“Und sie alle sind des Königs Gäste”.
Legitimierungspolitik der preußischen Monarchie durch soziale Öffnung am Beispiel der Krönungs- und Ordensfeste (1810–1914)
By (author) Anna Dietrich
Hardback (Published)
(June 2021)
ISBN: 9783428181766
6.18 x 9.17 inches
Price: $160.00
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Mit dem Krönungs- und Ordensfest wird am preußischen Beispiel gezeigt, dass die Hohenzollern-Monarchie schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts eine neue kulturelle Praktik etablierte, um breitere Bevölkerungsschichten verstärkt in das monarchische System einzubeziehen. Durch die überständische Verleihung von Orden und Ehrenzeichen sowie die okkasionelle Öffnung des Hofzeremoniells für Unterstützer der Krone und des Staates vereinigte das Krönungs- und Ordensfest gleich zwei Strategien in sich, mit denen in neuem Umfang eine affirmative Beziehung zwischen Krone und Untertanen evoziert werden sollte.
Im 19. Jahrhundert gelang es vielen mitteleuropaischen Monarchien, mit Anpassungsstrategien und Modernisierungsleistungen ihr Fortbestehen uber den sozialen und politischen Wandel auf dem Weg zur burgerlichen Gesellschaft zu sichern. Diese Studie fragte nach den Instrumenten, mit denen die monarchische Kultur ihren Untertanen neue Identifikationspotenziale zur Stabilisierung ihrer Herrschaft anbot. Mit dem Kronungs- und Ordensfest wird am preuaischen Beispiel gezeigt, dass die Hohenzollern-Monarchie schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts eine neue kulturelle Praktik etablierte, um breitere Bevolkerungsschichten verstarkt in das monarchische System einzubeziehen, kollektive Emotionen fur die Monarchie zu nutzen und diese durch feierliche Vergemeinschaftung zu regulieren. Durch die uberstandische Verleihung von Orden und Ehrenzeichen sowie die okkasionelle Offnung des Hofzeremoniells fur Unterstutzer der Krone und des Staates weit jenseits des traditionellen Hofrangreglements vereinigte das Kronungs- und Ordensfest gleich zwei Strategien in sich, mit denen in neuem Umfang eine affirmative Beziehung zwischen Krone und Untertanen evoziert werden sollte.
A. Einleitung
B. Prinzipien der preußischen Ordenspolitik für das Krönungs- und Ordensfest: Verleihungsgrundsätze unter Friedrich Wilhelm III. / Friedrich Wilhelm IV. – Verleihungsgrundsätze unter Wilhelm I. / Wilhelm II. – Die Ambivalenz der publizierten Verleihungslisten
C. Das Zeremoniell des Krönungs- und Ordensfestes als reziproke Ehrung: Antirevolutionäres Herrschaftsinstrument in der Zeit Friedrich Wilhelms III. – Vom Ordens- zum Krönungsfest in der Zeit Friedrich Wilhelms IV. – Vom Fest des Königtums zur Feier des monarchischen Prinzips in der Zeit Wilhelms I. – Die Feier des Volkskaisers in der Zeit Wilhelms II.
D. Das emotionspolitische Potenzial des Krönungs- und Ordensfestes: Die Auszeichnungen und ihre akteursspezifischen Bedeutungen – Legitimitätschancen der Monarchie durch das extraordinäre Festzeremoniell
E. Synthese: Brüche und Kontinuitäten des Krönungs- und Ordensfestes in diachroner Perspektive – Frauen und das Krönungs- und Ordensfest – Ausblick
F. Quellen- und Literaturverzeichnis: Archivalien des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz Berlin (GStA PK) – Zeitungen – Gedruckte Quellen – Literatur
Personenregister
Anna Dietrich hat 2019 an der Humboldt-Universität zu Berlin am Lehrstuhl für preußische Geschichte promoviert. Dort absolvierte sie auch ihr Masterstudium im Fach Geschichtswissenschaften. Ihre Forschungsergebnisse fügen sich ein in das Projekt »Anpassungsstrategien der mitteleuropäischen Monarchie am preußischen Beispiel (1786-1918)« der BBAW. Nachdem sie 2008 an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg begann, Geschichts- und Wirtschaftswissenschaften zu studieren, wechselte sie an die HU Berlin und schloss dort ein Bachelorstudium in Geschichts- und Sozialwissenschaften ab. Während ihrer Studienzeit wurde Anna Dietrich als Stipendiatin von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit unterstützt.
- By (author) Anna Dietrich
»Anna Dietrich gelingt es, die Entwicklung der Krönungs- und Ordensfeste von einem ursprünglich ganz auf die preußische Monarchie bezogenen Fest hin zu einem Fest eines sich immer mehr als Kaiser der gesamten deutschen Nation fühlenden Monarchen nachzuzeichnen. Und dies stets auf einem hohen Reflexionsniveau, welches die neuere Forschungsliteratur zu allen Aspekten der Zuteilung von Ehre zum Zwecke der Legitimitäts- und Loyalitätsstiftungsstiftung berücksichtigt. Und nicht zuletzt: Anna Dietrich zeigt erstmalig, wie wichtig die Krönungs- und Ordensfeste, die bislang in der Forschung nur wenig beachtet wurden, für die preußische Monarchie und das Kaiserreich waren.« Manfred Hanisch, in: sehepunkte 22 (2022), Nr. 5 [15.05.2022], URL: http://www.sehepunkte.de/2022/05/35836.html (05.07.2022)
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