Das Versicherungsvertragsrecht – ein Spiegel der vorgesetzlichen Praxis?

Das Binnenversicherungsrecht und seine Quellen vom Preußischen Allgemeinen Landrecht (1794) bis zum Versicherungsvertragsrecht (1908).

By (author) Matthias Bogner

Book cover: Das Versicherungsvertragsrecht – ein Spiegel der vorgesetzlichen Praxis?

Extent: 670 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: Law

Series: Comparative Studies in the History of Insurance Law / Studien zur vergleichenden Geschichte des Versicherungsrechts

Series volume number: 19

Language: German

Hardback (Published)

(September 2022)

ISBN: 9783428183135

6.18 x 9.17 inches

Price: $202.00

Out of stock

Stellt das deutsche Versicherungsvertragsrecht tatsächlich nur ein Abbild der vorgesetzlichen Allgemeinen Versicherungsbedingungen dar? Diese Forschungsarbeit unternimmt eine detaillierte dogmengeschichtliche Analyse, die den Werdegang des Versicherungsrechts vom Preußischen ALR (1794) bis zum VVG (1908) nachzeichnet. Zahlreiche historische Quellen belegen, dass neben der Versicherungspraxis auch etliche andere Akteure mit völlig anderen Intentionen das bis heute geltende Recht prägten.


Das deutsche Versicherungsvertragsrecht ist ein Produkt der vorgesetzlichen Praxis – so lautet jedenfalls ein gangiges Narrativ, das in der rechtsgeschichtlichen Forschung haufig kopiert wird. Die vorliegende Forschungsarbeit analysiert diese Behauptung kritisch. Der Fokus liegt dabei auf dem historischen Feuer- und Lebensversicherungsrecht. In einem ersten Teil wird mithilfe historischer Gesetzgebungsmaterialen herausgearbeitet, wie das Preussische Allgemeine Landrecht (1794) sich an einer Kodifikation des nicht-maritimen Versicherungsrechts versuchte, obwohl die entsprechende Versicherungspraxis noch in ihren Anfangen steckte, und dabei teilweise originar rechtsschopfend wirkte. Der zweite Teil untersucht, wie stark die Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) des 19. Jahrhunderts das Versicherungsvertragsgesetz von 1908 pragten. Stets wird auch ein moglicher Einfluss anderer Rechtsquellen, z. B. staatlicher Brandkassen oder auslandischer Kodifikationen, in die Analyse einbezogen.

1. Einführung und historischer Kontext: Die Problemstellung – Wege, Ziele und Stolpersteine der vorliegenden Forschungsarbeit – Der rechtliche und rechtshistorische Kontext

2. Das Binnenversicherungsrecht im Preußischen Allgemeinen Landrecht (1794) und sein Verhältnis zur Versicherungspraxis: Stand der Forschung und weiterer Gang der Untersuchung – Das Allgemeine Landrecht und sein Binnenversicherungsrecht – Die »Erste Gründungswelle« in der Privatversicherungswirtschaft – Historische Analyse einzelner versicherungsrechtlicher Figuren

3. Die Kodifikationsbewegung des 19. Jahrhunderts im Versicherungsrecht und das Versicherungsvertragsgesetz (1908): Stand der Forschung und weiterer Gang der Untersuchung – Das deutsche Binnenversicherungswesen ab ca. 1850 –Die versicherungsrechtliche Kodifikationsbewegung des 19. Jahrhunderts – Historische Analyse einzelner versicherungsrechtlicher Figuren

4. Das gesamte Bild: Zusammenfassung wesentlicher Thesen – Ausblick: ein europäisches Versicherungsvertragsrecht?

Quellen-, Literatur- und Sachverzeichnis

  • By (author) Matthias Bogner

Review - German Es handelt sich um eine hochst lesenswerte Untersuchung, welche die Grundfrage nach dem Einfluss der Versicherungspraxis auf die Gesetzgebung in differenzierter und tiefgrundiger Weise beantwortet. Damit leistet das Werk nicht nur einen Beitrag zum Verstandnis der behandelten versicherungsvertragsrechtlichen Kodifikationen und der darin enthaltenen dogmatischen Figuren, sondern es bietet daruber hinaus auch ubergreifende Erkenntnisse zur Entstehung von Gesetzen, zu den treibenden Motiven und Akteuren sowie zu den Wegen zur Umsetzung der Regelungsziele. Prof. Dr. Christian Armbruster, in: Rabels Zeitschrift fur auslandisches und internationales Privatrecht, Bd. 87, 2/2023

»Es handelt sich um eine höchst lesenswerte Untersuchung, welche die Grundfrage nach dem Einfluss der Versicherungspraxis auf die Gesetzgebung in differenzierter und tiefgründiger Weise beantwortet. Damit leistet das Werk nicht nur einen Beitrag zum Verständnis der behandelten versicherungsvertragsrechtlichen Kodifikationen und der darin enthaltenen dogmatischen Figuren, sondern es bietet darüber hinaus auch übergreifende Erkenntnisse zur Entstehung von Gesetzen, zu den treibenden Motiven und Akteuren sowie zu den Wegen zur Umsetzung der Regelungsziele.« Prof. Dr. Christian Armbrüster, in: Rabels Zeitschrift für ausländisches und internationales Privatrecht, Bd. 87, 2/2023