Die Mauern von Syrakus

Das Kastell Euryalos und die Befestigung der Epipolai

By (author) Heinz-J. Beste By (author) Dieter Mertens By (author) Salvatore Ortisi

Book cover: Die Mauern von Syrakus

Hardback (Published)

(March 2016)

ISBN: 9783954900336

9.65 x 13.39 inches

Price: $147.00

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Die traumatischen Erfahrungen der Syrakusaner aus dem Belagerungskrieg 414/413 v. Chr. durch die Athenerstreitmacht führten bei einer neuerlichen Bedrohung der Stadt durch Karthago dazu, das im Norden über dem Stadtgebiet gelegene Hochplateau Epipolai mit einer Mauer zu schützen. So entstand die größte Verteidigungsanlage der ganzen griechischen Welt mit einer Länge von ca. 21 km und einem großen Kastell, dem sog. Kastell Euryalos, an seiner Westspitze. Die Verteidigungsanlage wurde von den nachfolgenden syrakusanischen Strategen, Tyrannen und hellenistischen Königen (Dionysios II, Timoleonte, Agathokles, Hierion II) bis zum Ende des 3. Jhs. v. Chr. immer weiter und monumentaler ausgebaut. Dabei dienten die sog. Langen Mauern weniger der unmittelbaren Befestigung der Stadt, sondern hatten die Charakteristika und Aufgaben einer sog. Landschaftsfestung, um im Kriegsfalle die Landbevölkerung sicher und wohl geordnet unterzubringen.<br/>Die Untersuchungen der Autoren haben durch die neue Identifizierung einer Reihe von Toren und auf diese zuführenden Landstraßen ein anschauliches Bild davon ergeben, wie systematisch die Anlage mit dem Umland in Verbindung stand. Gleichzeitig konnten sichere Hinweise auf die Einrichtung von Lagern gleich hinter den Mauern gewonnen werden, in denen die Bevölkerung im Notfall untergebracht und versorgt werden konnte.<br/>


English summary: The defensive walls that were initially built by the tyrant Dionysius I in the 4th century BCE to protect the city of Syracuse were the longest and most complex defensive structures built in the ancient Greek world. The fortifications were continually improved and expanded by later tyrants and Hellenistic kings, worked on by famous engineers like Archimedes, and admired by ancient authors such as Diodorus Siculus and Policretes. This study offers a completely new plan of the entire ancient city and the important archaeological sites related to the walls, especially the external citadel called “Castle Euryalos.” This volume includes an extensive collection of studies related to the history of the city and how that history was reflected in the development of its fortifications. German description: Nach dem dramatischen Ringen 414/413 v. Chr. mit den Athenern, welche Syrakus lange Zeit von der im Norden uber der Stadt gelegenen Hochflache Epipolai aus belagert hielten, beschloss der Tyrann Dionysios I. angesichts der erneuten Bedrohung durch die Karthager 402 v.Chr., das Plateau mit einer Mauer zu schutzen. So entstand als wichtigster Teil seiner aufwendigen Aufrustungsmassnahmen die grosste Verteidigungsanlage der gesamten griechischen Welt mit einer Lange von ca. 21 km und einer grossen Schutzburg, dem sog. Kastell Euryalos, an seiner Westspitze. Die Anlage wurde von den nachfolgenden syrakusanischen Strategen, Tyrannen und hellenistischen Konigen (Dionysios II, Timoleon, Agathokles, Hieron II) bis zum Ende des 3. Jhs. v. Chr. immer weiter und monumentaler ausgebaut. Die sog. Langen Mauern dienten dabei weniger der unmittelbaren Befestigung der Stadt, sondern fungierten vielmehr als sog. Landschaftsfestung, um im Kriegsfalle die Landbevolkerung sicher unterzubringen. Die erstmalige Untersuchung dieses gewaltigen Mauerzuges, dessen Bau noch vom augustuszeitlichen Historiker Diodorus Siculus eindrucklich beschrieben wird, erbrachte neben der Neuentdeckung wesentlicher Bestandteile – Tore, Turme, ein eigenes Lagerkastell, Strassenverbindungen mit dem Umland – Einblicke in die rasche Wandlung der Verteidigungskonzepte der Zeit nach der Erfindung des Katapults eben durch Dionysios’ Techniker. Dies gilt besonders fur das Kastell Euryalos, dessen Entwicklung hin zur komplexesten Burganlage der Klassischen Antike beispielhaft ist fur die uns auch durch die antike Technik-Literatur der Poliorketiker vollzogenen Gedanken. Der grosse Archimedes hat dazu nach den neuen Erkenntnissen aber nur noch die – letztlich erfolglose – Bestuckung mit Maschinen eingebracht. Die Untersuchung erfolgte auf der Grundlage eines vollig neuen Planes der gesamten Stadt im M 1 : 2.000, in dem neben den Mauerzugen alle heute noch sichtbaren archaologischen Reste eingetragen sind. So beginnt die Arbeit auch mit einer umfangreichen zusammenfassenden Studie zur Stadtgeschichte insgesamt, soweit sie sich in ihren Mauern spiegelt. Darin spielt die Rezeptionsgeschichte des antiken Syrakus seit der Renaissance, in der die weitlaufigen Mauern der Epipolai als die Stadtmauern der beruhmten antiken Grossstadt missverstanden wurden, eine bis heute wirkende Rolle.

