Deutsche Messübersetzungen des Spätmittelalters

Untersuchungen auf der Grundlage ausgewählter Handschriften und vorreformatorischer Drucke

By (author) Mathias Henkel

Book cover: Deutsche Messübersetzungen des Spätmittelalters

Extent: 360 pages

Publisher: Dr. Ludwig Reichert Verlag

Subjects: Medieval Studies

Series: Imagines Medii Aevi. Interdisziplinäre Beiträge zur Mittelalterforschung

Series volume number: 27.0

Language: German

Hardback (Published)

(March 2011)

ISBN: 9783895007583

Price: $117.00

In stock

PDF (Published)

(January 2010)

ISBN: 9783954908226

Price: $98.00

Thomas Müntzer was the first among the reformers to not only hold Mass and the daily prayer in German, but to set these liturgical forms down in print, allowing them to be distributed around the city of Allstedt, Germany. In the years 1523 and 1524, several writings appeared in quick succession, including “Ordnung und Berechnung des Deutschen Amtes zu Allstedt” (Order and Calculation by the German Office of Allstedt), which introduced a German liturgy and sought to replace the Latin version.<br/>But in contrast to German Mass itself, the translation of German Mass texts do not stem from the impulses of the reformers, but find their roots in the late Middle Ages. This study focuses on the hand-written translations dating from the early 14th Century to 1516. This temporal restriction is necessary, as from the beginning of the reform movement the liturgy not only translated, but also changed and celebrated texts, thus distancing them more and more from their Latin originals.<br/>Mathias Henkel examines both the reception of the translations, as well as their form and function. An edition and a transcription of most texts round out the study.


English Summary: Thomas Muntzer was the first among the reformers to not only hold Mass and the daily prayer in German, but to set these liturgical forms down in print, allowing them to be distributed around the city of Allstedt, Germany. In the years 1523 and 1524, several writings appeared in quick succession, including “Ordnung und Berechnung des Deutschen Amtes zu Allstedt” (Order and Calculation by the German Office of Allstedt), which introduced a German liturgy and sought to replace the Latin version. But in contrast to German Mass itself, the translation of German Mass texts do not stem from the impulses of the reformers, but find their roots in the late Middle Ages. This study focuses on the hand-written translations dating from the early 14th Century to 1516. This temporal restriction is necessary, as from the beginning of the reform movement the liturgy not only translated, but also changed and celebrated texts, thus distancing them more and more from their Latin originals. Mathias Henkel examines both the reception of the translations, as well as their form and function. An edition and a transcription of most texts round out the study. German Description: Thomas Muntzer war der erste unter den Reformatoren, der die Messe und das Tagzeitengebet nicht nur in deutscher Sprache hielt, sondern seine liturgischen Formulare auch in den Druck gab und auf diese Weise uber seine Wirkungsstatte Allstedt hinaus verbreiten liess. In den Jahren 1523 und 1524 erschienen in kurzer Folge mehrere Schriften, darunter “Ordnung und Berechnung des Deutschen Amtes zu Allstedt”, die eine deutsche Liturgie vorstellten und die lateinische zu ersetzen versuchten. Doch im Gegensatz zur deutschen Messe basiert die deutsche Messubersetzung nicht auf Impulsen der Reformatoren, sondern reicht bis ins Spatmittelalter zuruck. Die vorliegende Studie konzentriert sich auf handschriftliche Messubersetzungen aus der Zeit vom Beginn des 14. Jahrhunderts bis 1516. Diese zeitliche Beschrankung ist notwendig, da mit Beginn der reformatorischen Bewegung die Liturgie nicht mehr nur ubersetzt, sondern auch verandert und gefeiert wurde und sich damit immer weiter von den lateinischen Vorlagen entfernte. Mathias Henkel untersucht sowohl die Rezeption der Messubersetzungen als auch ihre Form und Funktion. Eine Edition und eine Transkription der meisten Texte runden die Studie ab.

