Kindesaussetzung und Moral in der Antike
Jüdische und christliche Kritik am Nichtaufziehen und Töten neugeborener Kinder
By (author) Christina Tuor-Kurth
Hardback (Published)
(December 2009)
ISBN: 9783525563984
6.69 x 9.72 inches
Price: $188.00
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Einer grausamen antiken Praxis auf der Spur.
English summary: In ancient societies, newborn children were sometimes abandoned or murdered. This was part of reality; at the same time, people criticised this barbarous practice. This book tries to understand this phenomenon and examines its roots and manifestations. German text. German description: Die Aussetzung neugeborener Kinder, fur moderne Moral fraglos unmenschlich und grausam, kam in den antiken Gesellschaften rund ums Mittelmeer vor. Daraus kann allerdings nicht der Schluss gezogen werden, Kindesaussetzung sei in der Zeit der Antike ein ganz alltagliches Phanomen gewesen. Zum einen lasst sich uber deren Haufigkeit aus der Distanz von mehr als zweitausend Jahren nichts Sicheres sagen. Zum anderen gab es eine namhafte Zahl an Texten antiker Schriftsteller, in denen Kritik an der Kindesaussetzung geubt wird. Die entsprechenden Quellen sind in der vorliegenden Studie erstmals gesammelt und vergleichend analysiert. Sie zeigen ein klares Bild: Antike Menschen empfanden eine Kindesaussetzung als der Natur widersprechend und als gottlos. Eltern, die derartiges erwogen, wurden als gefuhllose, rohe Menschen bezeichnet. Im Bereich des Religiosen gab es Maanahmen wie der Ausschluss vom Heiligtum fur eine bestimmte Zeit oder das Bezahlen einer Geldstrafe. Und wenn es auch bis ins 4. Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung kein explizit gesetzliches Verbot der Kindesaussetzung gab, so waren etwa die fruhen Christen sicher, dass ein solches Tun dereinst am Ende der Tage bestraft wurde. Die antike Kritik an der Kindesaussetzung ist Zeugnis fur eine breite Ablehnung derselben in den antiken Gemeinschaften verschiedener Zeiten und Orte. Sie zeigt aber auch, dass Kindesaussetzung keine Praxis sog. primitiver Volker war, sondern dass dahinter meist konkrete Note wie Armut oder uneheliche Geburt standen.
Dr. theol. Christina Tuor-Kurth ist Privatdozentin für Neues Testament an der Universität Basel und Leiterin des Instituts für Theologie und Ethik beim Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund.
- By (author) Christina Tuor-Kurth
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