Der stille Stauffenberg

Der Verschwörer, Georgeaner und Völkerrechtler Berthold Schenk Graf von Stauffenberg

By (author) Wolfgang Graf Vitzthum

Book cover: Der stille Stauffenberg

Extent: 182 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: German Studies, Literary Studies, Social Sciences 

Series: Zeitgeschichtliche Forschungen

Series volume number: 68

Language: German

Paperback (Published)

(July 2024)

ISBN: 9783428191956

6.18 x 9.17 inches

Price: $51.00

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Anders als sein Bruder Claus hat Berthold Schenk Graf von Stauffenberg keinen festen Platz im kollektiven Gedachtnis der Deutschen gefunden. Die Skizze gibt ihm Gestalt und Stimme, indem sie ihn als Volkerrechtler, Anhanger des Dichters Stefan George und Vertrauten von Claus zeigt. Der stille Stauffenberg lebte im Bannkreis Georges und dessen Vision eines Neuen Reiches. Vor allem die Kriegsverbrechen fuhrten ihn in den aktiven Widerstand. Nach dem Scheitern des Aufstandsversuchs des 20. Juli 1944 wurde er als Mitverschworer hingerichtet.


English summary: The quiet Stauffenberg. The Conspirator, Follower of Stefan George and International Lawyer Berthold Schenk Graf von Stauffenberg: Berthold Schenk Graf von Stauffenberg has not found a permanent place in the German collective memory. Presenting him as a confidant of his brother Claus, as an outstanding international lawyer and as a follower of the poet Stefan George, this sketch gives shape and voice to the quiet Stauffenberg. Since his introduction to George, he has lived under his spell. In the Third Reich, the war crimes in particular led into active resistance by, above all, the criminal war of annihilation. After the failed assassination attempt of July 20, 1944, he was executed as one of the co-conspirators. German description: Berthold Schenk Graf von Stauffenberg war ein Volkerrechtler, ein Anhanger des Dichters Stefan George und der engste Vertraute seines Bruders Claus. Als Heranwachsende waren die Stauffenbergs George vorgestellt worden. Seither lebten sie im Bannkreis des Dichters und der Vision eines Neuen Reiches. An den Standigen Internationalen Gerichtshof abgeordnet, verfasste Berthold Stauffenberg das zentrale Werk uber dessen Rechtsordnung. Vor allem die deutschen Kriegsverbrechen fuhrten ihn in den aktiven Widerstand. Das Scheitern der rettenden Tat am 20. Juli 1944 bedeutete seinen gewaltsamen Tod. Die vorliegende Studie gibt der verschwiegenen, hintergrundigen Personlichkeit Gestalt und Stimme.

"I. Prolog II. Einleitung III. Eine Jugend mit George Herkunft und Kindheit - Gymnasium und Heimat, Stuttgart und Lautlingen - Begegnung mit dem Dichter - Im Bann von Stefan George - Studium, Freundschaften, Reisen - Promotion und Berufsziel IV. Volkerrechtler im Vorkriegs-Berlin und im Haag Eintritt in das Berliner Volkerrechtsinstitut - Anfangserfolge und Missverstandnisse - Am Standigen Internationalen Gerichtshof in Den Haag - Ein deutscher Mann der Wissenschaft - Die geoffnete Buchse der Pandora - Institutskarriere und hintergrundige Weite V. Volkerrechtsinstitut und George-Kreis in der Diktatur Die Entziehung der Staatsangehorigkeit (1934) - Grenzen der Sensibilitat und der Wissenschaftsfreiheit - Die Vorgeschichte des Locarno-Vertrages (1936) - Auslegung, Begrundung, Erkenntnisinteresse - Berthold Stauffenberg als Nacherbe von Stefan George - Inspirierter Dienst am Dichter und an dessen Kreis VI. Ein kampferischer Kriegsrechtsexperte Prisenordnung und U-Bootkrieg - Recht und Politik im Bauche Leviathans - Im Vorausschuss Kriegsrecht - Weitere Schritte der Regimegegner VII. Volkerrecht und Judenfrage im Krieg Kriegsschauplatz Volkerrecht - Eine neue Quelle: Beate Schiemann - Der George-Kreis vor der Judenfrage - Statthalter im Reich des Dichters VIII. Im Zentrum der Verschworung Moltke und Berthold Stauffenberg - Moral und Recht des Tyrannenmords - Gelebte Bruderschaft - Der Schwur als Bekenntnis und Vision - Der Zwanzigste Juli IX. Epilog ", I. Prolog

