Leonhardt Fronspergers Geistliche Kriegsordnung (1565)

Zum 450. Todestag von Leonhardt Fronsperger am 23. Mai 1575

By (author) Karl-Reinhart Trauner Series edited by Christoph Auffarth Series edited by Marvin Döbler Series edited by Ilinca Tanaseanu-Döbler

Book cover: Leonhardt Fronspergers Geistliche Kriegsordnung (1565)

Extent: 270 pages

Publisher: Vandenhoeck & Ruprecht

Subjects: Early Modern & Renaissance Studies, Religious Studies

Series: Beiträge zur Europäischen Religionsgeschichte (BERG)

Language: German

Hardback (Published)

(May 2026)

ISBN: 9783525540954

6.34 x 9.25 inches

Price: $150.00

In stock

Die “Geistliche Kriegsordnung” Fronspergers ist nicht nur ein Beispiel einer fruhen Rezeption Martin Luthers ausserhalb des binnenkirchlichen Rahmens, sondern dokumentiert, dass Militarethik in der Fruhen Neuzeit ein integraler Bestandteil des militarwissenschaftlichen Kanons war.


Im Jahr 1565 wurde von Leonhardt Fronsperger (y1520-1575), einem Landsknechtsoffizier, die “Geistliche Kriegsordnung” veroffentlicht. Sie fand auch Eingang in seinem 1573 veroffentlichten “Kriegsbuch”, dem umfassendsten Kompendium der Militarwissenschaft seiner Zeit: Militarethik und militarische Berufsethik waren somit Teil der fruhneuzeitlichen Militarkultur. Viele der angesprochenen Themen weisen aber eine erschreckende Aktualitat auf. Das “Kriegsbuch” mit seiner “Geistlichen Kriegsordnung” fallt nicht nur in eine Zeit des Umbruchs in der Militartechnik, sondern – durchaus damit verbunden – mit einer intensiven Reflexion militarethischer Fragen. Fragen der Militarethik wurden im 16. Jahrhundert von vielen Theologen behandelt, aber nur von wenigen Offizieren, auch wenn sich solche Fragen aufdrangten, wie Luthers Schrift “Ob Kriegsleute auch in seligem Stande sein konnen” aus dem Jahr 1526 zeigt. Eine Durchsicht der “Geistlichen Kriegsordnung” zeigt, dass Leonhardt Fronsperger grosse Teile der Schrift Luthers wortwortlich ubernommen hat, ohne allerdings Luther zu nennen: Die militarethischen Uberlegungen sollten in der Zeit der konfessionellen Konflikte fur alle Soldaten Geltung haben, unabhangig ihrer konfessionellen Einstellung. Fronspergers “Geistliche Kriegsordnung” ist damit ein fruhes Zeugnis einer Lutherrezeption ausserhalb der theologischen Wissenschaft, noch dazu mit “okumenischer” Dimension.In seinem Band bietet Karl-Reinhart Trauner neben einer umfassenden Einleitung zur Biographie Fronspergers und seinem Werk eine Edition der “Geistlichen Kriegsordnung”, die dem Text synoptisch die von Fronsperger benutzten Quellen gegenuberstellt. Damit ist, erstmals, eine weiterfuhrende systematische Bearbeitung der “Geistlichen Kriegsordnung” ermoglicht.

  • By (author) Karl-Reinhart Trauner
  • Series edited by Christoph Auffarth
  • Series edited by Marvin Döbler
  • Series edited by Ilinca Tanaseanu-Döbler