Jeremia im Spiegel des Buches
By (author) Uwe Becker
Hardback (Unspecified)
(April 2026)
ISBN: 9783162000101
6.1 x 9.13 inches
Price: $239.00
In stock
The complex genesis of the Book of Jeremiah reflects a fundamental change in the understanding of the prophet. Jeremiah, who sees an as yet undetermined disaster approaching “”from the north”” towards the end of the state period and thus questions the traditional order, develops into a prophet of judgment in the editorial work of the book.
English summary: Uwe Becker offers a comprehensive redaction-critical analysis of key texts in Jeremiah 1-36 in order to draw a completely new overall picture of the development of the Book of Jeremiah. At the beginning of the development was the proclamation of the “historical Jeremiah”, who sees an as yet undetermined disaster approaching “from the north” (Jer 4-6) and expresses a restrained, regretful criticism of the last kings of Judah (Jer 21-22). In the course of the book’s genesis, the literary prophet, the “prophetic persona”, identifies more and more with his task: he is called by God himself to proclaim the word (Jer 1), becomes part of the proclamation with his own body in the sign acts (Jer 13; 18; 19; 32), until he finally suffers from the prophetic task and is persecuted (Jer 36). Although the development outlined here began with the historical Jeremiah, it is to a far greater extent than previously thought the result of complex updating processes. At the same time, they reflect striking changes in the image of the prophet, as can be seen in the genesis of Jer 27-29, a multi-layered discourse text on “true” and “false” prophecy. The historical Jeremiah, who in his presumably authentic words still represents the state religion of Judah, becomes in the course of the book’s development the preacher of the inevitable judgment of God and an insistent admonisher of Torah obedience, before he (again) becomes the herald and representative of new salvation at the end (Jer 30f.). With his analyses, Uwe Becker combines a new thesis on the emergence of the prophecy of doom in Judah: it is not to be placed as early as the 8th century, but begins with Jeremiah as the prophet of transition in the late state epoch of Judah. German description: Uwe Becker bietet eine umfassende redaktionsgeschichtliche Analyse zentraler Texte in Jer 1-36, um ein vollig neues Gesamtbild von der Entstehung des Jeremiabuches zu zeichnen. Am Anfang der Entwicklung stand die Verkundigung des “historischen Jeremia”, der ein noch unbestimmtes Unheil “von Norden” herbeikommen sieht (Jer 4-6) und eine verhaltene, von Bedauern getragene Kritik an den letzten Konigen Judas (Jer 21-22) aussert. Im Laufe der Genese des Buches identifiziert sich der literarische Prophet, die “prophetic persona”, immer mehr mit seiner Aufgabe: Er wird von Gott selbst zur Wortverkundigung berufen (Jer 1), wird in den Zeichenhandlungen (Jer 13; 18; 19; 32) mit seinem eigenen Korper Teil der Verkundigung, bis er schliesslich unter der prophetischen Aufgabe leidet und um ihretwillen verfolgt wird (Jer 36). Die hier skizzierte Entwicklung hat zwar beim historischen Jeremia begonnen, sie ist jedoch in weit grosserem Ausmass, als man fruher dachte, das Ergebnis komplexer Fortschreibungsprozesse. In ihnen spiegeln sich zugleich markante Wandlungen im Prophetenbild wider, wie sich beispielhaft an der Genese von Jer 27-29, einem mehrschichtigen Diskurstext uber “wahre” und “falsche” Prophetie, ablesen lasst. Aus dem historischen Jeremia, der in seinen mutmasslich “echten” Worten noch die hofische Religion Judas reprasentiert, wird im Verlauf der Buchwerdung der Prediger des unabwendbaren Gottesgerichts und eindringliche Mahner zum Toragehorsam, bevor er am Ende (wieder) zum Kunder und Reprasentanten neuen Heils wird (Jer 30f.). Mit seinen Analysen verbindet Uwe Becker eine neue These zur Entstehung der Unheilsprophetie in Juda: Sie ist nicht schon im 8. Jahrhundert anzusetzen, sondern nimmt mit Jeremia als dem Propheten des Ubergangs in der spaten staatlichen Epoche Judas ihren Anfang.