II. Einleitung

III. Eine Jugend mit George
Herkunft und Kindheit – Gymnasium und Heimat, Stuttgart und Lautlingen – Begegnung
mit dem Dichter – Im Bann von Stefan George – Studium, Freundschaften, Reisen –
Promotion und Berufsziel

IV. Völkerrechtler im Vorkriegs-Berlin und im Haag
Eintritt in das Berliner Völkerrechtsinstitut – Anfangserfolge und Missverständnisse
– Am Ständigen Internationalen Gerichtshof in Den Haag – Ein deutscher Mann der
Wissenschaft – Die geöffnete Büchse der Pandora – Institutskarriere und
»hintergründige Weite«

V. Völkerrechtsinstitut und George-Kreis in der Diktatur
»Die Entziehung der Staatsangehörigkeit« (1934) – Grenzen der Sensibilität und der
Wissenschaftsfreiheit – »Die Vorgeschichte des Locarno-Vertrages« (1936) – Auslegung,
Begründung, Erkenntnisinteresse – Berthold Stauffenberg als Nacherbe von Stefan
George – Inspirierter Dienst am Dichter und an dessen Kreis

VI. Ein kämpferischer Kriegsrechtsexperte
Prisenordnung und U-Bootkrieg – Recht und Politik im Bauche Leviathans – Im
Vorausschuss Kriegsrecht – Weitere Schritte der Regimegegner

VII. Völkerrecht und »Judenfrage« im Krieg
Kriegsschauplatz Völkerrecht – Eine neue Quelle: Beate Schiemann – Der George-Kreis
vor der »Judenfrage« – Statthalter im Reich des Dichters

VIII. Im Zentrum der Verschwörung
Moltke und Berthold Stauffenberg – Moral und Recht des Tyrannenmords – Gelebte
Brüderschaft – Der »Schwur« als Bekenntnis und Vision – Der Zwanzigste Juli

IX. Epilog

  • By (author) Wolfgang Graf Vitzthum

»Der Verfasser hat mit seiner Darstellung eine
doppelte Forschungslücke geschlossen: Zur Geschichte des Völkerrechts in der ersten
Hälfte des 20. Jahrhunderts ebenso wie zur Erforschung des deutschen Widerstandes
gegen den Nationalsozialismus.« Prof. Dr. Hans-Christof Kraus, in: Das
Historisch-Politische Buch, 2/2025

»Was sich aus der Lektüre des Buches als Triebfeder zum Handeln für die
Stauffenberg-Brüder herauskristallisiert, ist der Drang, handeln zu müssen, um vor
sich selbst bestehen zu können, also ein aus moralischem Empfinden und aus
Vaterlandsliebe geborener Zwang zur Tat, auch wenn es das eigene Leben kostet. Dies
macht das für unsere heutige Gesellschaft Erinnerungswürdige von Tat und Täter aus,
und es ist ein Verdienst des Autors, die Gestalt des zurückhaltenden, aber mutigen
Berthold Graf von Stauffenberg in ein helleres Licht gerückt zu haben.« Ulrich Lucks,
in: Neue Zeitschrift für Wehrrecht, 3/2025

»Wolfgang Graf Vitzthum hat diesem weniger bekannten Verschwörer hier ein
angemessenes Denkmal gesetzt. Die ständige Rückbindung an Stefan George und sein
Denken mag man hier und dort etwas hinterfragen, aber gleichwohl dürfte das schmale
Bändchen auf Jahre hinaus das Standardwerk über Berthold Graf Stauffenberg bleiben.«
Prof. Dr. Winfried Heinemann, in: Militärgeschichtliche Zeitschrift, Bd. 84, 1/2025