Vom Geschehen zur Geschichte.
Sechs Kapitel zur Historiographie der Wiedervereinigung Deutschlands.
By (author) Tilo Schabert
Paperback (Published)
(March 2023)
ISBN: 9783428186907
6.18 x 9.17 inches
Price: $45.00
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Geschichtsschreibung ist ein konstruktives Unternehmen, das auf ebenfalls bereits konstruierten Dokumentationen des ursprunglichen Geschehens basiert. Deren Urheber sind die ersten, alle folgende Historiographie schon leitenden Geschichtsschreiber. Diesen Sachverhalt zeigt der Band bezuglich des internationalen Geschehens auf, das zur Wiedervereinigung Deutschlands fuhrte. Er erschloss sich aus umfangreichen Studien franzosischen, britischen, amerikanischen wie auch deutschen und russischen Archivmaterials sowie zahlreichen Interviews mit Akteuren. Die Bedingungen von Geschichtsschreibung liessen sich nachverfolgen und exemplarisch veranschaulichen.
English summary: Writing History: An Endeavour of Construction. Six Chapters on the Historiography of Germany’s Reunification: All historiography constructs, as an endeavour that builds upon already existing and equally constructed documentation concerning the original events. The authors of such documentation are the first historians steering all subsequent historiography. This issue is demonstrated with regard to the international process leading to the reunification of Germany, on the basis of an extensive study of French, British, American, German and Russian archival material, and numerous interviews with historical actors. The conditions of historiography could be retraced and illustrated in an exemplary way. German description: Als Geschichte erwarten wir eine verlassliche Wiedergabe eines historischen Geschehens. Doch zwischen den fruheren Ereignissen und ihrer nachzeitigen Darstellung vollzieht sich ein langer Prozess. Was geschah, ist nur mehr uber etliche Vermittlungsinstanzen wieder zu erreichen, uber mehr oder weniger zuverlassige Dokumente und Zeitzeugnisse, und, liegt es langer zuruck, uber vorhandene Darstellungen. Bevor aus heterogenem Material Geschichte wird, muss ausgewahlt, abgeglichen und gedeutet werden. Geschichtsschreibung ist ein konstruktives Unternehmen, das auf ebenfalls bereits konstruierten Dokumentationen des ursprunglichen Geschehens basiert. Deren Urheber sind die ersten, alle folgende Historiographie schon leitenden Geschichtsschreiber. Diesen Sachverhalt zeigt der Band bezuglich des internationalen Geschehens auf, das zur Wiedervereinigung Deutschlands fuhrte. Er erschloss sich aus umfangreichen Studien franzosischen, britischen, amerikanischen, wie auch deutschen und russischen Archivmaterials, sowie zahlreichen Interviews mit Akteuren. Die Bedingungen von Geschichtsschreibung liessen sich nachverfolgen und exemplarisch veranschaulichen.
"Vom Geschehen zur Geschichte: Einleitung Verzeichnis der Protagonisten 1. Geschichten vor der Geschichte Es geht um Geschichtsschreibung, und es herrscht Streit - Gekappte Geschichtsschreibung - Verfalschte Geschichtsschreibung 2. Das Ereignis Staatskunst: Mit politischen Gestaltungen Geschichte gestalten Gestalt und Gestaltender von Macht - Der franzosische Prasident Francois Mitterrand - Die Werkstatt der Weltpolitik - Gestaltung schopferischer Politik - Charakterstudien 3. Re-Konstruktion und De-Konstruktion: Die Konstruktion von Geschichte I Von drei Arten von Quellen - Zeitzeugen - das Problem ist die Erinnerung - Zeitdokumente - das Problem ist die Komposition - Archivalische Dokumente - das Problem ist die Form 4. Re-Konstruktion und De-Konstruktion: Die Konstruktion von Geschichte II Erste Betrachtung: die unterhaltsame Seite der Gesprachsprotokolle - Zweite Betrachtung: die Produzenten der Protokolle - Dritte Betrachtung: von den Notizen zur Ausarbeitung - Vierte Betrachtung: Genehmigung der Protokolle - Funfte Betrachtung: die mentalen Notizen - Sechste Betrachtung: die sprachliche Fassung der Protokolle - Siebte Betrachtung: die Protokolle, die Protagonisten und deren Werke - Achte Betrachtung: dasselbe Gesprach und zwei unterschiedliche Protokolle. Ein Beispiel fur zahlreiche andere - Neunte Betrachtung: auch parallel gefasste Notizen von einem Gesprach divergieren schon - Zehnte Betrachtung: die Kunst der Historiographie 5. Wessen Geschichte? Aus dem Tagebuch Anatoli Tschernajews: Komplott und Kabale - Die Donquichotterien des Jean- Pierre Chevenement - Jean-Louis Bianco und Pierre Joxe: Emotion und Befangenheit - Valery Giscard d'Estaing und Margaret Thatcher in London: Kein machtvolles Deutschland, aber was dann? - Mitterrands zweite Tur - Attali betreibt Aussenpolitik auf eigene Faust - Powell und Attali machen gemeinsame Sache - Thatcher und Powell: Mitten im Geschehen in geschichtsnarrativer Gefangenschaft - Wird im historischen Wissen das Geschehen aufgeraut, wird das Narrativ davon gescharft 6. Geschichten in der Geschichte Was bringt die Wiedervereinigung: die Bombe oder den Porsche? - Performative Information: Interview mit Hans-Dietrich Genscher - Die Spektatorin und die geheimnisvolle Eve - Die Macht im Verborgenen - Der appellierende Gorbatschow - Die Macht des Kalten Krieges Quellen Archivalische Quellen - Gedruckte Quellen Personen- und Sachverzeichnis ", Vom Geschehen zur Geschichte: Einleitung