  • By (author) Mathias Henkel

„Die 2010 in Münster vorgelegte liturgiegeschichtliche Dissertation geht von einem von ca. 30 (1984) auf über 100 vermehrten Bestand an Messübersetzungen aus. Sie richtet sich mit Entschiedenheit gegen die verbreitete Ansicht, spätmittelalterliche Messübersetzungen seien vornehmlich an ein laikales Publikum adressiert.“<br/><br/>Von: Christoph Fasbender<br/><br/>In: Germinstik, 2012, Band 53, Heft 3-4, S. 498.<br/>-----------------------------------------<br/>„Messbuchübersetzungen sind sowohl für die Liturgie- als auch für die Literatur- und Sprachwissenschaft von Interesse. Sie geben Einblick in das zeitgenössische Verständnis der messe, zum Teil auch ihrer Praxis, uns sind als Übersetzungen wichtige Zeugnisse der Sprach- und Literaturgeschichte. Man merkt der vorliegenden Dissertation (...) an, dass ihr Autor Mathias Henkel in den genannten Disziplinen zuhause ist und eine profunde interdisziplinäre Forschung vorlegen kann. (...)<br/>Mit diesem Buch liegt eine zweifellos wichtige Studie vor, die für die weitere Erforschung deutscher Missaleübersetzungen nicht nur wichtige Beobachtungen zusammenträgt, sondern diese Forschung hoffentlich auch anregen wird.“<br/><br/>Benedikt Kranemann<br/><br/>In: Theologische Literaturzeitung. 138 (2013) 3. Sp. 382-383.<br/><br/>--------------------------------------<br/><br/>“Henkel offers a richly detailed and expertly executed study of vernacular liturgy before the Reformation, on the evidence of German “plenaries” (books of scripture readings and prayers for the mass arranged according to the liturgical calendar), vernacular missals, translations of the mass in devotional literature, and expositions of the mass. Concentrating on nine well-chosen manuscripts, he sheds much light on the history of liturgy and vernacular religious culture. Although this work puts to rest the idea that the Reformation invented vernacular liturgy, Henkel’s close exploration of the potential uses of his sources and his cautious speculations suggest the limits of laicization in the fifteenth century. His close study of the relationship of textual traditions in unprinted liturgical sources is exemplary.” <br/><br/>In: Archiv für Reformationsgeschichte. 41 (2012). Nr. 21.<br/><br/>--------------------------------------<br/><br/>„Henkel weist darauf hin, dass Thomas Müntzer der erste der Reformatoren war, der Messe und Tagzeitengebete in deutscher Sprache hielt und diese aus dem Lateinischen übersetzten Texte auch drucken ließ. Er beließ es aber nicht bei Übersetzungen, sondern schrieb für den Gottesdienst Texte in deutscher Sprache. Auch das war neu. Nicht neu dagegen waren Übersetzungen der Messtexte einschließlich der Schriftlesungen - nur, dass sie nicht für die Liturgiefeier verwendet worden sind. Diese vorreformatorischen Messübersetzungen hat Henkel zum Gegenstand seiner theologischen Auseinandersetzung um die Messe gemacht, zu der auch die Messübersetzungen hinzugenommen werden müssen. Es ging bei den Übersetzungen und neu formulierten Texten nicht um das Verstehen der ursprünglich lateinischen Texte mithilfe der deutschen Sprache, sondern um den Kampf, der um die angemessene Gestalt der Messfeier geführt werden musste. Weil das aber nicht die Motive der vorreformatorischen Messübersetzungen sind, hat Henkel als Endpunkt der infrage kommenden Messübersetzungen das Jahr 1516 gewählt und behandelt vorrangig handschriftliche Texte, so dass sich als Anfangspunkt der Beginn des 14. Jh.s ergibt.<br/>Die Studie verfolgt fünf Ziele: Die spätmittelalterlichen Messübersetzungen sollen bekannt gemacht werden, so dass man sich damit befassen kann. Es wird für die lateinische Messliturgie aufgezeigt, welche Arten und Wege die muttersprachliche Rezeption gegangen ist. Es wurden über 100 Handschriften ermittelt, sodass hier eine gegenüber anderen Listen erhebliche erweiterte Auswahl vorliegt. Einige Messtexte werden erstmals ediert. Das Layout und die Benutzungsspuren der Handschriften lassen kodikologische und paläographische Schlüsse zu.<br/>Die Übersetzungen wurden aus Plenarien mit deutschen Messformularen genommen, dazu deutsche Messbücher, auch Messübersetzungen aus Gebets-, Andachts- und Erbauungsbüchern und schließlich Messübersetzungen aus Messerklärungen. Henkel stellt seine Ergebnisse in den europäischen Kontext und stellt programmatisch fest: „Weder der katholischen noch der protestantischen Seite ist es bis heute gelungen, die historische Leistung der mittelalterlichen Messübersetzungen ernst zu nehmen und als Teil der eigenen Identität herauszustellen. Die Wurzeln der deutschen Liturgie liegen jedenfalls weder in der Reformationszeit noch in der Liturgischen Bewegung noch im Zweiten Vatikanischen Konzil. Sie liegen im Spätmittelalter.“ (250)“<br/><br/>Jörg Neijenhuis<br/><br/>In: Jahrbuch für Liturgik und Hymnologie. 50 (2011). S. 83-84.<br/><br/>--------------------------------------<br/><br/>„Die grundsolide, interdisziplinär angelegte Studie ist für Liturgiewissenschaftler, Kirchenhistoriker und germanistische Mediävisten - Literatur- wie auch Sprachwissenschaftler - in vielen Einzelergebnissen und daraus neu gewonnenen Schlussfolgerungen erhellend; sie leistet einen wichtigen Beitrag für die weitere Erforschung der geistlichen vorreformatorischen Literatur, zu der H.[enkel] mit konkreten Vorschlägen (vgl. 249f) einlädt.“<br/><br/>Rudolf Suntrup<br/><br/>In: Theologische Revue. 108 (2012) Nr. 1. Sp. 76-77.