Das Abgleiten in den Schuldenstaat
Öffentliche Finanzen in der Bundesrepublik von den sechziger bis zu den achtziger Jahren
By (author) Hans-Peter Ullmann
Hardback (Published)
(February 2017)
ISBN: 9783525301111
6.34 x 9.33 inches
Price: $87.00
On back order
Hintergrundwissen zum Wahljahr 2017
In der Bundesrepublik wuchs die offentliche Verschuldung zunachst langsam, in den fruhen siebziger Jahren dann rascher und seit der Mitte des Jahrzehnts schliesslich dramatisch. Anfang der achtziger Jahren war die Bundesrepublik ein Schuldenstaat geworden, hatten die Deutschen wieder gelernt, Schulden zu machen: offentlich, aber auch privat. Dadurch veranderten sich ihre Zeitstrukturen. Denn Schulden machen bedeutet, der Gegenwart zu Lasten der Zukunft mehr Gewicht beizumessen. Dadurch entsteht ein grosserer finanzieller Handlungsspielraum, der sich politisch nutzen lasst. Der Preis sind Belastungen in der Zukunft in Form von Zinszahlungen und Tilgungsverpflichtungen. Wegen dieser Vor- und Nachteile war der Weg der Bundesrepublik in den Schuldenstaat heftig umstritten. So formierte sich um den Leitbegriff Offentliche Armut eine Allianz politischer Krafte, welche die Auf- und Ausgaben der offentlichen Hande auch um den Preis steigender Schulden erweitern wollte. Die Expansionskoalition bestimmte die Finanz- und Schuldenpolitik bis in die Mitte der siebziger Jahre. Als sich die negativen Seiten ihrer Politik immer deutlicher zeigten, entstand um den Leitbegriff Weniger Staat eine konkurrierende Allianz. Der Konsolidierungskoalition ging es darum, die staatlichen Aktivitaten zuruckzufahren und die offentlichen Haushalte zu sanieren. Sie gewann seit dem Ende der siebziger Jahre an Einfluss auf die Finanz- und Schuldenpolitik und setzte sich nach dem Ende der sozialliberalen Regierung seit 1982 durch. Den Weg der Bundesrepublik in den Schuldenstaat konnte sie bremsen, aber nicht auf Dauer aufhalten.
- By (author) Hans-Peter Ullmann
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