Der Jude 1916-1928
Judische Moderne zwischen Universalismus und Partikurlarismus
by Eleonore Lappin
Hardback (Published)
(December 2000)
ISBN: 9783161470356
Price: $112.00
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English summary: ‘Der Jude’ was founded in 1919 by members of the World Zionist Organization and Martin Buber. Its aims, advocating the rights of Jews to settle in Palestine, cultural autonomy for the Jews in Eastern Europe and the recognition of the Jews as a nation, were regarded as radical in Germany at that time. The founders and funders of the journal were aware that they could only succeed if their publication was of a high literary quality and covered not only political but also cultural issues. Special emphasis was placed on the Eastern European Jews in order to justify their national demands at home and to improve the situation of the war refugees in Germany and Austria. The ‘Jewish Renewal’ in Europe, documented by ‘Der Jude’, was not restricted to Zionist or Jewish-nationalist issues; it also showed the broad spectrum of Jewish culture in the German-speaking area at that time. German description: Die Zeitschrift ‘Der Jude’ wurde 1916 als Organ der Zionistischen Weltorganisation gegrundet. Ihre Aufgabe war es zunachst, die nationalen Ziele der Juden in Ost- und Mitteleuropa einem gebildeten Publikum nahezubringen. Dennoch, oder gerade deshalb, konzipierte der Herausgeber Martin Buber den ‘Juden’ als Zeitschrift der Judischen Moderne, in der auch Nichtzionisten zu Wort kamen.Neben theoretischen Abhandlungen zur Ideologie des Zionismus und des judischen Nationalismus befasste sich die Zeitschrift mit den konkreten politischen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen der Juden in Europa und Palastina. Ein weiterer Schwerpunkt war die judische Kultur, wobei neben deutscher, jiddischer und hebraischer Literatur, Philosophie, Religionswissenschaft und Geschichte auch die Philologie und die judische Erziehung als Themen berucksichtigt wurden. Die Beitrage waren von den allgemeinen geistigen Stromungen der Zeit beeinflusst und versuchten, diese fur die Belebung der judischen Kultur fruchtbar zu machen. Die Auffassung der judischen Lehre als universalistisch und sozial progressiv, wie sie ‘Der Jude’ propagierte, pragte die Darstellung der judischen Renaissance ebenso wie die Vorstellungen von Wesen und Sinn des judischen Gemeinwesens in Palastina. Auf dem Gebiet der zionistischen Politik in Palastina war ‘Der Jude’ das Sprachrohr jener deutschsprachigen Zionisten, die sich engagiert fur judisch-arabische Koexistenz, aber auch fur die Forderung der judischen Arbeit und der Kollektivsiedlungen in Palastina einsetzten. Die Berichte uber judische Kultur gingen weit uber die Interessen des Zionismus hinaus und dokumentieren die Vielfalt des geistigen Lebens der Juden im deutschsprachigen Raum der Zwischenkriegszeit.
Eleonore Lappin, Geboren 1951; Studium der Volkswirtschaftslehre, der deutschen, englischen und vergleichenden Literaturwissenschaften sowie der judischen Geistesgeschichte in Osterreich, den USA und Israel; seit 1989 Mitarbeiterin am Institut fur Geschichte der Juden in Osterreich; seit 1995 Dozentin an der Karl Franzens Universitat Graz.
- By (author) Eleonore Lappin
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