Verzeichnis der Protagonisten
1. Geschichten vor der Geschichte
Es geht um Geschichtsschreibung, und es herrscht Streit – Gekappte Geschichtsschreibung – Verfälschte Geschichtsschreibung
2. Das Ereignis Staatskunst: Mit politischen Gestaltungen Geschichte gestalten
Gestalt und Gestaltender von Macht – Der französische Präsident François Mitterrand – Die Werkstatt der Weltpolitik – Gestaltung schöpferischer Politik – Charakterstudien
3. Re-Konstruktion und De-Konstruktion: Die Konstruktion von Geschichte I
Von drei Arten von Quellen – Zeitzeugen – das Problem ist die Erinnerung – Zeitdokumente – das Problem ist die Komposition – Archivalische Dokumente – das Problem ist die Form
4. Re-Konstruktion und De-Konstruktion: Die Konstruktion von Geschichte II
Erste Betrachtung: die unterhaltsame Seite der Gesprächsprotokolle – Zweite Betrachtung: die Produzenten der Protokolle – Dritte Betrachtung: von den Notizen zur Ausarbeitung – Vierte Betrachtung: Genehmigung der Protokolle – Fünfte Betrachtung: die mentalen Notizen – Sechste Betrachtung: die sprachliche Fassung der Protokolle – Siebte Betrachtung: die Protokolle, die Protagonisten und deren Werke – Achte Betrachtung: dasselbe Gespräch und zwei unterschiedliche Protokolle. Ein Beispiel für zahlreiche andere – Neunte Betrachtung: auch parallel gefasste Notizen von einem Gespräch divergieren schon – Zehnte Betrachtung: die Kunst der Historiographie
5. Wessen Geschichte?
Aus dem Tagebuch Anatoli Tschernajews: Komplott und Kabale – Die Donquichotterien des Jean- Pierre Chevènement – Jean-Louis Bianco und Pierre Joxe: Emotion und Befangenheit – Valéry Giscard d’Estaing und Margaret Thatcher in London: Kein »machtvolles« Deutschland, aber was dann? – Mitterrands »zweite Tür« – Attali betreibt Außenpolitik auf eigene Faust – Powell und Attali machen gemeinsame Sache – Thatcher und Powell: Mitten im Geschehen in geschichtsnarrativer Gefangenschaft – Wird im historischen Wissen das Geschehen aufgeraut, wird das Narrativ davon geschärft
6. Geschichten in der Geschichte
Was bringt die Wiedervereinigung: die Bombe oder den Porsche? – Performative Information: Interview mit Hans-Dietrich Genscher – Die Spektatorin und die geheimnisvolle »Eve« – Die Macht im Verborgenen – Der appellierende Gorbatschow – Die »Macht des Kalten Krieges«
Quellen
Archivalische Quellen – Gedruckte Quellen
Personen- und Sachverzeichnis
- By (author) Tilo Schabert
»Das Buch von Tilo Schabert – nicht frei von Eitelkeiten, die den Autor als einen den handelnden Persönlichkeiten als ebenbürtig hinstellen sollen – trägt interessante Facetten zu den außenpolitischen Rahmenbedingungen der Wiedervereinigung bei. Doch noch gewichtiger ist der Beitrag zur Quellenkritik. Dieses Buch könnte im geschichtswissenschaftlichen Grundlagenstudium eine großartige Handreichung darstellen, um präzise vorzuführen, wie Quellenkritik konkret gehandhabt aussieht und welche Fehler auch gestandenen Wissenschaftlern selbst unterlaufen können. Daher ist das Buch gleich doppelt bemerkenswert: als empirischer Beitrag zur Wiedervereinigungsforschung und als beispielhafte und lehrreiche Quellenkritik.« Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk, in: Historische Zeitschrift, Bd. 322, 1/2026
»Der mehr erzählende, denn streng analysierende Autor zeichnet zwar den atemberaubenden Prozess der Wiedervereinigung akribisch und mit zum Teil kriminalistischem Spürsinn anhand der akteursbezogenen Dokumente nach […] und lässt die im Rahmen der 2+4-Verhandlungen zum Greifen nahe Furcht vor einem »deutschen Europa« eindrucksvoll lebendig werden […]. Für solche und ähnliche Anregungen, wie für das gesamte Buch müsste eigentlich auch die professionelle Geschichtswissenschaft dankbar sein!« Dr. Michael Fuchs, in: Zeitschrift für Politik, 6/2023
»Der Autor ist einer der besten Kenner zum Thema Frankreich und die deutsche Einigung. In sechs Kapiteln fächert er sein komplexes Forschungsgebiet auf, die sein Werk ertragreich und lesenswert machen. [...] Fasst man Schaberts detailversessene Forschungen hinsichtlich Befürwortern und Förderern bzw. Gegnern und Verhinderern der deutschen Einigung zusammen, so ist ihm sehr zu folgen, dass das letztgültige Ergebnis keineswegs zu erwarten, geschweige denn ausgemachte Sache war.[...]« Prof. Dr. Michael Gehler, in: Jahrbuch Politisches Denken, Band 33/2023
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