Ars belli
Deutsche taktische und kriegstechnische Bilderhandschriften und Traktate im 15. und 16. Jahrhundert
By (author) Rainer Leng
Hardback (Published)
(November 2002)
ISBN: 9783895002618
6.69 x 9.45 inches
Price: $170.00
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Das 15. und das 16. Jahrhundert brachten dem Kriegswesen revolutionäre Veränderungen. Die Technisierung des zunehmend von modernen Feuerwaffen geprägten Krieges und der parallel verlaufende soziale Wandel der Kriegsteilnehmer, an dessen Ende die neuzeitlichen Massenheere von Söldnern und Landknechten stehen, erforderten bald ein neues Spezialwissen. Als Folge und zugleich als Triebfeder dieser Wandlungserscheinungen entstand im späten Mittelalter eine völlig neue Literaturgattung. Gab es bis zum Jahr 1400 kein einziges Buch, das praktisch anwendbares Wissen über den Krieg enthielt, so entstand nun eine wahre Flut von Bilderhandschriften und Traktaten, deren einziger Gegenstand die Technik und Taktik des Krieges war. Die vorliegende Monographie wertet über 300 im deutschsprachigen Raum entstandene Handschriften zur Kriegskunst aus. Im Vordergrund steht dabei die Frage nach den Entstehungsbedingungen und den Wandlungserscheinungen einer völlig neuen Literaturgattung an der Wende zur Neuzeit. <br/><br/><br/>
Das 15. und das 16. Jahrhundert brachten dem Kriegswesen revolutionare Veranderungen. Die Technisierung des zunehmend von modernen Feuerwaffen gepragten Krieges und der parallel verlaufende soziale Wandel der Kriegsteilnehmer, an dessen Ende die neuzeitlichen Massenheere von Soldnern und Landknechten stehen, erforderten bald ein neues Spezialwissen. Als Folge und zugleich als Triebfeder dieser Wandlungserscheinungen entstand im spaten Mittelalter eine vollig neue Literaturgattung. Gab es bis zum Jahr 1400 kein einziges Buch, das praktisch anwendbares Wissen uber den Krieg enthielt, so entstand nun eine wahre Flut von Bilderhandschriften und Traktaten, deren einziger Gegenstand die Technik und Taktik des Krieges war. Die vorliegende Monographie wertet uber 300 im deutschsprachigen Raum entstandene Handschriften zur Kriegskunst aus. Im Vordergrund steht dabei die Frage nach den Entstehungsbedingungen und den Wandlungserscheinungen einer vollig neuen Literaturgattung an der Wende zur Neuzeit. Welche Inhalte vermitteln die Schriften? Wahrend im 15. Jahrhundert noch die experimentierfreudige Vermittlung von Feuerwaffen und konventioneller Technologie in Wort und Bild voransteht, konzentrieren sich die voluminosen Handschriften des 16. Jahrhunderts auf wortreiche Beschreibungen bewahrten Arsenals. Texte zur Heeresorganisation treten hinzu.Wer waren die Autoren? Ausgehend von einzelnen, schreib- und lesekundigen Technikern entwickelt sich der Autorenkreis uber niederadelige Kriegshauptleute fort, bis schliesslich gar mit Albrecht dem Alteren, Herzog von Preussen, die literarische Beschaftigung mit dem Kriegswesen hochste Kreise erreicht. Mit den Autoren verandern sich auch die Rezipienten. Aus der berufsinternen Wissensvermittlung innerhalb eines uberschaubaren Zirkels der Spezialisten dringt die Gattung schliesslich in zahlreichen Exemplaren in die fruhneuzeitlichen Furstenbibliotheken vor. Der darstellende erste Teil des zweibandigen Werkes wird erganzt durch einen Band mit Handschriftenbeschreibungen, der zahlreiche Textzeugen teilweise erstmals der Forschung erschliesst.Fur Historiker, Germanisten, Fachprosaforscher, aber auch Technik-, Wissenschafts- und Militarhistoriker wird hier ein bislang kaum erforschtes Quellenkorpus zuverlassig aufgearbeitet und dargeboten.
