Der Turm der Winde in Athen

mit Beiträgen von Pavlina Karanastasi zu den Reliefdarstellungen der Winde und Karlheinz Schaldach zu den Sonnenuhren

By (author) Hermann J. Kienast

Book cover: Der Turm der Winde in Athen

Extent: 288 pages

Publisher: Dr. Ludwig Reichert Verlag

Subjects: Architecture, Mediterranean Archaeology

Series: Archäologische Forschungen

Language: German

Hardback (Published)

(November 2014)

ISBN: 9783954900244

9.45 x 13.39 inches

Price: $152.00

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Der Turm der Winde in Athen gehört zu den eigenwilligsten Architekturschöpfungen der griechischen Antike. Der oktogonale Marmorbau, der heute noch aufrecht steht, besticht durch formale Eleganz wie auch durch konstruktive Details. Seinen Namen verdankt er einem reliefierten Fries mit Allegorien von acht Winden, die den Bau bekrönen. Außen sind unter jedem der Winde Sonnenuhren angebracht, im Inneren gibt es Spuren von einem mit Wasserkraft betriebenen Mechanismus. Dass diese eine Wasseruhr belegen, konnte durch die neuen Untersuchungen jedoch widerlegt werden. Der Bau war kein Uhrturm, sondern ein Vorläufer unserer heutigen Planetarien.


Der Turm der Winde ist das besterhaltene antike Bauwerk in ganz Griechenland. Er steht zu Fussen der Akropolis, mitten im Zentrum von Athen, und ist wegen seiner eigenwilligen Form seit je ein viel beachtetes Monument. Die Auseinandersetzung mit ihm beginnt im 15. Jh., bereits Mitte des 18. Jhs. wurde eine vorbildliche Dokumentation veroffentlicht – eine umfassende wissenschaftliche Bearbeitung wurde jedoch erst jetzt vorgelegt. Der Turm hat einen oktogonalen Grundriss, an den drei Anbauten angefugt sind – zwei rechteckige Adikulen, die die beiden Eingange an der Nordseite hervorheben, und einen runden Anbau nach Suden. Das Dach hat die Form einer achtseitigen Pyramide, die den prismatischen Baukorper perfekt nach oben abschliesst. Die Architektur des Turms besticht durch formale Eleganz wie auch durch konstruktive Details.Der gesamte Bau ist aus pentelischem Marmor errichtet. Seine aussere Erscheinung ist gepragt von geschlossenen Wanden, die an ihrer Krone mit Reliefs verziert sind – acht Windallegorien, denen der Turm seinen modernen Namen verdankt. Die Winde sind dargestellt als schwebende mannliche Figuren, versehen mit unterschiedlichen Attributen, die die Eigenschaften des jeweiligen Windes hervorheben sollen. Unter den Winden sind an allen acht Seiten grossflachige Sonnenuhren angebracht. Der Bau wurde deshalb durchweg als Uhrturm bezeichnet. Eine zusatzliche Bestatigung fur eine solche Funktion sah man in Einarbeitungen im Boden der Turmkammer, die als Hinweis auf eine Wasseruhr gedeutet wurden.Die vorliegende Publikation ist das Ergebnis einer langjahrigen Erforschung des Bauwerks. Der gesamte Baubestand wurde gemessen, vor Ort gezeichnet und umfassend dokumentiert. Grundriss, Aufriss, Ansichten und alle notwendigen Details sind in massstablichen Zeichnungen vorgelegt, so dass auch ohne Autopsie ein vollstandiges Bild des Monuments zu gewinnen ist. Erganzt wird die Dokumentation durch zahlreiche Fotos, die die jeweiligen Einzelheiten verdeutlichen. Diese grundlegende Auseinandersetzung mit dem Bau erbrachte nicht nur eine zuverlassige Datierung in die Jahre um 100 v. Chr., sie fuhrte vor allem zu einer vollig neuen Deutung. Der Architekt Andronikos, der den Turm wohl auch gestiftet hat, hatte offensichtlich keinen Uhrturm geplant, er wollte an seinem Monument vielmehr die Gesetze des Universums vor Augen fuhren. Der Turm der Winde ist ein Vorlaufer unserer heutigen Planetarien.

  • By (author) Hermann J. Kienast

Der Band ist das eindrucksvolle Ergebnis einer umfassenden Neuerforschung des sog. Turms der Winde in Athen. Den Kern bildet eine Neuaufnahme und Neudeutung des Bauwerks durch den (bereits aus der kongenialen Publikation des Eupalinos-Tunnels einschlägig bekannten) Bauforscher Hermann J. Kienast (HJK). (...) Ein großartiger Band fĂźr ein großartiges Bauwerk.<br/><br/>Von: Lutz Käppel<br/><br/>In: Gymnasium Bd.124 / 2017<br/><br/><br/>--------------------------------<br/>This book on the Tower of the Winds in Athens is important. The detailed analyses of its architecture, sculpture and sundials as well as the research Andronikos, the donor and creative mind behind is carried out with the thoroughness and enthusiasm.<br/><br/>Von Poul Pedersen<br/>In Orbis Terrarum Bd. 14 (2016) S. 284-288<br/><br/>--------------------------------------<br/>„Hermann Kienast gelingt es auf der Grundlage der neuen, vorbildlichen und präzisen Dokumentation<br/>und Beschreibung vor allem mit dem fünften Kapitel zur Deutung des Bauwerks, das Rätsel der Funktion<br/>des Turms der Winde in Athen endgültig zu entschlĂźsseln. Neben der Zeitmessung durch die Sonnenuhren<br/>an den Fassaden wurde er in erster Linie errichtet, um eine mit Wasserdruck betriebene Armillarsphäre<br/>zur Anzeige des Laufes der Gestirne in sich auhunehmen. Diese komplizierte Apparatur wurde von dem<br/>Astronomen Andronikos von Kyrrhos, der zugleich Architekt und Stifter des Turms war, im späten zweiten<br/>vorchristlichen Jahrhundert eingerichtet, ihre Entwicklung aber weist nach Sizilien und geht letztlich<br/>zurĂźck auf den genialen Erfinder und Forscher Archimedes und seine Tätigkeit ein Jahrhundert zuvor in<br/>Syrakus, am Hofe KĂśnig Hierons II.“<br/><br/>Von Markus Wolf<br/><br/>In: Bonner JahrbĂźcher, Bd. 214 (2014), S. 341-343.<br/>--------------------------------------<br/>„Der vorliegende Band ist eine äußerst präzise und alle bautechnischen wie architekturgeschichtlichen Fragen behandelnde Dokumentation des Turms der Winde. Das Buch ist mit hervorragenden Zeichnungen und Fotos reich ausgestattet. (...) Erstmals seit Stuart und Revett, und diese in manchen wichtigen Punkten, etwa dem bekrĂśnenden Kapitell, korrigierend, liegt nun eine verläßliche zeichnerische Aufnahme und Analyse des Bestandes vor. Zusammen mit der Beschreibung, der Fotodokumentation und den Beiträgen von Karanastasi und Schaldach nĂśtigt die besprochene Arbeit dem Leser nicht nur Respekt fĂźr die Leistungen des antiken Architekten und seiner Arbei ter am Turm der Winde ab, sondern auch fĂźr die der modernen Verfasser. Unstreitig gehĂśrt dieses Buch, auch als Muster fĂźr eigene Arbeiten, in jede archäologische Fachbibliothek!“<br/><br/>Torsten Mattern<br/><br/>In: Gnomon, Band 88 Heft 7 (2016), S. 634-639.
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