Straßen von der Frühgeschichte bis in die Moderne
Verkehrswege – Kulturträger – Lebensraum
Edited by Thomas Fischer Edited by Heinz Günter Horn
Paperback (Published)
(January 2014)
ISBN: 9783895009303
6.69 x 9.45 inches
Price: $62.00
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Straßen waren zu allen Zeiten der Schlüssel zur Erschließung neuer Räume und zum Austausch von Waren und Wissen. Als verbindendes Element zwischen Landschaften, Völkern und Kulturen gehören sie zu den Grundpfeilern gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Entwicklung. Ziel des Kolloquiums war es, das Phänomen Straße interdisziplinär und aus unterschiedlichen Perspektiven zu diskutieren. Ein besonderes Anliegen lag darin, über die nahe liegende Präsentation von einzelnen Straßentrassen, Magistralen oder von Straßenkategorien hinauszugehen und sowohl die räumliche als auch die soziologische und zeitliche Dimension des Verkehrsbauwerkes Straße zu betrachten. Wie wird der Kulturträger Straße in verschiedenen zeitlichen Epochen, in der Antike oder im Mittelalter, wahrgenommen? Welchen Stellenwert hatte das Reisen? Mit welchen Risiken und Mühen war Mobilität behaftet? Was kennzeichnet die Gegenwart, vor allem aber was die Zukunft der Straße? Die Autoren des vorliegenden Bandes besprechen diese Fragestellungen und versuchen mögliche Antworten aufzuzeigen.
English summary: Roads have been the key for the development of land and the exchange of goods and knowledge since antiquity. Connecting regions, peoples and cultures, roads have supported social and economic systems through all ages. In prehistoric times, roads mostly followed the topography of the landscape, using for instance fords and mountain passes and avoiding swamps. The Romans were early masters of road building, their network of roads reaching from the North Sea to the Sahara and from the Atlantic coast to Mesopotamia, amassing a total length of 80.000 km under Emperor Trajan. While many Roman roads were abandoned in early medieval times, most traffic routes in both Western Europe and the Mediterranean continued to follow the course of the Roman roads. In a similar manner, other ancient trading routes, such as the salt roads – some of which date from prehistoric times – remained unchanged in their route until the 19th century. An enduring heritage from prehistoric times and antiquity, roads and trade routes have characterized and shaped the development and history of the landscapes they lie in. During the 17th and 18th century, road building experienced a boom, most notably under Napoleon, who thoroughly understood the strategic advantages of an extensive network of well-maintained roads. Modern motorisation again increased the importance of roads; old roads were improved, their routes adjusted to the new demands and complemented by bypass roads. In this manner, a gigantic network of new highways with bridges and junctions of generous dimensions evolved and continues to be built. From the 1850ies onwards, the development of the first boulevards in Paris implies a paradigm shift away from the road as a simple connection between two points. Along those boulevards, meant for leisurely strolling rather than strenuous travel, new branches of trade and commerce settled and influenced the social order of the city. Today’s panoramic roads aim to make regions more accessible for tourists and market their amenities. In both cases, the road’s purpose exceeds that of the quickest connection between two points. This publication aims to discuss and shed light on the phenomenon “road” from different perspectives and disciplines, aspiring to transcend the description of single streets or road routes and instead trying to capture the spatial, sociological and economic dimension of this large edifice. In addition to administrative, economic, and military questions, the social significance of the roads as a space in which people could make new experiences and encounter other people also plays an important role. A particular aspect is the perception of roads in Antiquity and medieval times. What was the importance of traveling in the pre-modern societies of Europe and what were the risks and exertions of mobility at that time? German description: Strassen waren zu allen Zeiten der Schlussel zur Erschliessung neuer Raume und zum Austausch von Waren und Wissen. Als verbindendes Element zwischen Landschaften, Volkern und Kulturen gehoren sie