Liebe schreiben

Paarkorrespondenzen im Kontext des 19. und 20. Jahrhunderts

Contributions by Barbara Asen Contributions by Ingrid Bauer Contributions by Christa Hämmerle Contributions by Ines Rebhan-Glück Contributions by Brigitte Semanek Contributions by Nina Verheyen Edited by Ingrid Bauer Edited by Christa Hämmerle

Book cover: Liebe schreiben

Extent: 359 pages

Publisher: Vandenhoeck & Ruprecht

Subjects: Gender & Sexuality, Literary Studies

Language: German

Hardback (Published)

(February 2017)

ISBN: 9783525301159

6.3 x 9.33 inches

Price: $40.00

In stock

Liebesbriefe als historische Quellen


Im Zeitalter der Briefe spielte das Korrespondieren eine bedeutungsvolle Rolle, um Liebesbeziehungen anzubahnen, zu vertiefen und eine gemeinsame Zukunft zu gestalten. Dabei formulierten die Schreibenden immer auch Erwartungen und Wunschbilder an das jeweilige Gegenuber und verhandelten Konzepte von Liebe und Ehe. Das macht Paarkorrespondenzen zu spannenden und aussagekraftigen Quellen, um eine Geschichte der Liebe, der Geschlechterbeziehungen und des privaten Schreibens in der Moderne neu zu erschliessen. Wie pragten sich wandelnde historische Kontexte dieses (Uber) Liebe schreiben? Waren die in vielen Anleitungsbuchern empfohlenen Modelle des Liebesbriefs oder die kulturelle Leitidee der romantischen Liebe in verschiedenen sozialen Milieus tatsachlich massgeblich? Und welche Bilder von Weiblichkeit und Mannlichkeit wurden in den Briefen figuriert?In diesem aus einem osterreichischen Forschungsprojekt entstandenen Bandes gehen Historikerinnen solchen Fragen fur das 19. und 20. Jahrhundert auf der Basis umfangreicher popularer Paarkorrespondenzen nach. Bisherige kulturwissenschaftliche Studien zum Liebesbrief werden um historische Dimensionen vielschichtig erweitert. Etwa bezogen auf Gefuhlspraktiken werbender Manner in den 1860/70er Jahren oder auf burgerliche Paare vor dem Hintergrund der Frauenbewegungen um 1900. Mit Korrespondenzen aus den 1920er Jahren kommt die Irritation burgerlicher Geschlechter- und Ehenormen durch kameradschaftliche Modelle in den Blick. In den Briefquellen aus den experimentierfreudigen Nach-1968er Jahren wird die Transformation konventioneller Lebensentwurfe von ihrer intimen Innenseite her ausgelotet. Andere Beitrage behandeln den Wandel der Sprache des Sexuellen oder die Zeit der beiden Weltkriege in Hinblick auf kriegsspezifische Gefuhlsregime und Liebe im Kontext des nationalsozialistischen Vernichtungskrieges. Oder sie stellen die Frage nach dem Paar und seiner Vernetzung im familiaren und sozialen Umfeld.

  • Contributions by Barbara Asen
  • Contributions by Ingrid Bauer
  • Contributions by Christa Hämmerle
  • Contributions by Ines Rebhan-Glück
  • Contributions by Brigitte Semanek
  • Contributions by Nina Verheyen
  • Edited by Ingrid Bauer
  • Edited by Christa Hämmerle