- By (author) Rainer Leng
„Ungeachtet dieser kleinen Einschränkung hat der Autor mit den Untersuchungen des ersten Bandes und dem Handschriftenkatalog ein Werk geschaffen, das der eigenen Zielstellung in hohem Maße gerecht wird. Die Militärgeschichtsschreibung kann von diesem modernen Handbuch ebenso wissenschaftliche Impulse empfangen wie die Technik- und Chemiegeschichte und die germanistische Fachprosaforschung. Eine ganz neue Klasse von Autoren, die „Büchsenmeister“, gewinnt durch detaillierte wirtschafts- und sozialgeschichtliche Untersuchungen ein anschauliches Profil. Sowohl das artilleristische Schrifttum als auch die neuen Kriegsordnungen können schlüssig Entwicklungen erklären, die zu den militärpolitischen und taktischen Innovationen am Vorabend des Dreißigjährigen Krieges führten.<br/>In fast jeder historischen Disziplin wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts grundlegende Werke geschaffen, die ganze Epochen oder Wissenszweige in toto behandelten. Auf dem Gebiet der „Ars belli“ ist dieser Klassiker Max Jähns' dreibändige „Geschichte der Kriegswissenschaften vornehmlich in Deutschland“ (München u. Leipzig 1889-91). Wie Leng schreibt, ist dieses Werk trotz aller offenkundigen Mängel „nach mehr als einem Jahrhundert noch nicht durch ein besseres ersetzt worden“. Nach dem Erscheinen der „Ars belli“ muß diese Einschätzung insofern modifiziert werden, als dem Autor auf einem Teilgebiet - der Erschließung und Interpretation kriegstechnischer Handschriften - eine substantielle Modernisierung und Verbesserung gelungen ist.“<br/><br/>In: Sudhofffs Archiv. 90 (2006) 2. S. 245-247.<br/><br/>--------------------------------<br/><br/>„RAINER LENG hat mit seiner 'Ars belli' eine wissenschaftliche Pionierleistung ersten Ranges vorgelegt. Daß dabei nicht nur überaus zahlreiche Fragen beantwortet, sondern auch einige wenige Fragen, insbesondere zum Verhältnis von schriftlichen und mündlichen Quellen, von Hs. und Druck und von Handlungs- und Bildungswissen, offen bleiben mußten, versteht sich angesichts der immensen Materialfülle von selbst. Beantwortet können werden diese Fragen erst, wenn auch die philologische Aufbereitung der Texte und ihrer Abhängigkeiten erfolgt ist, was LENG selbst immer wieder anmahnt, und wenn mögliche schriftliche Quellen im arabischen Raum besser untersucht sind. Dies schmälert aber nicht das Verdienst LENGS, der mit seiner Untersuchung für den deutschen Bereich eine überaus detailreiche und gelehrte Grundlagenarbeit geleistet hat, die Ausgangspunkt für jede weitere Forschung sein wird.“<br/><br/>In: Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur. 134 (2005) Heft 4. S. 539.<br/><br/>--------------------------------<br/><br/>„Rainer Lengs Habilitationsschrift ist zu recht mit allgemeinem Lob aufgenommen worden. Das größte, aber bei weitem nicht das einzige Verdienst der Arbeit ist ohne Frage das umfassende, sorgsam edierte Handschriftenverzeichnis. Damit tut man dem Autor keinesfalls Unrecht, formuliert er doch selbst als sein zentrales Arbeitsziel die systematische und umfassende Beschreibung der kriegstechnischen und -taktischen Traktate und Bilderhandschriften als Quellengattung (Bd. 1, S. 4). Wir haben es hier also mit Grundlagenforschung im besten Sinne zu tun, die Material für eine Fülle (hoffentlich) kommender Forschungen bereithält. Die Auszeichnung mit dem Werner-Hahlweg-Preis 2002, des deutschen Nachwuchspreises für Forschungen auf dem Gebiet der Militärgeschichte und Wehrwissenschaften, hat diese Arbeit verdient.“<br/><br/>In: IASLonline [22.04.2005] <br/><a target="_blank" href="http://iasl.uni-muenchen.de/rezensio/liste/Kuemper3895002615_1247.html">http://iasl.uni-muenchen.de/rezensio/liste/Kuemper3895002615_1247.html</a><br/><br/>--------------------------------<br/><br/>„For those working on early modern military technology, Ranier Leng has produced an indispensable work. (...)<br/>Where these volumes excel, therefore, is in connecting this important subject matter to other debates about the history of technology in the middle ages. At times rather cursory, Leng nevertheless takes the important step of connecting the seemingly specialized field of Renaissance „Kriegtechnik“ to far-reaching movements: the "mechanical arts" in early scholasticism, medieval encyclopedia, alchemical practices and traditions, classical modes of social and military knowledge, Renaissance humanism, and, at least hesitatingly, the genre of illuminated manuscripts and book production.“<br/><br/>In: Technology and Culture. January 2004. S. 168-170.