zu den Grundpfeilern der Gesellschafts- und Wirtschaftssysteme. Schon in vorgeschichtlicher Zeit gab es Wege, deren Verlauf sich oft nach den topographischen Gegebenheiten wie z.B. den Furten von Flussen richtete. Meister des Strassenbaus waren die Romer; das Netz der romischen Staatsstrassen reichte von der Nordsee bis zur Sahara und von der Atlantikkuste bis nach Mesopotamien; es hatte unter Kaiser Trajan eine Gesamtlange von 80.000 km. Wenngleich manche Romerstrassen im Mittelalter verfielen, pragten doch die Trassen in Westeuropa und dem Mittelmeerraum die kommenden Verkehrsrouten. Auch die alten Salzstrassen aus z. T. vorgeschichtlicher Zeit blieben in ihrem Verlauf teils bis ins 19. Jahrhundert erhalten. So haben diese Verkehrswege als dauerhaftes Erbe uber die Antike hinaus die Entwicklung und Geschichte unserer Landschaft wesentlich gepragt und bestimmt. Ein Aufschwung im Strassenbau setzte im 17./18. Jahrhundert ein, vor allem unter Napoleon. Mit der Motorisierung kam den Strassen eine wachsende Bedeutung zu. Alte Strassen wurden ausgebaut, ihr Verlauf zweckmassig abgewandelt oder durch Umgehungsstrassen erganzt; ein grosses Netz von neuen Fernverkehrsstrassen mit grosszugigen Brucken- und Kreuzungsanlagen entstand und wird laufend vervollstandigt. In der Neuzeit ab 1850 bedeutet die Entstehung der ersten Boulevards in Frankreich bzw. Paris einen Paradigmenwechsel bezuglich der Funktion der Strasse als reine Verbindungslinie. An diesen Flaniermeilen siedelten sich neue Wirtschaftszweige und Tatigkeiten an und nahmen dadurch Einfluss auf die Sozialgefuge der Stadt. Heute sind es Ferienstrassen, wie z.B. Panoramastrassen, die das Ziel verfolgen, die angrenzenden Gebiete besser zu vermarkten. Der reine Zweck der schnellen Verbindung zwischen zwei Punkten tritt auch hier in den Hintergrund. Im Rahmen dieser Publikation soll das Phanomen “Strasse” interdisziplinar, aus unterschiedlichen Perspektiven diskutiert und beleuchtet werden. Ein besonderes Anliegen ist es dabei, uber die nahe liegende Prasentation einzelner Strassentrassen oder Magistralen hinauszugehen und sowohl die raumliche, als auch die soziologische und zeitliche Dimension des Grossbauwerks “Strasse” zu erforschen. Dabei spielt neben wirtschaftlichen, verwaltungstechnischen und militarischen Fragen auch die soziale Bedeutung der Strasse als Begegnungs- und Erlebnisraum eine wesentliche Rolle. Ein besonderer Aspekt ist die Frage nach der Wahrnehmung von Strassen in der Antike und im Mittelalter. Welchen Stellenwert hatte das Reisen in der pramodernen Gesellschaft Europas und mit welchen Risiken und Muhen war Mobilitat behaftet?
- Edited by Thomas Fischer
- Edited by Heinz Günter Horn
„Im Rahmen dieser Publikation soll das Phänomen „Strasse“ interdisziplinär, aus unterschiedlichen Perspektiven diskutiert und beleuchtet werden. Ein besonderes Anliegen ist es dabei, über die nahe liegende Präsentation einzelner Straßentrassen oder Magistralen hinauszugehen und sowohl die räumliche, als auch die soziologische und zeitliche Dimension des Großbauwerks „Strasse“ zu erforschen. Dabei spielt neben wirtschaftlichen, verwaltungstechnischen und militärischen Fragen auch die soziale Bedeutung der Strasse als Begegnungs- und Erlebnisraum eine wesentliche Rolle. Ein besonderer Aspekt ist die Frage nach der Wahrnehmung von Straßen in der Antike und im Mittelalter. Welchen Stellenwert hatte das Reisen in der prämodernen Gesellschaft Europas und mit welchen Risiken und Mühen war Mobilität behaftet?“<br/><br/>In: <a target="_blank" href="http://fachbuchkritik.de/html/strassen_von_der_fruhgeschicht.html">http://fachbuchkritik.de/html/strassen_von_der_fruhgeschicht.html</a><br/>-------------------------------------------------<br/>„Die Zeiten, in denen Boulevards, Autobahnen, Überland- und Panoramastraßen Prestigeobjekte waren, die widerspruchslos hingenommen wurden, sind vorbei" heißt es in der Einleitung der Herausgeber Thomas Fischer und Heinz Günter Horn. Aber die große Bedeutung von Straßen und Wegen für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung Europas wird in diesem gut zu lesenden Band offensichtlich.“<br/><br/>Von: Gabriele Klempert<br/><br/>In: Kunstbuchanzeiger.de, <a target="_blank" href="http://www.kunstbuchanzeiger.de/de/themen/architektur/rezensionen/1541/">http://www.kunstbuchanzeiger.de/de/themen/architektur/rezensionen/1541/</a>, 09.12.2014
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