Hanns von Gumppenberg (1866–1928)

Ein Münchner Schriftsteller zwischen Okkultismus, Kabarett und Kritik

By (author) Martin Lau

Book cover: Hanns von Gumppenberg (1866–1928)

Extent: 256 pages

Publisher: Böhlau Verlag Köln

Subjects: Literary Studies, Music & Performing Arts

Language: German

Paperback (Published)

(November 2019)

ISBN: 9783412507855

6.1 x 9.06 inches

Price: $57.00

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Hanns von Gumppenberg war eine tragische Figur im Schwabing der vorletzten Jahrhundertwende. Als Kritiker und ernsthafter Autor verteidigte er die Tradition, pragte aber gleichzeitig als Kabarettautor der Elf Scharfrichter die Moderne in Munchen mit. Seine oft dem Wahnsinn nahen Schriften beteiligten sich am radikalen Aufbruch zum Neuen, reflektierten jedoch auch mogliche Gefahren. Dabei konterkariert der komische Rahmen seiner visionaren Text den ernsthaften Gestus und die Sprengkraft avantgardistischer Provokation. Die Studie bietet einen neuen, lebendigen Einblick in das Panorama der Munchner Avantgarde.


Gumppenbergs Zerrissenheit im Zentrum des Aufbruchs liefert eine neue, subjektive Perspektive auf die Widerspruchlichkeit einer Zeit, die der heutigen in vielen Facetten nicht unahnlich ist. Seine Rolle innerhalb der kulturellen Szene war widerspruchlich: Einerseits tat er sich schon fruh als Kampfer gegen die “Lyrik von Gestern” hervor. Andererseits wurde ihm spater als Kritiker Traditionalismus vorgeworfen. Diese Spannung innerhalb des breitgefacherten Spektrums der Stromungen konnte sich nur im komischen Rahmen des Kabaretts entladen. In Gumppenbergs oft visionaren Texten verhindert manchmal nur der komische Rahmen den ernsthaften Gestus und die Sprengkraft avantgardistischer Provokation. “Die Elf Scharfrichter”, eines der fruhesten Kabaretts uberhaupt, boten die Moglichkeit, modernes Theater unter dem schutzenden Vorzeichen der Satire zu erproben. Einige Stucke Gumppenbergs sind kaum noch eindeutig als Parodien erkennbar und konnten auch als vorweggenommenes absurdes Theater verstanden werden.

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