Privatporträts mit Repliken

Zur Sozialgeschichte römischer Bildnisse der mittleren Kaiserzeit

By (author) Klaus Fittschen

Book cover: Privatporträts mit Repliken

Extent: 432 pages

Publisher: Dr. Ludwig Reichert Verlag

Subjects: Art & Art History, Classical Studies

Series: Archäologische Forschungen

Language: German

Hardback (Published)

(May 2021)

ISBN: 9783752000238

9.33 x 13.19 inches

Price: $147.00

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The main intention of this book is to show, that during the Roman Empire the portraits of non-imperial citizens were dublicated in the same way as the portraits of the Emperors. This is valid not only for the portraits of people of high status but for normal citizens as well. Females are represented as frequently as men, even portraits of children are not missing. These latter portraits are found especially in graves.


Als eines der Kriterien zur Identifizierung eines romischen Kaiserbildnisses galt bisher der Nachweis von antiken Repliken. Diese Regel kann nicht mehr aufrecht erhalten werden: Auch von Bildnissen nicht-kaiserlicher Personen lassen sich antike Repliken nachweisen. Das gilt nicht nur fur die Bildnisse von Angehorigen der Oberschicht, sondern auch fur die einfacherer Burger. Das Phanomen ist in allen Teilen des Romischen Reiches, in denen Bildnisse hergestellt wurden, zu finden. Die zur Zeit nachweisbaren Beispiele sind in diesem Buch zusammengetragen worden. Einige Falle waren schon lange bekannt (Herodes Atticus, Athenais, Polydeukion), jedoch hat die Forschung daraus keine Konsequenzen gezogen. Bildnisrepliken wurde nicht nur in der Offentlichkeit aufgestellt, vor allem in Grabern bot sich die Moglichkeit, die Verstorbenen in mehrfachen Bildnissen zu ehren. Allerdings lassen sich nur wenige entsprechende Fundzusammenhange nachweisen, denn Bildnisse aus diesem Bereich wurden als “Dubletten” durch den Kunsthandel in der Regel auseinandergerissen. Aus der Gruppe der antiken Bildnisrepliken mussen die in der Neuzeit nach beruhmten antiken Vorbildern hergestellten Kopien ausgeschieden werden. In der alteren Forschung sind sie teilweise als antike Kopien angesehen worden und wegen ihres vorgeblichen Replikencharakters irrtumlich auf romische Kaiser und deren Angehorige bezogen worden. Es ist allerdings nicht immer ganz einfach, die neuzeitliche Entstehung nachzuweisen. Im Anhang B sind dazu die wichtigsten Beispiele zusammengestellt. Der Anhang A stellt die mehrfachen Portrats derselben Person an Grabaltaren und Sarkophagen zusammen, die als Musterbeispiele fur Privatportrats mit Repliken angesehen werden konnen.

  • By (author) Klaus Fittschen

„Diese Arbeit erfüllt ein langersehntes Forschungsdesiderat. Der führende Porträtforscher K. Fittschen vereint in diesem Band an die 750 Porträts von insgesamt 210 verschiedenen, nicht zum Kaiserhaus gehörenden Männern, Frauen und Kindern, von denen mindestens zwei Repliken überliefert sind. Vertreten sind Bildnisse von namentlich identifizierten, wie unbekannten Personen unterschiedlicher Herkunft und sozialer Stellung. Zeitlich schränkt sich K. Fittschen auf das 2. und 3. Jh. ein, also auf die Blütezeit des<br/>römischen Porträts, weil aus dieser Zeit die meisten Privatporträts mit Repliken stammen, während aus den vorangehenden Jahrhunderten nur wenige solcher Porträts bekannt sind. Das grösste Verdienst der Arbeit ist, dass sie zahlreiche Fälle von durch frühere unterschiedliche Identifizierungen verursachten Vermischungen zwischen Kaiserporträt und Privatporträt souverän entflechtet. Gleich mehrere irrige Zuweisungen von bestimmten Bildnistypen an bestimmte Kaiser, Kaiserinnen bzw. Prinzen finden sich<br/>hier berichtigt und in einen neuen erhellenden Kontext gestellt. K. Fittschens Schlussfolgerungen sind für die gesamte Porträtforschung zentral. (...) K. Fittschen hat mit seinem Katalog ein Standardwerk geschaffen, das über eine längere Zeit massgebend bleiben dürfte. Zur Bedeutung dieses Werks tragen auch die durchwegs qualitativen Fotos (über 1300 an der Zahl!) bei.“<br/><br/>Von Tomas Lochman<br/>In: Museum Helveticum 79/1 (2022) S. 164–165 | 10.24894/2673–2963.00072
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