Weise Frauen und geheimnisvolle Zeichen

Texte zum Volksglauben in Georgien

Ausgewählt, übersetzt und kommentiert von Elguja Dadunashvili und Agnes Korn

Book cover: Weise Frauen und geheimnisvolle Zeichen

Extent: 114 pages

Publisher: Dr. Ludwig Reichert Verlag

Subjects: Anthropology, Literary Studies

Language: German

Paperback (Published)

(April 2012)

ISBN: 9783895005923

4.72 x 6.5 inches

Price: $20.00

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This volume is the first attempt to present omen and taboo texts from Georgia in a structured form, and to make this type of traditional culture accessible for systematic research. The texts, most of which were collected in the 19th and the first half of the 20th century, are given in German translation of the Georgian, Russian and French originals. A sizeable portion of the material is from archive material, which is published here for the first time.


English description: This volume is the first attempt to present omen and taboo texts from Georgia in a structured form, and to make this type of traditional culture accessible for systematic research. The texts, most of which were collected in the 19th and the first half of the 20th century, are given in German translation of the Georgian, Russian and French originals. A sizeable portion of the material is from archive material, which is published here for the first time. German description: Dieser Band ist der erste Versuch, den verstreut aufgezeichneten Omina, Verhaltensratschlagen und Tabuvorschriften aus Georgien eine strukturierte Form zu geben und diese Gattung der traditionellen Kultur damit fur die systematische Forschung zuganglich zu machen. Die meisten der in der vorliegenden Sammlung in Ubersetzung prasentierten Materialien sind im 19. und in der ersten Halfte des 20. Jahrhunderts aufgezeichnet worden. Viele der Texte stammen aus Archivmaterialien und werden hier erstmals veroffentlicht.

