Tod und Begräbnisse Ferdinands I. und seiner Söhne

Repräsentation katholischen Glaubens, politischer Macht und dynastischen Gedächtnisses bei den Habsburgern

By (author) Václav Bůžek

Book cover: Tod und Begräbnisse Ferdinands I. und seiner Söhne

Extent: 252 pages

Publisher: Böhlau Verlag Wien

Subjects: Early Modern & Renaissance Studies

Language: German

Hardback (Published)

(February 2021)

ISBN: 9783205212942

6.34 x 9.25 inches

Price: $62.00

In stock

Trauerfeierlichkeiten als Repräsentation von Glauben, Macht und Herrschaft


Im Fokus dieses Buches stehen Krankheiten, letzte Lebensstunden und Tod von vier habsburgischen Herrschern – Ferdinand I. und seinen Sohnen Maximilian II., Karl von Steiermark und Ferdinand von Tirol – sowie die fur sie ausgerichteten Trauerfeierlichkeiten in der zweiten Halfte des 16. Jahrhunderts. Ungeachtet der unterschiedlichen Herrschaftswurden der Verstorbenen stimmten die in Innsbruck, Prag, Graz und Wien stattfindenden Leichenbegangnisse hinsichtlich der darin verwendeten Symbole personlicher wie dynastischer Reprasentation im Wesentlichen uberein. Die offentliche Aufbahrung der sterblichen Uberreste, der Leichenkondukt und die Totenmesse konnen als verbindliche Schritte eines stereotypen Rituals des letzten Abschieds von den habsburgischen Herrschern gelten, die die irdische Welt als Kaiser, Konige und Erzherzoge von Osterreich verliessen. Die Kontinuitat des Glaubens, der Herrschaft und der Macht des Verstorbenen ging im Verlauf des Trauerzeremoniells auf seine nachsten mannlichen Nachkommen uber, die im Leichenkondukt die Platze unmittelbar hinter der Bahre einnahmen und wahrend der Totenmesse in nachster Nahe des unter dem Castrum Doloris befindlichen Sarges standen. Im Fokus dieses Buches stehen Krankheiten, letzte Lebensstunden und Tod von vier habsburgischen Herrschern – Ferdinand I. und seinen Sohnen Maximilian II., Karl von Steiermark und Ferdinand von Tirol – sowie die fur sie ausgerichteten Trauerfeierlichkeiten in der zweiten Halfte des 16. Jahrhunderts. Ungeachtet der unterschiedlichen Herrschaftswurden der Verstorbenen stimmten die in Innsbruck, Prag, Graz und Wien stattfindenden Leichenbegangnisse hinsichtlich der darin verwendeten Symbole personlicher wie dynastischer Reprasentation im Wesentlichen uberein. Die offentliche Aufbahrung der sterblichen Uberreste, der Leichenkondukt und die Totenmesse konnen als verbindliche Schritte eines stereotypen Rituals des letzten Abschieds von den habsburgischen Herrschern gelten, die die irdische Welt als Kaiser, Konige und Erzherzoge von Osterreich verliessen. Die Kontinuitat des Glaubens, der Herrschaft und der Macht des Verstorbenen ging im Verlauf des Trauerzeremoniells auf seine nachsten mannlichen Nachkommen uber, die im Leichenkondukt die Platze unmittelbar hinter der Bahre einnahmen und wahrend der Totenmesse in nachster Nahe des unter dem Castrum Doloris befindlichen Sarges standen.

Prof. Dr. Václav Bůžek, geboren 1959, Studium an der Karlsuniversität in Prag/Praha, Direktor des Historischen Instituts an der Philosophischen Fakultät der Südböhmischen Universität in Budweis/České Budějovice, wo er tschechische und mitteleuropäische Geschichte der Frühen Neuzeit erforscht und unterrichtet.

  • By (author) Václav Buzek