<br/><br/>--------------------------------<br/><br/>„Rainer Leng ist es mit Ars belli in beeindruckender Weise gelungen, die knapp zwei Jahrhunderte währende Geschichte dieser eigenständigen und ungewöhnlichen Literaturgattung zu schreiben. Dabei stand nicht die inhaltliche Analyse der einzelnen Werke im Vordergrund, sondern vielmehr ihre gegenseitige Beeinflussung, der historische Hintergrund ihrer Entstehung und Verbreitung, sowie ihre Einordnung in die verschiedenen sich ausprägenden Fachgruppen der Spezialliteratur zum Kriegswesen. Das größte Verdienst dieser Arbeit ist aber ganz sicher, der zukünftigen Forschung ein breites Fundament geliefert zu haben. Leng selbst gibt schon am Beginn des ersten Bandes einige Anregungen für die Nutzbarkeit seiner Quellen, zum Beispiel in der Fachprosaforschung, der Technikgeschichte und nicht zuletzt als ergiebiges Bildmaterial. Vor allem der zweite Band, der sich als umfangreicher Katalog von wissenschaftlichen Beschreibungen der untersuchten Handschriften präsentiert, wird hierzu wohl bis auf weiteres ein unverzichtbares Hilfsmittel sein. Das gilt sowohl für Archivare und Bibliothekare, die die Handschriften ihres Bestandes sichten und einordnen wollen, als auch für Historiker, die Information und Zugang zu den einzelnen Quellen suchen. Besonders in solch praktischer Anwendung wird sich der Wert dieser Arbeit noch vielfach beweisen. Ihre Qualität ist jetzt schon anerkannt: Ars belli wurde 2002 mit dem Werner-Hahlweg-Preis ausgezeichnet.“<br/><br/>In: Militär und Gesellschaft in der Frühen Neuzeit. 7 (2003) 2. S. 236-241.<br/><br/>--------------------------------<br/>„Das ansehnliche Werk (zugl. Habil.-Schrift, Univ. Würzburg, 2000) wurde als Teil des DFG-Projekts „Das Bild des Krieges im Wandel vom späten Mittelalter zur frühen Neuzeit“ erarbeitet. - Nach dem Auftauchen von Feuerwaffen in Mittel- und Westeuropa und der Entstehung eines eigenen Berufsstandes als Träger der neuen Kriegstechnologie entwickelte sich mit einiger Verzögerung zu Beginn des 15. Jh. eine dem Kriegswesen gewidmete literarische Tradition. Aus ersten Büchsenmeisterbüchern wurden im Lauf der Zeit artilleristische Lehrbücher und zunehmend spezialisierte Schriften über Organisation, Ordnung, Technik und Taktik der Kriegsführung. Eine Vielfalt von Texten und Bildern, die dem fachspezifischen Wissen um das Kriegswesen dienen sollte, war Gegenstand der vorl. Untersuchung; sie forderte Offenheit für unterschiedliche, den Überlieferungsträgern angemessene Bearbeitungsmethoden (etwa der Kodikologie, Buchwissenschaft, Germanistik, Bibliotheks-, Militär-, Sozial-, Kultur- und Technikgeschichte). Die in jeder Hinsicht umfassende, heterogene Aspekte beleuchtende Darstellung wird durch eine Reihe von aufschlußreichen Bildtafeln zusätzlich dokumentiert. Der 2. Bd. enthält die Erfassung und Beschreibung der benutzten hs. Bestände, die der Verf. sachkundig vorgenommen sowie durch Verz. und Reg. für verschiedenartigste Ansprüche aufgeschlossen hat.“<br/><br/>In: Germanistik. 44 (2003) Heft 3/4. S. 784.<br/>
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Other Titles in this Series
Die Lanze und die Feder
Untersuchungen zum »Livre du Chevalier errant« von Thomas III., Markgraf von Saluzzo
Das »Nibelungenlied« und »Das Buch des Dede Korkut« – Sprachwissenschaftliche Aspekte
Beiträge zum ersten interkulturellen Symposion in Baku, Aserbaidschan, 2009
Würzburg, der Große Löwenhof und die deutsche Literatur des Spätmittelalters
Tagung vom 9. bis 12. Oktober 2002
Deutsche Messübersetzungen des Spätmittelalters
Untersuchungen auf der Grundlage ausgewählter Handschriften und vorreformatorischer Drucke
Jenseits der Dichotomie von Text und Bild
Verfahren der Veranschaulichung und Verlebendigung in Mittelalter und Früher Neuzeit
Anleitung Schießpulver zu bereiten, Büchsen zu beladen und zu beschießen
Eine kriegstechnische Bilderhandschrift im cgm 600 der Bayerischen Staatsbibliothek München
Gewaltstrategien: Codierung und Inszenierung von Gewalt im vorreformatorischen Nürnberger Fastnachtspiel
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»Der landsfrid ist zerbrochen«
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Eine Quellenstudie zu Sprache, Herkunft und Kulturgeschichte
Franz Helm und sein »Buch von den probierten Künsten«
Ein handschriftlich verbreitetes Büchsenmeisterbuch in der Zeit des frühen Buchdrucks
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The Circulation of Ideas and Practices in and out of the Town (1200-1500)
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New Perspectives on Northeastern Bavaria and Western Bohemia in the Early Middle Ages
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Acts of the XXVII Annual Colloquium of the SIEPM, Trento 12-15 September 2023
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Power and Women in Southeast and Central Europe in Late Medieval and Early Modern Period (1300-1600)
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