Musiktherapie mit Trennungskindern
Triangulierungsprozesse in der Einzel- und Gruppenmusiktherapie
By (author) Nicola Nawe
(Paperback) (Published)
(May 2010)
ISBN: 9783895007323
Price: $38.00
Out of stock
Die Trennung der Eltern ist für jedes Kind ein einschneidendes Erlebnis. Musiktherapie kann zu diesem gesellschaftlich relevanten Thema einen wichtigen Beitrag leisten. Sie stellt für betroffene Kinder und Jugendliche einen Rahmen her, das Auseinanderfallen der familiären Triade zu verarbeiten. Das Buch beschreibt musiktherapeutische Grundlagen und Behandlungsformen auf der Basis der Triangulierungsforschung. In ausführlichen Fallgeschichten aus Einzel- und Gruppentherapie entsteht ein umfassendes Bild der musiktherapeutischen Beziehungsarbeit mit Trennungs- und Scheidungskindern.
English summary: This book explores various psychotherapeutic intervention options with children of separation and divorce, in depth psychology oriented music therapy. Scientific foundations as well as practical relevance are included in this qualitative study.Detailed case studies depict a comprehensive view of music therapy work with children of divorce. Their difficulties in dealing with and processing parent separation are viewed and illustrated from various perspectives. A concept for group music therapy with children of divorce is initially presented in compound modules.A new treatment approach for working with separation and divorce centers on the concept of triangulation. This concept describes, at first in general, a child’s assimilation of experiences relating to the triangle of mother father child, a not always simple process.In the following presented approach, the author poses the question as to how this triangulation process may change for a child when the relationship between parents no longer exists.Music therapy and especially music therapy improvisation offers great leeway in working with triadic structures and processes. In addition to her limitations and strain, the child’s resources, with which she had mastered the experience of divorce so far, come to light.The author additionally proposes several new terms, such as the music therapy third, and then proceeds to apply current research concerning triangulation to the field of music therapy. Consequently, she makes evident how music therapy can be indicative of triadic processes, as exemplified by musical structures of playing in which common relationship constellations are depicted.This access, via music therapy, to childrens issues related to divorce is also applicable for other patient groups with relationship difficulties who have not been affected by parental separation. This approach, in which the author addresses a socially relevant subject, additionally offers impetus for fields non-related to music therapy. German description: Das Buch beschreibt die psychotherapeutischen Behandlungsmoglichkeiten von Trennungs- und Scheidungskindern in der tiefenpsychologisch ausgerichteten Musiktherapie. Es enthalt eine wissenschaftlich begrundete und gleichermassen praxisnahe qualitative Untersuchung.In ausfuhrlichen Einzelfallschilderungen entfaltet sich ein umfassendes Bild der musiktherapeutischen Beziehungsarbeit mit Trennungskindern. Ihre Schwierigkeiten im Umgang mit der Trennung der Eltern und deren Verarbeitung werden aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und erklart. Das Konzept fur die Gruppenmusiktherapie mit Trennungskindern wird erstmals in mehreren Modulen vorgestellt.Eine neue Herangehensweise bei der Beschaftigung mit Trennung und Scheidung steht im Mittelpunkt: der Begriff der Triangulierung. Dieser Begriff beschreibt zunachst allgemein, wie sich ein Kind die Erfahrungen im Dreieck Mutter-Vater-Kind innerlich aneignet; ein nicht immer einfacher Prozess. In dem hier vorgestellten Ansatz stellt die Autorin nun die Frage, wie sich dieser Triangulierungsprozess fur das Kind verandern kann, wenn die Beziehung zwischen den Eltern nicht mehr besteht.Die Musiktherapie, insbesondere die musiktherapeutische Improvisation, erweist sich als ein besonders beweglicher Spielraum fur die Arbeit mit triadischen Strukturen und Prozessen. Neben vielen Einschrankungen und Belastungen treten hier auch die Ressourcen des Kindes ans Licht, mit denen es die Trennungserfahrung bislang gemeistert hat. Die Autorin entwirft weiterhin einige neue Begrifflichkeiten (z.B. das musiktherapeutische Dritte) und arbeitet auf diese Weise den Ertrag der aktuellen Triangulierungsforschung fur die Musiktherapie heraus. Umgekehrt macht sie deutlich, dass die Musiktherapie Hinweise fur das Verstandnis von triadischen Prozessen an sich bieten kann (z.B. durch musikalische Strukturen, in denen sich typische Beziehungskonstellation zeigen).Dieser musiktherapeutische Zugang zur Trennungskinderproblematik ist ebenfalls von Nutzen fur andere Patientengruppen mit Beziehungsschwierigkeiten, die jedoch nicht von einer Trennung der Eltern betroffen sind. Die Herangehensweise, mit der sich die Autorin dieser gesellschaftlich relevanten Thematik widmet, enthalt weiterhin auch Impulse fur andere, nicht musiktherapeutische Arbeitsfelder.
- By (author) Nicola Nawe
„Fazit<br/><br/>„Wer spielt den dritten Ton“, so fragt die Autorin am Ende ihres wichtigen Buches (148). Sie antwortet zunächst aus der Perspektive des betroffenen Kindes, dass es „wieder den ‚dritten Ton’ spielen darf, innerlich gehalten und fern von der vorgereiften Position als Ersatzpartner (150). „Aus der Sicht einer flexiblen Triade“ jedoch müsse gelten, „dass jeder der drei Beteiligten wechselweise die Möglichkeit hat, den ‚dritten Ton’ zu spielen, je nach Erfordernis oder aktueller Situation (ebd.).<br/><br/>Auf dem Buchrücken wird formuliert, dass Musiktherapie zu dem „gesellschaftlich relevanten Thema“ der Trennungskinder einen „wichtigen Beitrag leisten“ könne. Das kann sie aber nur, wenn die Triade Familie - Schule - Gesundheitssystem irgendwann einmal hoffentlich die Qualität einer „flexiblen Triade“ bekommt, in der dann auch die Musiktherapie immer wieder „die Möglichkeit hat, den ‚dritten Ton’ zu spielen“. Frau Dr. Nawe verkörpert in ihrer Profession als Studienrätin, Musiktherapeutin und Forscherin diese zukunftsweisende Perspektive einer flexiblen Triade, in der Musiktherapie tatsächlich ein „gesellschaftlich relevantes Thema“ werden kann. Heute ist es leider erst noch ein seltener Glücksfall, wenn den betroffenen Familien und ihren Kindern solche wichtigen Hilfen zuteil werden.“<br/><br/>Prof. Hartmut Kapteina<br/><br/>In: Socialnet<br/><a target="_blank" href="http://www.socialnet.de/rezensionen/10278.php">http://www.socialnet.de/rezensionen/10278.php</a><br/>(28. Juni 2011)
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