In der Sackgasse oder auf dem Weg zu einem neuen Paradigma?

Die Erforschung des Romans Der Traum der roten Kammer (Rotologie) im 21. Jahrhundert

by Juan Cao

Book cover: In der Sackgasse oder auf dem Weg zu einem neuen Paradigma?

Extent: 256 pages

Publisher: Harrassowitz Verlag

Subjects: Asian/Pacific Studies & Religions, Literary Studies

Series: Lun Wen - Studien zur Geistesgeschichte und Literatur in China

Series volume number: 17

Language: German

Paperback (Published)

(September 2013)

ISBN: 9783447069922

6.65 x 9.45 inches

Price: $59.00

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“Dream of the Red Chamber,” written by Cao Xueqin in the times of the Qing Dynasty, had a considerable influence on Chinese culture. The novel seems almost to be an encyclopedia of intellectual and everyday life in Ancient China. There is even a whole field of research exclusively dedicated to the study of this one piece of writing known as redology. In recent years, a veritable “red fever” has spread across China leading to a flood of publications. However, quantity does not necessarily equal quality. Today, there are fundamental doubts about redology. Given how highly, or over regarded it has become, many scholars are starting to ask critical questions: does redology really deserve its status? Where is redology today? With Chinese academia now increasingly westernized, these questions are being posed even more forcefully. In his study, Juan Cao examines the development of redology, especially in recent years. He concludes that redology is in fact changing and currently going through quite a constructive phase of reorientation.


Der Qing-zeitliche Roman “Der Traum der roten Kammer” (“Hongloumeng”) von Cao Xueqin hat das geistige Leben Chinas wesentlich gepragt. Der Roman gleicht einer Enzyklopadie des Geisteslebens und Alltags im Alten China. Er hat sogar einen eigenen Forschungszweig begrundet: die “Rotologie” (Hongxue), die sich ausschliesslich der Erforschung dieses Romans widmet. In den letzten Jahren herrschte in China ein regelrechtes “Rot-Fieber”, das zu einer Flut von Publikationen fuhrte. Doch Quantitat ist nicht gleich Qualitat. Die heutige Rotologie sieht sich einem fundamentalen Zweifel ausgesetzt. Angesichts ihrer enormen Hochschatzung – oder Uberschatzung? – werfen viele Gelehrte kritische Fragen auf: Hat die Rotologie ihren Namen und ihren Sonderstatus wirklich verdient? Wo steht die Rotologie heute? Diese Fragen werden mit umso grosserer Scharfe gestellt, als sich der chinesische Wissenschaftsbetrieb zunehmend verwestlicht. Juan Cao betrachtet in ihrer Studie die Entwicklung der Rotologie, vor allem in den letzten Jahren. Nach einem Uberblick uber ihre Entwicklung und einer Einfuhrung in ihre Begrifflichkeit kommt die Studie ausgehend von der jungsten Debatte zu dem Ergebnis, dass die Rotologie sich im Umbruch befindet und zwar in einer durchaus konstruktiven Phase der Neuorientierung. Zwar stecken bestimmte traditionelle Forschungsschulen in einer Krise, nicht aber die Rotologie als solche. Das Verstehen eines Klassikers erschopft sich niemals in “historische[n] Konstruktionen der vergangenen ‘Welt’, der das Werk zugehorte” (Gadamer), sondern es ist auch und vor allem eine lebendige Begegnung, die nie zu einem Ende kommt. In diesem Sinne wird auch die Rotologie immer lebendig bleiben.

  • By (author) Juan Cao