Sinn für Gespenster

Spukphänomene in der reformierten Schweiz (1570-1730)

By (author) Eveline Szarka

Book cover: Sinn für Gespenster

Extent: 356 pages

Publisher: Böhlau Verlag Köln

Subjects: Early Modern & Renaissance Studies, Religious Studies

Series: Zurcher Beitrage zur Geschichtswissenschaft

Language: German

Hardback (Published)

(March 2022)

ISBN: 9783412524289

6.34 x 9.25 inches

Price: $107.00

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Geistererscheinungen wurden in der reformierten Schweiz des 16. Jahrhunderts von der protestantischen Obrigkeit samtlich zu Teufelsgespenstern deklariert. In der Glaubenspraxis der Bevolkerung blieben Geister jedoch ein komplexeres und ambivalentes Phanomen. Diese Diskrepanz zwischen Theologie und gelebtem Glauben zog bis ins 18. Jahrhundert juristische und soziale Folgen nach sich.


Wandelnde Tote und wutende Teufel? In der Schweiz der Fruhen Neuzeit waren Spukphanomene keine Seltenheit. Sie unterlagen jedoch im 16. Jahrhundert einer grundlegenden Umdeutung durch die reformierte Obrigkeit. Im Spatmittelalter galten Gespenster mehrheitlich fur unruhige Seelen, die im Fegefeuer gefangen waren und der Hilfe der Lebenden bedurften. Reformierte Theologen sahen in ihnen jedoch Teufelsgespenster, welche die Menschen in Versuchung fuhrten oder fur ihre Sunden bestraften. Jegliche Interaktion mit diesen Gestalten war strikt untersagt. In der Glaubenspraxis der Bevolkerung stellte sich der Geisterglaube jedoch als vielfaltiges Phanomen dar, welches nicht selten vom reformierten Dogma abwich und bis ins 18. Jahrhundert juristische und soziale Folgen nach sich zog. Eveline Szarka widmet sich diesem Spannungsverhaltnis auf der Grundlage einer breiten Quellenbasis.

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