Tyrannei und Teufel

Die Wahrnehmung der Inquisition in deutschsprachigen Druckmedien im 16. Jahrhundert

By (author) Marie von Lüneburg

Book cover: Tyrannei und Teufel

Extent: 234 pages

Publisher: Böhlau Verlag Köln

Subjects: Early Modern & Renaissance Studies

Language: German

Hardback (Published)

(December 2020)

ISBN: 9783412516154

6.34 x 9.25 inches

Price: $74.00

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Bis heute steht die Inquisition fur die dunklen Seiten der Geschichte: blutige Hinrichtungen, Folter und offentliche Verbrennungen. Im deutschsprachigen Reich etablierte sich nach der Reformation im Gegensatz zu den europaischen Nachbarlandern kein Inquisitionstribunal. Doch die deutschen Protestanten hatten durch die mediale Aufbereitung in Flugschriften und Flugblattern massgeblichen Anteil an der offentlichen Debatte um die Inquisition. Der Grund war offensichtlich: Die Sorge der Protestanten vor dem Ubergreifen der kaiserlichen oder papstlichen Behorden auf die deutschen Territorien. Die Studie beschaftigt sich mit dem Inquisitionsdiskurs vor dem Hintergrund des ereignisgeschichtlichen Kontextes der konfessionellen Spannungen der Zeit im Verlauf des 16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts.


Bis heute steht die Inquisition fur die dunklen Seiten der Geschichte: blutige Hinrichtungen, Folter und offentliche Verbrennungen. Im Kampf um den wahren und rechten Glauben steht die Behorde, bis heute existierend, fur institutionalisierte kirchliche Macht. Im deutschsprachigen Reich etablierte sich nach der Reformation im Gegensatz zu den europaischen Nachbarlandern kein Inquisitionstribunal. Doch die deutschen Protestanten hatten durch die mediale Aufbereitung in Flugschriften und Flugblattern massgeblichen Anteil an der offentlichen Debatte um die Inquisition. Der Grund war offensichtlich: Die Sorge der Protestanten vor dem Ubergreifen der kaiserlichen oder papstlichen Behorden auf die deutschen Territorien. Die Ausbildung von medialen Stereotypen um die Inquisition, die bis heute in den Nachrichten kursieren, fand demnach in einem Land statt, in dem es gar keine Inquisition gab. Gespiegelt am ereignispolitischen Kontext der konfessionellen Spannungen im Verlauf des 16. und Beginn des 17. Jahrhunderts wird der Entstehung, Nutzung und Entwicklung dieser Bilder nachgegangen.

Marie von Lüneburg studierte Neuere Geschichte, Kunstgeschichte und Politikwissenschaften an den Universitäten Bamberg und Pisa. Dem Studium folgten ausführliche Archivaufenthalte in Deutschland, Italien und dem Vatikan. Seit 2016 arbeitet sie an der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel und seit 2017 zudem für den Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel. Mit dieser Studie wurde sie an der Universität Rostock promoviert.

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