Prozedurale Lebensschutzkonzepte des Medizinstrafrechts.

Eine Analyse der prozeduralen Vorschriften am Anfang und am Ende des strafrechtlichen Lebensschutzes.

By (author) Julia Ströhlein

Book cover: Prozedurale Lebensschutzkonzepte des Medizinstrafrechts.

Extent: 344 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: Law, Medicine, Social Sciences 

Series: Schriften zum Strafrecht

Series volume number: 365

Language: German

Paperback (Published)

(December 2020)

ISBN: 9783428180318

6.18 x 9.17 inches

Price: $139.00

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Prozedurale Lebensschutzkonzepte stellen eine gesetzliche Strategie dar, um strafrechtlichen Schutz trotz tatsächlicher und/oder empirischer Ungewissheiten am Anfang und am Ende des menschlichen Lebens verwirklichen zu können. Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass die einzelnen, ausgewählten Bereiche des Medizinstrafrechts auf prozedurale Strukturen angewiesen sind. Die Aufnahme der prozeduralen Elemente in die einzelnen Regelungskomplexe überzeugt in dogmatischer Hinsicht jedoch nicht


Prozedurales Recht stellt sich als gesetzliche Regelungstechnik dar, welche sich verfahrensformiger Ablaufe bedient, um rechtliche Flexibilitat zu erreichen. Es gelangt vermehrt dann zum Einsatz, wenn tatsachliches Wissen fehlt oder aber – auch ethisch behaftete – schwer entscheidbare Fragen im Kontext eines zunehmenden Pluralismus beantwortet werden mussen. Die Arbeit liefert einen Beitrag zur Untersuchung dieser Regelungstechnik zum Schutz des menschlichen Lebens im interdisziplinar gepragten Medizinstrafrecht. Dabei werden insbesondere die strafrechtlich sehr umstrittenen Bereiche des Schwangerschaftsabbruchs, der Praimplantationsdiagnostik sowie der Sterbehilfe untersucht. Die Autorin kommt dabei zu dem Ergebnis, dass die einzelnen prozeduralen Lebensschutzkonzepte aus unterschiedlichen Grunden zwar durchaus auf prozedurale Strukturen angewiesen sind, die dogmatische Umsetzung der prozeduralen Strategie in die einzelnen Regelungskomplexe jedoch nicht uberzeugt.

1. Einleitung: Thematik – Ziel der Arbeit – Begründung der thematischen Eingrenzung auf die strafrechtlichen Schnittstellen von Leben und Tod – Gang der Arbeit
2. Die verschiedenen Lebensschutzkonzepte: Lebensschutzkonzepte am Anfang des menschlichen Lebens – Die Sterbehilfe als Lebensschutzkonzept am Ende des menschlichen Lebens
3. Das Wesen der Prozeduralisierung im Allgemeinen: Die verschiedenen Ursprungsadern der Prozeduralisierung – Zur Prozeduralisierung im Strafrecht
4. Prozedural-affines Medizinstrafrecht: Die Interdisziplinarität des Medizinstrafrechts als Fluch und Segen – Die Medizin als Kernelement des Medizinstrafrechts – Fazit
5. Entwicklung einer eigenständigen Definition prozeduralen Rechts
6. Verfassungsrechtliche Grenzen einer strafrechtlichen Prozeduralisierung: Das Gesetzlichkeitsprinzip, Art. 103 Abs. 2 GG – Parlamentsvorbehalt und Wesentlichkeitstheorie – Der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz und das ultima ratio-Prinzip im Strafrecht – Das Untermaßverbot – Ergebnis zu den verfassungsrechtlichen Grenzen prozeduralen Rechts
7. Analyse der prozeduralen Lebensschutzkonzepte: Analyse der §§ 218 ff. StGB – Analyse der Präimplantationsdiagnostik nach § 3a ESchG – Analyse der §§ 1901a ff. BGB – Exkurs: Prozeduralisierungstendenzen der Sterbehilfe de lege ferenda
8. Ergebnisse der Analyse und Lösungsvorschläge: Prozedurale Umsetzung der Präimplantationsdiagnostik de lege ferenda – Prozedurale Umsetzung der anderen Lebensschutzkonzepte – Festgestellte Auswirkungen einer Prozeduralisierung strafrechtlicher Lebensschutzkonzepte – Fazit zu den untersuchten prozeduralen Lebensschutzkonzepten
9. Kapitel: Fazit und Ausblick: Fazit zu Prozeduralisierungen am Anfang und am Ende des strafrechtlichen Lebensschutzes – Ausblick de lege ferenda
Literatur- und Sachwortverzeichnis

  • By (author) Julia Ströhlein