  • Edited by Elguja Dadunashvili
  • Edited by Agnes Korn

"Review - German ""Wer kennt sie nicht, weise Spruche oder Verhaltensratschlage, die im Laufe des Lebens von den Menschen mit auf den Weg gegeben werden? Solche kurzen, doch mit Bedeutung aufgeladenen Texte trugen die Autoren Elguja Dadunashvili und Agnes Korn in ihrer 2007 erschienenen Publikation verdienstvoll zusammen.Nach einer Einfuhrung zum Volksglauben in Georgien wird eine Sammlung von nicht weniger als dreihundertzweiundsiebzig uberlieferten Spruchen festgehalten, die von den Autoren sinngemass in Omina, Tabus und Verhaltensratschlage unterteilt wurden. Durch Inhaltsverzeichnis und Index wird den Rezipienten die Moglichkeit gegeben, wichtige Schlagworter des Volksglaubens wie z.B. Schwangerschaft, Schere, Tod und Damonen gezielt nachzuschlagen. Da die ausserst knappen, doch bedeutungsschwangeren Texte bislang nicht systematisch erfasst wurden, unternahm man mit diesem Band nun erstmals den Versuch, dieser verstreut aufgezeichneten Gattung der traditionellen Kultur eine strukturierte Form zu verleihen. Nicht die Deutung und Kontextualisierung wird zum Ziel der Publikation erklart, sondern vielmehr die Bereitstellung von ""Rohmaterial"" fur kommende ""umfassendere Studien zum Volksglauben in den einzelnen Regionen und Bevolkerungsgruppen Georgiens"". Da sich bisher existierende wissenschaftliche Arbeiten und Quellen aus dem Folklorearchiv des Rustaveli-Instituts fur georgische Literatur mit den verschiedensten Regionen und Zeitabschnitten des Landes und in diesem Zusammenhang auch mit dem dort vorherrschenden Volksglauben auseinandersetzten, konnten die Autoren dieses Buchleins nun in einem zweiten Schritt den Anspruch erheben, einen umfassenderen, d.h. uberregionalen Uberblick zum Glauben im georgischen Volk zu geben. Wenn sich im Land des Goldenen Vlieses im Vergleich zu Westeuropa weit mehr Spuren von Weissagung und Hexerei bis heute nachweisen lassen, so muss dies vor allem als Folge des zu jeder Zeit massgeblichen Respekts gegenuber dem ""Diener der Herren"" angesehen werden, der eine Hexenverfolgung von vornherein ausschloss. Die ""Diener"", die zumeist weiblichen Geschlechts waren und die in einigen Dorfern bis heute praktizieren, wurden auch ""Tanten des Herrn"" genannt. Krankheiten wie Blattern, Masern und Pest, die man seinerzeit mit ubernaturlichen Gestalten in Verbindung brachte, konnten den damaligen Vorstellungen entsprechend nur von einer solchen ""Tante des Herrn"" wirksam betreut oder gar bekampft werden. Zu ihren Aufgaben gehorte es, dem Kranken samtliche Wunsche zu erfullen, ihn mit Worten und Musik zu unterhalten, wahrend das ""verpestete"" Zimmer mit farbigen Blumen und Stoffen geschmuckt wurde. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang vor allem der Umstand, dass der Volksglaube in Georgien offenbar eine solch starke Verbreitung fand, dass er seinerzeit nicht nur in den untersten Schichten wirksam wurde, sondern auch in den Palasten der Fursten Einzug hielt.(...) Bei der Lekture der kurzen Textpassagen wird so mancher Leser erstaunt sein, wie sehr die georgischen Spruche und Verhaltensratschlage bisweilen vergleichbaren deutschen Uberlieferungen ahneln (z. B. Nr. 9, 77, 135, 141, 191). Interessant ist es zudem herauszulesen, was die Menschen im Laufe der Zeit offenbar in hohem Masse beschaftigte oder was sie immer wieder aufs Neue angstigte. Auch wenn die Zahlenangaben vor den Texten auf den ersten Blick eher irritieren, verbergen sich dahinter letztlich die mit zusatzlichen Informationen gespickten Quellenangaben, die als wichtige Erganzungen des Buches anzusehen sind und hoffentlich bald in Kombination mit den Texten die Grundlage fur tiefer gehende Studien zu diesem ausserst gehaltvollen Themenkomplex bilden werden.""Von Maja ChotiwariIn: Georgica. 31 (2008). S. 139-140."
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„Wer kennt sie nicht, weise Sprüche oder Verhaltensratschläge, die im Laufe des Lebens von den Menschen mit auf den Weg gegeben werden? Solche kurzen, doch mit Bedeutung aufgeladenen Texte trugen die Autoren Elguja Dadunashvili und Agnes Korn in ihrer 2007 erschienenen Publikation verdienstvoll zusammen.<br/>Nach einer Einführung zum Volksglauben in Georgien wird eine Sammlung von nicht weniger als dreihundertzweiundsiebzig überlieferten Sprüchen festgehalten, die von den Autoren sinngemäß in Omina, Tabus und Verhaltensratschläge unterteilt wurden. Durch Inhaltsverzeichnis und Index wird den Rezipienten die Möglichkeit gegeben, wichtige Schlagwörter des Volksglaubens wie z.B. Schwangerschaft, Schere, Tod und Dämonen gezielt nachzuschlagen. Da die äußerst knappen, doch bedeutungsschwangeren Texte bislang nicht systematisch erfasst wurden, unternahm man mit diesem Band nun erstmals den Versuch, dieser verstreut aufgezeichneten Gattung der traditionellen Kultur eine strukturierte Form zu verleihen. Nicht die Deutung und Kontextualisierung wird zum Ziel der Publikation erklärt, sondern vielmehr die Bereitstellung von „Rohmaterial“ für kommende „umfassendere Studien zum Volksglauben in den einzelnen Regionen und Bevölkerungsgruppen Georgiens“. Da sich bisher existierende wissenschaftliche Arbeiten und Quellen aus dem Folklorearchiv des Rustaveli-Instituts für georgische Literatur mit den verschiedensten Regionen und Zeitabschnitten des Landes und in diesem Zusammenhang auch mit dem dort vorherrschenden Volksglauben auseinandersetzten, konnten die Autoren dieses Büchleins nun in einem zweiten Schritt den Anspruch erheben, einen umfassenderen, d.h. überregionalen Überblick zum Glauben im georgischen Volk zu geben. Wenn sich im Land des Goldenen Vlieses im Vergleich zu Westeuropa weit mehr Spuren von Weissagung und Hexerei bis heute nachweisen lassen, so muss dies vor allem als Folge des zu jeder Zeit maßgeblichen Respekts gegenüber dem „Diener der Herren“ angesehen werden, der eine Hexenverfolgung von vornherein ausschloss. Die „Diener“, die zumeist weiblichen Geschlechts waren und die in einigen Dörfern bis heute praktizieren, wurden auch „Tanten des Herrn“ genannt. Krankheiten wie Blattern, Masern und Pest, die man seinerzeit mit übernatürlichen Gestalten in Verbindung brachte, konnten den damaligen Vorstellungen entsprechend nur von einer solchen „Tante des Herrn“ wirksam betreut oder gar bekämpft werden. Zu ihren Aufgaben gehörte es, dem Kranken sämtliche Wünsche zu erfüllen, ihn mit Worten und Musik zu unterhalten, während das „verpestete“ Zimmer mit farbigen Blumen und Stoffen geschmückt wurde. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang vor allem der Umstand, dass der Volksglaube in Georgien offenbar eine solch starke Verbreitung fand, dass er seinerzeit nicht nur in den untersten Schichten wirksam wurde, sondern auch in den Palästen der Fürsten Einzug hielt.<br/>(...) Bei der Lektüre der kurzen Textpassagen wird so mancher Leser erstaunt sein, wie sehr die georgischen Sprüche und Verhaltensratschläge bisweilen vergleichbaren deutschen Überlieferungen ähneln (z. B. Nr. 9, 77, 135, 141, 191). Interessant ist es zudem herauszulesen, was die Menschen im Laufe der Zeit offenbar in hohem Maße beschäftigte oder was sie immer wieder aufs Neue ängstigte. Auch wenn die Zahlenangaben vor den Texten auf den ersten Blick eher irritieren, verbergen sich dahinter letztlich die mit zusätzlichen Informationen gespickten Quellenangaben, die als wichtige Ergänzungen des Buches anzusehen sind und hoffentlich bald in Kombination mit den Texten die Grundlage für tiefer gehende Studien zu diesem äußerst gehaltvollen Themenkomplex bilden werden.“<br/><br/>Von Maja Chotiwari<br/><br/>In: Georgica. 31 (2008). S. 139-140.
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