Schreiben als Therapie

Die Selbstheilungsversuche des Yu Dafu nach dem Vorbild japanischer shishosetsu-Autoren

by Alexander Saechtig

Image coming soon

Extent: 291 pages

Publisher: Harrassowitz Verlag

Subjects: Asian/Pacific Studies & Religions, Literary Studies

Series: Opera Sinologica

Series volume number: 18

Language: German

(Hardback) (Published)

(January 2006)

ISBN: 9783447052948

6.65 x 9.45 inches

Price: $95.00

Out of stock

Sein Hang zur Selbstbespiegelung und die Vorliebe fur das Portratieren der dunklen Abgrunde seiner Seele brachten dem Schriftsteller Yu Dafu (1896-1945) den Ruf des enfant terrible in der chinesischen Literaturszene der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts ein. Ganz anders dagegen reagierte das Leserpublikum in Japan, das in den fragmentarischen Erzahlungen des Yu, die allesamt durch eine den Autor verkorpernde Zentralfigur verbunden sind, die Form des der japanischen Literatur eigenen autobiographischen Genres shishosetsu abgebildet sah, dem bis heute eine therapeutische Funktion in Japan zugeschrieben wird. Der langjahrige Studienaufenthalt des von seelischen Konflikten zerrissenen Yu Dafu in Japan, seine Kenntnis japanischer shishosetsu und personliche Zusammenkunfte mit bekannten shishosetsu-Autoren wie Shiga Naoya oder Oda Takeo geben ebenso Anlass, einen Zusammenhang zwischen dem japanischen Genre und den Erzahlungen des Yu zu sehen, wie auch die besondere Betrachtungsweise japanischer Sinologen, die Yu Dafus Erzahlprosa mit denselben Mechanismen rezipieren und nach gleichen Kriterien wurdigen wie einen japanischen shishosetsu. Die Studie verfolgt das Ziel, mittels einer narratologischen Analyse die gattungsspezifischen Merkmale des shishosetsu in der fruhen Erzahlprosa Yu Dafus nachzuweisen. Verschiedene Selbstzeugnisse des Yu, die auf die Uberwindung einer seelischen Krise als Motivation zum Schreiben hindeuten, werfen gleichzeitig ein Licht auf die Frage nach den inneren Beweggrunden des jungen Schriftstellers, in geradezu exhibitionistischer Art und Weise seine Seelenqual vor dem Leser zu enthullen.

  • By (author) Alexander Saechtig