  • By (author) Heinz-J. Beste
  • By (author) Dieter Mertens
  • By (author) Salvatore Ortisi

„Die vorliegende Arbeit bildet die Endpublikation der langjährigen Untersuchungen von Heinz-Jürgen Beste und Dieter Mertens zu den Mauern von Syrakus. [...] [E]rstmals werden auch das [durch das Deutsche Archäologische Institut Rom in Kooperation mit der Soprintendenza di Siracusa] neu erstellte Planmaterial umfangreich veröffentlicht, das Festungswerk ausführlich beschrieben und bauforscherisch untersucht, die Ergebnisse von begrenzten archäologischen Sondagen vorgelegt sowie die mit dem Bauwerk verbundenen kulturhistorischen und militärtechnischen Aspekte intensiv diskutiert. [...] Diese Entwicklungen [dieses einmaligen Festungswerkes, an dem sich zwei Jahrhunderte der militärtechnischen Entwicklung ablesen kassen], ihre Hintergründe und Auswirkungen in der vorgelegten Gründlichkeit herausgearbeitet zu haben, ist das große Verdienst der Verf., womit die Arbeit nicht nur für die Stadtgeschichte von Syrakus, sondern für die Fortifikationsforschung allgemein von allergrößter Bedeutung ist. [Die Arbeit] bietet einerseits nicht nur für die angestrebte Unterschutzstellung der Mauerreste geeignete Grundlagen, sondern stellt auch ein Standardwerk für die Untersuchung von Fortikfikationen dar, von denen noch viel zu wenige archäologisch oder historisch gut begründete Datierungen bieten und zudem so sorgfältig dokumentiert sind. Damit wird das Buch einen wichtigen Platz in der Literatur der archäologischen Bauforschung sowohl in Bezug auf Sizilien als auch auf antike Befestigungsanlagen einnehmen.“<br/><br/>Von: Britta Jansen<br/>In: Göttinger Forum für Altertumswissenschaft 21 (2018) 1007-1015, <a target="_blank" href="http://gfa.gbv.de/dr,gfa,021,2018,r,02.pdf">http://gfa.gbv.de/dr,gfa,021,2018,r,02.pdf</a><br/>----------------------------------------<br/>„Heinz-Jürgen Beste und Dieter Mertens zählen<br/>zu jenen Vertretern der klassischen Bauforschung,<br/>deren lebenslanges Bemühen um<br/>die Verbindung von Architektur, Archäologie<br/>und Historischer Landeskunde nachhaltig die<br/>Altertumswissenschaften prägen und deren<br/>Arbeiten untrennbar mit der Architektur und den<br/>Städten der Westgriechen verbunden sind. Mit der<br/>Vorlage der ›Mauern von Syrakus‹ – mit der im<br/>Untertitel vorgenommenen Einschränkung auf das<br/>Kastell Euryalos und die Befestigung der Epipolai<br/>– liegt nunmehr das Ergebnis einer jahrzehntelangen<br/>Beschäftigung mit den Befestigungsanlagen<br/>von Syrakus vor.<br/>Dass in diesem langen Zeitraum die Bauanalyse<br/>sowie archäologische Grabungen kontinuierlich<br/>durchgeführt werden konnten, ist nicht<br/>zuletzt auf die unermüdliche und vorbildliche<br/>Zusammenarbeit der Autoren mit den Altertumsbehörden<br/>Siziliens und zahlreichen anderen<br/>Partnern zurückzuführen. (...)<br/>Die überaus methodische, gründliche und über<br/>Jahrzehnte hin entwickelte Sicht auf die Mauern<br/>von Syrakus hat nicht nur für die Erforschung sizilischer<br/>Befestigungsanlagen nachhaltigen Wert,<br/>sondern wird für jeden, der sich mit klassischhellenistischen<br/>Stadtmauern beschäftigt, ein Referenzwerk<br/>sein.<br/><br/>Von: Alexander Sokolicek<br/>In: Bonner Jahrbuch 218 (2018), S. 381-384<br/>
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