Biehler
Other Titles in this Series
Kriegserklärung und Kriegszustand nach Klassischem Völkerrecht,
mit einem Beitrag zu den Gründen für eine Gleichbehandlung Kriegführender.
Volume 91
Individualrechtsschutz gegen menschenrechtswidrige hoheitliche Maßnahmen von Übergangsverwaltungen der Vereinten Nationen am Beispiel der United Nations Interim Administration Mission in Kosovo.
Volume 199
Das Verhältnis zwischen dem ständigen Internationalen Strafgerichtshof und dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen.
Art. 13 lit. b) IStGH-Statut und der Darfur-Konflikt vor dem Gerichtshof.
Volume 192
Die Geschlossenheit der Völkerrechtsordnung
Eine Untersuchung zum Lotus-Grundsatz des Internationalen Gerichtshofs und Lücken im Völkerrecht
Volume 270
Die Kompetenz-Kompetenz zum Abschluß völkerrechtlicher Verträge in der italienischen Lehre.
Eine rechtsdogmatische Untersuchung. Zugleich ein Beitrag zur Kritik der deutschen Lehre.
Volume 54
Internationaler Kulturgüterschutz.
Ansätze zur Prävention im Frieden sowie im bewaffneten Konflikt.
Volume 102
Wirtschaft und Menschenrechte.
Staatliche Schutzpflichten auf der Basis regionaler und internationaler Menschenrechtsverträge.
Volume 196
“Aut dedere – aut iudicare”.
Herkunft, Rechtsgrundlagen und Inhalt des völkerrechtlichen Gebotes zur Strafverfolgung oder Auslieferung.
Volume 162
Das menschenrechtliche Prinzip des Non-Refoulement vor den Vertragsorganen der Vereinten Nationen.
Volume 257
Das Verschwindenlassen von Personen in der Rechtsprechung internationaler Menschenrechtsgerichtshöfe.
Volume 225
Probleme der Anwendung multilateraler Verträge.
Gegenseitigkeit und Anwendbarkeit hinsichtlich der Vertragspartner.
Volume 33
Das Rechtsmißbrauchsverbot im heutigen Völkerrecht.
Eine Untersuchung zur Entwicklung und Anwendbarkeit eines Begriffes.
Volume 80
Odious Debts.
Status quo und Regelungsmodell unter besonderer Berücksichtigung internationaler Menschenrechte.
Volume 212
Die Rechtmäßigkeit von UNO-Wirtschaftssanktionen in Anbetracht ihrer Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung.
Grenzen der Kompetenzen des Sicherheitsrates am Beispiel der Maßnahmen gegen den Irak und die Bundesrepublik Jugoslawien.
Volume 139
Die Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit als Aufgabe des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen.
The Jurisdiction of the United Nations Security Council With Regard to the Maintenance of International Peace and Security (English Summary).
Volume 130
Die Interpretation des völkerrechtlichen Gewaltverbots und möglicher Ausnahmen – Russische Doktrin und Praxis.
Volume 250
Kunst im Krieg.
Eine völkerrechtliche Betrachtung der deutsch-russischen Kontroverse um kriegsbedingt verbrachte Kulturgüter.
Volume 152
Die Verwirkung von Souveränität und souveränen Rechten
Ein Beitrag zur Lehre von der Rechts- und Herrschaftsverwirkung
Volume 261
Similar Books
East Meets West: Justice, Law, and Politics
The 13th Kobe Lecture and the 2nd IVR Japan International Conference, Chiba, September 2023
False Friends in Comparative Law
Advantages and Risks of Legal Transplants in Civil Law – the Polish-German Perspective
Law, Economics, and Inequalities in the Welfare State
Proceedings of the Special Workshops held at the 31st World Congress of the International Association for Philosophy of Law and Social Philosophy in Seoul, Republic of Korea, 2024
Legal Pluralism and the Tajik Experience of Xinjiang
Between Custom and the Chinese State: An Ethnographic Perspective
Liturgia semper reformanda
Adaptations and accommodations in the liturgy in light of canon 838 of the Code of Canon Law
The EPPO/OLAF Compendium of National Procedures: Estonia
Desktop codes on the procedural law of the Member States with annotations by national experts
The EPPO/OLAF Compendium of National Procedures: Greece
Desktop codes on the procedural law of the Member States with annotations by national experts
The EPPO/OLAF Compendium of National Procedures: Italy
Desktop codes on the procedural law of the Member States with annotations by national experts
The Right to Regulate of Developing Countries in International Investment Law
A Contextual Approach to International Investment Agreements
Volume 11
(Bloß) symbolische Rechtsetzung
Eine interdisziplinäre Untersuchung der deutschen Glücksspielregulierung auf ihre funktionelle und symbolische Wirkung
Abwendung sozialrechtlicher Vermögenssanktionen als Abrechnungsbetrug?
Zur Übertragbarkeit der Ausklammerung geldwerter staatlicher Sanktionen aus dem Vermögensbegriff auf den Vergütungsausschluss in der vertragsärztlichen Versorgung
Active Space Debris Removal
Rechte und Pflichten der Staaten im Kontext der aktiven Weltraumabfallbeseitigung
Volume 268
Annäherungen an das japanische Recht
Festschrift für Heinrich Menkhaus zum 70. Geburtstag
Volume 245
Artikel 102 AEUV und Nachhaltigkeit
Eine juristisch-ökonomische Analyse der Berücksichtigungsfähigkeit von Nachhaltigkeitsbelangen im Rahmen der Missbrauchsaufsicht
Ausforschung und Rechtsdurchsetzung im Unionsprivatrecht
Herleitung und Ausgestaltung eines allgemeinen unionsrechtlichen Informationsrechts
Britische Verfassungsgerichtsbarkeit
Modellbegründung aus Anlass der graduellen Selbstermächtigung während der Brexit-Krise
Compliance-Organisation von Institutskonzernen im Schnittfeld von Gesellschaftskonzern- und Finanzmarktrecht
Volume 294
Credit Default Swap-Aktivismus
Eine ökonomische Analyse und rechtliche Bewertung der Einflussnahme von Credit Default Swap-Investoren auf Unternehmen
Das grundrechtliche Vorrangprinzip
Der Freiheitsschutz des Grundgesetzes im europäischen Grundrechtsverbund
Das rechtliche Erbe Österreichs im polnischen Verwaltungsverfahren
Zum 100-jährigen Jubiläum des Allgemeinen Verwaltungsverfahrensgesetzes (AVG 1925–2025)
Das rechtsgeschäftliche Surrogat im Rechtsvergleich
Eine Untersuchung zum Herausgabeanspruch nach deutschem und englischem Recht unter besonderer Berücksichtigung des Tracing
Das Rheinische Recht
Neue Perspektiven auf die Geschichte des französischen Rechts an Rhein und Mosel, ca. 1750 bis 1900
Das Rückschrittsverbot als Instrument Europäischen Werteschutzes
Schutz unionaler Werte im Spannungsfeld nationalstaatlichen Pluralismus
Das Spannungsverhältnis von Freiwilligkeit und Zwang
Eine grenzüberschreitende Untersuchung obligatorischer Schiedsverfahren
Volume 248
