Islamische Gefangenenseelsorge.

Verfassungsrechtliche Grundlagen und Praxis der gemeinschaftlichen Religionsausübung von Muslimen im Strafvollzug.

By (author) Benedikt Plesker

Book cover: Islamische Gefangenenseelsorge.

Extent: 416 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: Law, Religious Studies, Social Sciences 

Series: Staatskirchenrechtliche Abhandlungen

Series volume number: 62

Language: German

Paperback (Published)

(November 2022)

ISBN: 9783428187232

6.18 x 9.17 inches

Price: $139.00

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Religionsfreiheit gewährleisten und Radikalisierungen verhindern – das ist das Spannungsfeld, in dem sich Justizvollzugsanstalten bei der Organisation islamischer Seelsorge bewegen (wollen). Diese Studie untersucht die verfassungsrechtlichen Grundlagen und die Praxis in den deutschen Bundesländern. Ein Vergleich mit den Konzepten europäischer Nachbarstaaten zeigt, dass eine staatliche Beschäftigung von Seelsorgenden nicht am Prinzip der religiösen Neutralität des Staates scheitern muss.


Das Grundgesetz garantiert die gemeinschaftliche Religionsausubung im Strafvollzug. Aufgrund islamistischer Radikalisierungen wahrend der Haft, ist vielerorts die islamische Seelsorge fur Gefangene in den Blick geraten. Auch die Deutsche Islam Konferenz hatte professionelle Strukturen dafur gefordert. Diese Studie untersucht den verfassungsrechtlichen Rahmen und die Handlungsformen der deutschen Bundeslander und vergleicht diese mit den Konzepten in England und Wales, den Niederlanden, Frankreich, Osterreich und Italien. Dabei zeigt sich, dass die religiose Betreuung inzwischen nicht mehr als konsularische Aufgabe aus den Herkunftsstaaten muslimischer Arbeitsmigranten ubernommen wird. Im Spannungsfeld von Religionsfreiheit und Radikalisierungspravention haben sich vielfach vermittelnde Strukturen gebildet, um Islamverbande einzubinden. Die staatliche Beschaftigung von Seelsorgenden muss nicht am Prinzip der religiosen Neutralitat des Staates scheitern.

Einführung

1. Muslime in Deutschland – ein Überblick
Anteil an der Bevölkerung – Muslimische Organisationen

2. Rechtliche Voraussetzungen der Seelsorge im Strafvollzug
Grundrechte und Gewährleistungen im deutschen Religionsverfassungsrecht – Völkerrechtliche Regelungen zur Religionsausübung in Haft

3. Praxis religiöser Angebote für Muslime im Strafvollzug der Bundesländer
Rechtsgrundlagen für die gemeinschaftliche Religionsausübung im Strafvollzug – Empfehlungen der Länderarbeitsgruppe der Justizministerkonferenz – Bestandsaufnahme: Vollzugliche Praxis in den Bundesländern

4. Staatliche Handlungsformen zur Ermöglichung islamischer Gefangenenseelsorge
Staatlich organisierte Angebote ohne Beteiligung der Religionsgemeinschaften – Mittelbare Beteiligung von islamischen Vereinigungen – Kooperationen mit Religionsgemeinschaften oder Islamverbänden

Fazit

Anhang

Literatur- und Stichwortverzeichnis

  • By (author) Benedikt Plesker

"Review - German Das Werk von Plesker ist weit mehr als nur eine Momentaufnahme. Eine nicht ganz einfache Thematik wurde auf beeindruckende Weise sowohl in verfassungsrechtlicher als auch in strafvollzugsrechtlicher Hinsicht mit Detailtiefe behandelt. Prof. Dr. Klaus Laubenthal, in: Zeitschrift fur die gesamte Strafrechtswissenschaft, Bd. 136, 1/2024"

»Benedikt Plesker gelingt insgesamt – bei konsequenter Anwendung eines stark individualgrundrechtsbezogenen Ansatzes – eine profunde und problemorientierte Darstellung der ›Islamischen Gefangenenseelsorge‹ und ein dringend notwendiges Update zu den bestehenden landesspezifischen Lösungsansätzen. Aufschlussreich ist die durchgängig rechtsvergleichende Perspektive. Wie heikel dieses religionspolitische Gelände nach wie vor ist, zeigt sich alleine daran, dass nicht alle der von Plesker angeschriebenen Ministerien einer Veröffentlichung ihrer Antworten zugestimmt haben.« Prof. Dr. Markus Schulten, in: CIBEDO-Beiträge, 2/2024

»Das Werk von Plesker ist weit mehr als nur eine ›Momentaufnahme‹. Eine nicht ganz einfache Thematik wurde auf beeindruckende Weise sowohl in verfassungsrechtlicher als auch in strafvollzugsrechtlicher Hinsicht mit Detailtiefe behandelt.« Prof. Dr. Klaus Laubenthal, in: Zeitschrift für die gesamte Strafrechtswissenschaft, Bd. 136, 1/2024