Überinklusive Strafnormen als Regelungstechnik
Zu den verfassungsrechtlichen Grenzen der Strafrechtssetzung am Beispiel der handelsgestützten Marktmanipulation
By (author) Alessandro Giannini
Hardback (Published)
(August 2026)
ISBN: 9783428197248
6.18 x 9.17 inches
Price: $152.00
On back order
Das Strafrecht wird zunehmend als präventives Steuerungsinstrument eingesetzt. In komplexen Regulierungsfeldern greift der Gesetzgeber vermehrt auf überinklusive Strafnormen zurück, um künftige Gefahren lückenlos zu erfassen. Die Untersuchung fragt nach den Grenzen dieser Regelungstechnik. Am Beispiel der handelsgestützten Marktmanipulation zeigt sie, dass »Catch-all«-Klauseln, deren Reichweite durch eine Verwaltungsbehörde begrenzt wird, nur bei wirksamen rechtsstaatlichen Sicherungen verfassungsgemäß sind, und entwickelt die Grenze eines strafrechtlichen Aufopferungsverbots.
»Overinclusive Criminal Provisions as a Regulatory Technique. The Limits of Criminal Lawmaking Illustrated in the Context of Trade-Based Market Manipulation«: Criminal law is increasingly being used as an instrument of preventive regulation. In complex regulatory fields, the legislator increasingly relies on overinclusive criminal provisions in order to prevent future risks without leaving any loopholes. This thesis examines the limits of this regulatory technique. Using trade-based market manipulation as an example, it shows that catch-all clauses combined with administrative compensation mechanisms can be constitutional only if accompanied by effective rule of law safeguards.
1. Einleitung
2. Rechtsdogmatische Fragestellungen
Regelungssystem der strafbaren Marktmanipulation — Zulässige Marktpraxis
3. Strafverfassungsrechtliches Konfliktpotenzial
Regelungsansatz: Proaktive Sicherheitsgesetzgebung — Systematisierung des Konfliktstoffes — Relevanz der Regelungskonzeption — Relativierung der verfassungsrechtlichen Problematik? — Zwischenergebnis
4. Anwendbarkeit nationaler Verfassungsregeln?
Verhältnis von EMRK und Grundgesetz — Verhältnis von GRC und Grundgesetz — Rechtslagebei der (strafbaren) Marktmanipulation — Ergebnis: Anwendbarkeit des Grundgesetzes
5. Strafverfassungsrechtliche Kritik überschießender Legislativtechnik
Vorüberlegungen — Gesetzlichkeitsprinzip — Verhältnismäßigkeitsgrundsatz — Schuldprinzip —Zwischenergebnis: (grundsätzlich) verfassungswidrige Regelungskonzeption
6. Zulässige Marktpraxis als rechtsstaatlicher Filter?
Verfassungsmäßigkeit der Regelungskonzeption — Kriminalpolitisches Gestaltungsmodell
- By (author) Alessandro Giannini
Other Titles in this Series
Probleme des Tatbestands Subventionsbetrug, § 264 StGB, unter dem Blickwinkel allgemeiner strafrechtlicher Lehren.
Volume 46
Unterlassungszurechnung bei drittvermittelten Rettungsgeschehen.
Unter besonderer Berücksichtigung von Compliance-Systemen.
Volume 248
Die Aufsichtsratstätigkeit in der Aktiengesellschaft im Spiegel strafrechtlicher Verantwortung.
Volume 202
Defizite bei der Umsetzung der EMRK im deutschen Strafverfahren.
V-Leute, Lockspitzel, Telefonüberwachung von Rechtsanwälten.
Volume 167
Kausalitäts- und Täterschaftsprobleme bei der strafrechtlichen Würdigung pflichtwidriger Kollegialentscheidungen.
Volume 98
Die Schutzfunktionen der Strafbestimmung gegen den Hausfriedensbruch.
Ein Beispiel für die soziologisch fundierte Auslegung strafrechtlicher Tatbestände.
Volume 17
Grund und Grenzen einer strafrechtlichen Regulierung der Marktmanipulation.
Analyse unter besonderer Würdigung der Börsen- oder Marktpreiseinwirkung.
Volume 227
Mobbing am Arbeitsplatz – Strafbarkeitsrisiko oder Strafrechtslücke?
Eine Betrachtung aus gegenwärtiger und zukunftsorientierter Perspektive.
Volume 179
Kausalität und Rechtsverletzung.
Ein Beitrag zu den Grundlagen strafrechtlicher Erfolgshaftung am Beispiel des Abbruchs rettender Kausalverläufe.
Volume 147
Aspekte des nemo-tenetur-Prinzips aus verfassungsrechtlicher und strafprozessualer Sicht.
Ein Beitrag zur funktionsorientierten Auslegung des Grundsatzes "nemo tenetur seipsum accusare".
Volume 110
Die Grundrechtsrelevanz “virtueller Streifenfahrten” – dargestellt am Beispiel ausgewählter Kommunikationsdienste des Internets.
Volume 276
Verurteilungen im Strafprozeß trotz subsumtionsrelevanter Tatsachenzweifel.
Ein Beitrag zum Institut der sog. "ungleichartigen Wahlfeststellung".
Volume 27
Grund und Grenzen transnationaler Strafrechtspflege.
Eine strafprozessuale Untersuchung der Rechtshilfe unter besonderer Berücksichtigung des Prinzips gegenseitiger Anerkennung in der EU.
Volume 272
Trafic d’influence: Der Straftatbestand des missbräuchlichen Handels mit Einfluss als Modell zur Schließung von Strafbarkeitslücken?
Volume 238