1. Einführung: Der Prophet und das Buch
1.1. Theologie im Übergang
1.2. Prophetie und Biographie
1.3. Vom Wesen der Prophetie
1.4. Das Vorhaben
2. Die Entstehung des Jeremia-Buches
2.1. Das literarische Grundproblem
2.2. Streiflichter der Forschungsgeschichte
2.3. Der Text des Jer-Buches
3. Die Überschrift 1,1-3 als Spiegel des Buchwachstums
3.1. Von den Worten Jeremias zum Wort Jahwes
3.2. Hat Jeremia zur Zeit Joschijas verkündigt?
4. Jer 1,4-14: eine Theologie des Gotteswortes
4.1. Zum literarischen Charakter von Jer 1,4-10
4.2. Die beiden Visionen Jer 1,11-14
4.3. Resümee
5. Jer 2-10 und das älteste Jeremia-Buch
5.1. Die beiden „Kompositionen" Jer 2-6 und 8-10
5.2. Verständnisprobleme in Jer 2-6
5.3. Forschungsgeschichtlicher Überblick
5.4. Die Ich-Klagen als Antwort auf die Unheilsansagen
5.5. Exkurs: Jer 7 zwischen Jer 2-6 und Jer 8-10
5.6. „Unheil von Norden": Die Unheilsansagen in Jer 4-10
5.7. Jer 2,1-4,4: Sünde und fehlende Umkehr
5.8. Die älteste Jeremia-Tradition und ihre Theologisierung
6. Die Tempelreden in Jer 7 und 26
6.1. Die Doppelüberlieferung Jer 7 und 26
6.2. Die erste Tempelrede (Jer 7,1-15) und ihr doppelter Skopos
6.3. Die Entstehung von Jer 7,1-15
6.4. Ergebnis: Literarische Schichtung von Jer 7,1-15
6.5. Die LXX-Fassung von Jer 7,1-15
6.6. Die zweite Tempelrede Jer 26
6.7. Prophetenbilder in Jer 26
6.8. Jer 26 als relecture von Jer 7
6.9. Ergebnis: Literarische Schichtung von Jer 26
6.10. Resümee und Ausblick
7. Die Symbolhandlungen als literarische Inszenierungen
7.1. Prophetische Symbolhandlungen
7.2. Der Leinengürtel (Jer 13,1-11)
7.3. Jeremia beim Töpfer (Jer 18,1-6)
7.4. Der zerbrochene Krug (Jer 19,1-13)
7.5. Der Ackerkauf in Anatot (Jer 32)
7.6. Die Zeichenhandlungen als literarische Inszenierungen
8. Die Königssprüche (Jer 21,1-23,8)
8.1. Überblick über Jer 21-24
8.2. Das Ende Jerusalems und Zidkijas (Jer 21,1-10)
8.3. Sprüche über Joahas, Jojakim und Jojachin (Jer 21,11-23,8)
8.4. Zusammenfassung und Ausblick
9. Vom Vorzug der ersten Gola: Jer 24
9.1. Aufbau und Schichtung
9.2. Forschungsgeschichtliche Skizze
9.3. Literarkritische Überlegungen
9.4. Jer 24 als Programmtext der golaorientierten Redaktion
10. Jeremia und die falschen Propheten: Jer 27-29
10.1. Jer 27-29 als Komposition
10.2. Die Symbolhandlungen vom Joch (Jer 27-28)
10.3. Der Brief an die Exulanten (Jer 29)
10.4. Prophetendiskurse in Jer 27-29
11. Das „Trostbüchlein" Jer 30-31
11.1. Unheil und Heil in Jer 30-31: eine Übersicht
11.2. Hypothesen zum historischen und literarischen Ort
11.3. Literarische Schichtungen in Jer 30,1-31,26
11.4. Die Anhänge in Jer 31,27-40
11.4.1. Neusaat und neuer Bund: Jer 31,27-34
11.4.2. Jer 31,35-37 und 31,38-40
11.5. Die Entstehung des „Trostbüchleins": ein Resümee
12. Von der Passion des Gotteswortes: Jer 36
12.1. Jer 36 - ein Tatsachenbericht?
12.2. Literarische Analyse
12.3. Jer 36 in geschichteter Übersetzung
12.4. Der Grundbestand: eine Zeichenhandlung
12.5. Die Erweiterungen der Grunderzählung
12.6. Resümee
13. Ertrag: Theologische Grundlinien im Jer-Buch
13.1. Das literargeschichtliche Ergebnis
13.2. Presentation of a prophet: Prophetenbilder
13.3. Die Stellung Jeremias in der Geschichte der Prophetie
Anhang: Die Texte in literarkritischer Schichtung
- By (author) Uwe Becker
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